Datum:16. Nov 2003
Schlüsselwörter:,

Vater der Braut

Gebet

 

Ich kann mich noch an ihre Geburt erinnern.

Sie hatte einen süßen, kleinen Kopf

mit langen, schwarzen Haaren.

Man hatte sie – noch an der Nabelschnur –

auf den Bauch der glücklichen Mutter gelegt.

Nach den ersten Schreiversuchen

war das offensichtlich sehr beruhigend.

 

Den ersten Schreiversuchen folgten viele weitere,

ebenso Versuche, sie zu beruhigen.

Aus unartikulierten Lauten wurden Worte,

aus Worten Sätzen,

aus Sätzen Gespräche,

aus Gesprächen Diskussionen.

 

Die Diskussionen hatten irgendwann zum Inhalt,

wie lange eine Tochter im jugendlichen Alter

mit wem ausgehen darf,

während „die anderen alle viel länger dürfen“.

 

Und auf einmal war sie groß.

 

Da war einer,

der offensichtlich das Gefallen

der nun Großen erregte,

die immer noch süß war.

Doch das hatten wohl auch andere bemerkt.

 

Und dann war ich plötzlich

der Vater der Braut.

Wie sich das anfühlte!

 

Als sie so da vorne stand

und mit fester Stimme „Ja“ sagte,

Da spürte ich,

wie der Lauf des Lebens und der Liebe

eine neue Runde zieht,

eine Runde,

die ich nicht mehr selbst laufe,

sondern bei der ich zuschauen darf.

 

Du Gott der Liebe und des Lebens,

ich danke dir

für die Runde, die ich selbst laufen darf,

für die Frau, mit der ich zusammen laufe,

für die, die du uns in diese Runde hinein geschenkt hast,

für die, die nun selbst ihre Bahn ziehen.

 

Senke ihnen die Liebe und das Leben

in die Herzen,

die du auch mir und uns geschenkt hast.

 

Lasse jede Generation

ein Kreisen um dich,

die Liebe und das Leben,

werden.

 

HB

 

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