Date:14. Sep 2008

Was birgt der große Karton?

Meditation

Kreuz in Kiste

Foto: Christian Stamm

Was birgt der große Karton, der im Pfarrhauskeller ganz hinten im Eck steht?

Mehr oder weniger per Zufall stieß ich auf diesen alten Umzugskarton und fand darin alte, ausgediente Kreuze. Aus Bronze, Holz, Messing und Ton. Mir ging durch den Kopf, dass immer wieder Kreuze abgegeben werden. „Herr Pfarrer, haben Sie noch Verwendung für dieses Kreuz?“ hörte ich in meiner Phantasie eine Stimme fragen.

Wenn Haushalte aufgelöst werden, gehen viele Dinge in das Eigentum der Erben über. Manches wird entsorgt. Das Kreuz allerdings wirft man nicht so einfach weg. Aber es will auch nicht so richtig in die Umgebung der neuen Eigentümer passen. Also gibt man es doch lieber im Pfarrhaus ab. Da ist es besser aufgehoben als in der Mülltonne und so kommt es, dass alte Kreuze sich im Keller stapeln.

Man hat schon sein Kreuz mit dem Kreuz. Es stört oder gefällt nicht, macht die Atmosphäre kaputt. Es passt nicht zum Lebensgefühl vieler Menschen.
Gottes Weg ans Kreuz passt auch nicht. Die Entscheidung Gottes, dass die ganze Welt am Kreuz erlöst wurde durch das Sterben Jesu Christi, passt nicht zu einem gängigen Gottesbild, bei dem Schwachheit und Verletzbarkeit als Gottes Eigenschaften nicht in Frage kommen.

Das Kreuz stört unser Bild von Gott und doch liegt gerade in dieser Störung die trostvolle Zusage: Der Gott, der in Jesus Christus auch das Kreuz nicht gescheut hat, ist auch Dir nahe, wo Du Dein persönliches „Kreuz“ zu leiden hast.

 

Christian Rauch

 

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