Date:04. Sep 2013

Versteckt sich manchmal Gott?

Was bedeutet Spurensuche?

Anker - Jesus Christus - Foto: Hubertus Brantzen

Der Anker als frühchristliches Symbol für Christus , Mosaik Tunesien
Foto: Hubertus Brantzen

Samstagvormittag: Mein Lokalnachrichtenticker auf facebook berichtet von einem sehr tragischen Verkehrsunfall in unserem Stadtteil, der sich in der vergangenen Nacht ereignet hatte. Ein 13- jähriges Mädchen hatte am Rande der Hochzeitsfeier ihrer Mutter mit anderen Kindern im Hof gespielt. Der Ball rollte auf die Straße, das Mädchen läuft hinterher, geradewegs in ein herannahendes Auto. Weder Fahrer noch Kind hatten eine Chance, den Unfall zu vermeiden. Das Kind starb wenig später im Krankenhaus.

Eine halbe Seite weiter unten ein fröhliches Bild: Eine Frau, offensichtlich im Hochzeitskleid und ein 13- jähriges Mädchen strahlen in die Kamera. Darunter Glückwünsche von Freunden und Bekannten. Die kenne ich. Das Mädchen spielt mit meiner Tochter in der Mannschaft Fußball. Noch ahne ich nichts. Das ändert sich schlagartig, als mich im Laufe des Vormittages unterwegs der Anruf meiner Tochter erreicht. Diese Familie ist es, die das tragische Unglück getroffen hat.

Mein Gott, warum lässt du so etwas zu? Warum in dieser Nacht? Warum während der Hochzeitsfeier? Wo war dein Schutzengel? Gott, gibt es dich überhaupt?

Diese Fragen posten die Freunde, finden sich auf Plakaten mit Blumen, Kerzen und Kuscheltieren an der Unfallstelle. Diese Fassungslosigkeit, dieses Entsetzen, das uns hier alle fasst, ist nicht in Worte zu fassen.

Demgegenüber aber die Jugendlichen, die ihre Trauer annehmen, Powerpoint-Präsentationen ins Netz stellen mit Fotos, der Lieblingsmusik und zu Herzen gehenden Kommentaren, die sich an der Unfallstelle treffen, gemeinsam trauern und sich Halt geben, die zu den Eltern gehen, bei ihnen sind, zeigen, dass sie nicht alleine sind in ihrem Schmerz.

Die Frage meiner Tochter: „Mama, kann es sein, dass der liebe Gott sich auch mal versteckt? Dass ihm das auch grad alles zu viel ist? “ Vielleicht. Aber ich habe die Hoffnung, dass er trotz allem da ist und allen die Kraft gibt, durch diese schweren Tage zu kommen. Je länger ich darüber nachdenke, bin ich mir eigentlich sicher, dass er da ist. In jeder Kerze, in jeder Blume, in jedem Gebet, in jedem WARUM?, in jedem tröstenden Wort, in jedem Besuch…….

Pia Biehl

 

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