Date:04. Aug 2010

Weg und Ziel

Gebet
Tod Mariens

Tod Mariä, Marienleben von Hans Schäufelein (Werkstatt) 1520, aus Maria Modingen, jetzt Dommuseum Rottenburg
Foto: H. Brantzen

(Nachtrag zu) Mariä Himmelfahrt

Ferienzeit!

Für viele heißt dies: Verreisen, entspannen, ein ganz anderes Leben führen als sonst im Jahr. Viele suchen Erholung, indem sie lange und ausgedehnte Wanderungen unternehmen, die Stille der Natur genießen und so abgelenkt sind vom Alltagstrott.

Wandern, auch Pilgern sind „In“ – nicht nur in den Ferien. Denn eigentlich sind wir ein Leben lang unterwegs, rennen von einem Termin zum nächsten, haben viele Verpflichtungen an vielen verschiedene Orten zu erfüllen. Viele stöhnen heutzutage unter der Unruhe ihrer Tage. Ein altes Bild der geistlichen Tradition vergleicht den Menschen mit einem Pilger, der sein ganzes Leben lang unterwegs ist.

Ein Weg hat Höhen und Tiefen, aber auch ein Ziel. Was ist aber das Ziel des menschlichen Lebens? Viele Zeitgenossen denken, dass es dieses Ziel nicht gibt, dass wir gewissermaßen mit dem Tod in ein „Schwarzes Loch“ fallen, endgültig verlöschen, so als hätte es uns nie gegeben.

Wenn katholische und orthodoxe Christen am 15. August die Aufnahme Mariens in den Himmel bzw. die Entschlafung Mariens feiern, dann bekennen sie damit, dass es dieses Ziel unseres Lebensweges tatsächlich gibt. Und sie sagen, dass dieses Ziel nicht eine Rückkehr in den Kreislauf der Natur ist, sondern eine lebendige, unendlich liebende Person: der dreifaltige Gott. Ihm gibt Maria ihr Leben zurück. Er nimmt sie auf in die ewige Heimat, d.h. die ewige Geborgenheit einer unendlichen Liebe.

Wir Menschen sind Wanderer und Pilger – und wir dürfen wissen, dass wir am Ende unseres Weges nicht in das Nichts fallen, sondern dass wir erwartet werden von Gott, der uns die Tür seines Hauses weit aufgetan hat. Bis es soweit ist, dürfen wir mit dem hl. Augustinus voller Sehnsucht beten:

„Du, o Gott, hast uns auf dich hin geschaffen,
und unruhig ist unser Herz,
bis es Ruhe findet in dir!“.

 

Markus Lerchl

  

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