Zeugen für Christus

Kunst und Kultur

Buch-Cover Zeugen für Christus

Buch-Cover

Die Männer und Frauen, die im 20. Jahrhundert allein in Deutschland für den Glauben ihr Leben ließen, haben uns nicht nur ihre Biographie als erschütterndes Zeugnis ihrer Liebe zu Christus und zu den Menschen hinterlassen. Sondern auch ergreifende Worte als ihr zeitloses Vermächtnis, sei es als Kassiber aus der Zelle geschmuggelt oder als anrührender Tagebucheintrag, wie der folgende von Sophie Scholl:

„Ich möchte mich beugen vor einem Bilde Gottes“, bekennt Sophie Scholl, die ein Jahr vor ihrer Ermordung durch die Nationalsozialisten an der katholischen Osterliturgie in der Kirche von Söflingen teilnahm. Sie schildert in einem Brief vom 5.4.1942 ihre Eindrücke von der (auf den frühen  Samstag vorgezogenen) Liturgie der Ostervigil: „Gestern sind wir ganz früh, schon um ¾ 4 Uhr aufgestanden, um zu der Osterliturgie in der Söflinger Kirche recht zu kommen. Doch kamen wir trotzdem ein bißchen zu spät und sahen nicht mehr, wie das Feuer aus einem Stein geschlagen wurde, um die Osterkerze zu entzünden. So sehr ich das Bedürfnis nach dieser Art des Gottesdienstes habe, denn es ist wirklich Gottesdienst und nicht ein Vortrag wie in der evangelischen Kirche, braucht es doch sicher eine Übung oder Gewohnheit, um ganz mitzuerleben und nicht abgelenkt zu werden von dem Schauspiel, das einem geboten wird. Dieses Schauspiel gerade wird ja ein tiefes inneres Erlebnis, wenn man den Glauben hat. Da geht es mir aber so: ich möchte hinknien, weil es richtig ist meinem Empfinden nach, aber ich habe Hemmungen vor denen, die mir zuschauen könnten, vor allem, wenn jemand Bekanntes dabei ist. Ich möchte mich beugen vor einem Bilde Gottes, weil man nicht nur empfinden, sondern dieses auch äußern müsste…“.
Hans Scholl/Sophie Scholl, Briefe und Aufzeichnungen, Frankfurt 1984, 207.

Anne-Madeleine Plum

Hinweis:
Helmut Moll (Hrsg.), Zeugen für Christus. 2 Bde: Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Verlag Schöningh, 91,–€.

Anregung zum Buch:
Zum Werk, seiner Anregung durch Papst Johannes Paul II und seinem Aufbau: >> Zeugen für Christus

Ein Vortrag des Herausgebers,
Prälat Prof. Dr. Helmut Moll, findet am Mittwoch, 14. Mai 2014, in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz, um 18.30 Uhr statt:
„Mainzer Zeugen für Christus aus der Zeit des Nationalsozialismus“

Zeugen für Christus

 

 

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen