Bild: Nicole Elß
Folge dem Stern… welcher aber ist der echte?
„Folge dem Stern“; so hieß 2007 eine Aktion der Kirche auf dem Weihnachtsmarkt in meiner Heimatstadt Erfurt. Da gab es verschiedene Aktionen zwischen all dem Getümmel und Rummel. An der Krippe unter dem Baum gestalteten unterschiedliche Einrichtungen der Kirche Impulse zur Weihnachtsgeschichte, im Dom wurden Kunstobjekte besonders angestrahlt, in der Kirche St. Severi gab es ein Zelt der Stille und auf den Domstufen konnte man sich, die Familie und Freunde segnen lassen.
Das war eine tolle Idee, und der Slogan Folge dem Stern ist mir in meiner Erinnerung stark präsent geblieben. Fortan wenn ich durch den Advent gehe, die Beleuchtungen in den Straßen und an den Häusern sehe, leuchtet der Slogan in meinem Kopf auf. Auch muss ich an die Stelle im Matthäusevangelium 2,9 denken: „Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.“
Ich bin verwirrt. Überall leuchten die Sterne und Lichterketten so hell, dass ich die echten Sterne kaum erkennen kann. Wie finde ich nun den richtigen, dem ich folgen will? Irgendwie flüstert mir da schon wieder Matthäus ins Ohr: „Viele falsche Propheten werden auftreten und sie werden viele irreführen.“ ( Mt 24,11)
Mittlerweile stehe ich auf dem Weihnachtsmarkt. Es riecht nach Glühwein und süßen und herzhaften Düften, Weihnachtslieder schallen laut, gemischt mit vielen Stimmen. Autoscooter und Riesenrad, Karussells. Alles sehr bunt und schön anzusehen. Die Menschen lachen und sind heiter. Aber wo ist der Advent? Wo ist der Weg vom Stern zum Gotteskind?
Ich stelle mich an die Krippe unter den Baum und betrachte die göttliche Familie. Auch sie sehen glücklich aus. Ich schließe die Augen und singe in meinem Herzen ein Lied von Helge Burggrabe. Es heißt: „Hineni – hier bin ich!“ Es ist die Antwort Moses am Dornbusch, als Gott ihn beim Namen ruft. Während ich das Lied leise in meinem Herzen singe, fühle ich mich auch beim Namen gerufen. Hier bin ich! Angekommen im Advent, auf dem Weg zum Kind. Hineni! Die kürzeste Meditation der Welt.
Beseelt gehe ich nach Hause.
Link zum Lied Hineni: https://www.youtube.com/watch?v=CnbaJxkuPqY

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