Date:26. Aug 2015

Wozu man lebt

Zeichen der Zeit

Sinnsuche - Foto: Heike Bulle

Foto: Heike Bulle

Glauben um zu wissen wozu man lebt

„Ich glaube, ein Mensch muss einen Glauben haben oder den Glauben suchen, sonst ist ein Leben leer, leer… Leben und nicht wissen, wozu die Kraniche fliegen, wozu Kinder geboren werden, wozu die Sterne am Himmel stehen … Entweder man weiß, wozu man lebt, oder alles ist nichts.“
Das sagt Mascha in dem Stück „Drei Schwestern“ von Anton Tschechow.
In einer Interpretation heißt es, es sei eine Art „Endzeitstück“.
Es wurde 1901 uraufgeführt. Und es spielt auch heute als brandaktuelles Stück.

Denn die Erfahrung der Menschen in dieser Geschichte ist zeitlos:
Heiraten, Fremdgehen, Arbeiten, keine Erfüllung finden in dem was man tut, trotz vielfältiger Begabungen, eine allgemeine undefinierte Unzufriedenheit prägt das Leben der Menschen.
Aber wozu das alles?

Krankheit, Tod und alle Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten, welche das Leben auf dieser Welt genauso zu jeder Zeit prägen, wie die unterschiedlichsten Erfahrungen des Glücks sind dabei noch gar nicht erwähnt.
Solange das Leben kein „Wozu“, keinen Sinn hat, kann man jede Zeit als eine „Endzeit“ erleben.

Wenn ich nicht weiß, wozu ich lebe, „ist alles nichts“. Dann ist es nahezu egal, was ich tue und was nicht und warum… Es ist kaum möglich eine Entscheidung zu treffen, geschweigedenn zu begründen, warum ich sie für gut und richtig erachte. Man könnte es genauso gut lassen, das Leben.
Glück und Zufriedenheit tauchen da nicht auf – schon gar nicht dauerhaft.
Erfülltes und v.a. erfüllendes Leben ist meines Erachtens nach immer auch sinn-voll.

Aber wie finde ich diesen Sinn?
„…einen Glauben haben oder den Glauben suchen…“
Das ist vielleicht die wichtigeste Aufgabe von jedem von uns in all den Wirrnisen jeder Zeit.
„Sie waren wie Schafe, die keinen Hirten hatten.“ schreibt der Evangelist Markus zu seiner Zeit (6,34) und er könnte es heute genauso schreiben.
Und auch die Worte des Propheten Jeremia geleten heute nach wie vor:
„Wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, will ich mich von euch finden lassen.“ (29,13)

Heike Bulle

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