Datum:26. Mai 2010

Zeitzeichen Ökumene

Zeichen der Zeit

Kirchentagsplakat

 

Gedanken zum Ökumenischen Kirchentag in München

Vor kurzem fand in München zum zweiten Mal ein gemeinsamer Kirchentag der katholischen und evangelischen Christen unseres Landes statt. Der Ökumenismus gehört zweifelsohne zu den bedeutenden geistigen Kräften der Gegenwart.

Ganz vieles ist inzwischen geworden. Da ist an erster Stelle das inzwischen selbstverständliche Zusammenwirken der Konfessionen auf praktischem Gebiet zu nennen. Dann das gemeinsame Engagement in ethischen und sozialen Fragen. Sodann die Ökumenischen Gottesdienste. Diese gehören inzwischen ganz normal zur Feier von wichtigen (freudigen und traurigen) Ereignissen.

Deutlich sichtbar ist die gegenseitige geistig-spirituelle Bereicherung und Ergänzung. Wegen ihrer stark biblisch orientierten Theologie hat die evangelische Theologie besonders viel beigetragen zur Erneuerung der katholischen Theologie und Spiritualität, wie sie im Zweiten Vatikanum formuliert wurde. Umgekehrt übernimmt die evangelische Kirche mehr und mehr katholisches Brauchtum und katholische Symbolik. Ich nenne die weiße Albe, die Stola, die Osternachfeier und überhaupt einen größeren Sinn für Liturgie.

Immer noch gibt es allerdings auch große Differenzen. So auf dem zentralen Gebiet des Eucharistieverständnisses, des spezifisch Priesterlichen und der Bedeutung des Papstes. Ebenso auf dem Gebiet der marianischen Spiritualität und Theologie, wenn auch sich gerade da vielfach eine wachsende Unbefangenheit im protestantischen Bereich beobachten lässt.

Die klassische „Kontroverstheologie“ tritt mehr und mehr zugunsten einer Ökumene der Verschiedenheit in den Hintergrund. In dieser sollen die Unterschiede nicht eingeebnet werden. Vielmehr wird einer föderativ verstandenen geistig-seelischen Vielfalt der einzelnen Ausprägungen des Christlichen das Wort geredet.

Einen wichtigen Schritt taten in den letzten Jahren die geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen der verschiedenen Konfessionen. Diesen geht es vorrangig um den Gott des Alltags. Da stellte man sehr schnell eine große Nähe und Gemeinsamkeit fest.

Viel zu wenig nach im Vordergrund des ökumenischen Interesses in unserem Land steht die Ökumene mit den östlichen Kirchen.
 

Herbert King
 

Literatur:

Herbert King: Pater Kentenich, die Schönstatt-Bewegung und das ökumenische Anliegen. In: Regnum 41 (2007), 67-78.
Ders.: Ökumenische Spiritualität. In: Maria neu entdecken. Patris Verlag, Vallendar, 2006, 41-48.

 

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