Traurige Bildikone

Zeichen der Zeit

Zeitungen

Foto: Zeitungen

Das Bild des dreijährigen Flüchtlingsjungen aus Syrien, dessen Leiche an den türkischen Strand gespült wurde, hat Anfang September Menschen weltweit erschüttert. Manche sagen schon, dass das Bild zu einer traurigen fotografischen Ikone werden kann, wie das Bild der nackten Kinder, die in Vietnam vor den Napalmbomben fliehen, oder das der „Staubfrau“ aus den Türmen des World Trade Centers. Wie in einem Brennglas schafft es dieses Bild, die Grausamkeit der Flüchtlingstragödie vor Augen zu führen. Nein, dieses Bild kann eigentlich niemanden kalt lassen.

Aber es waren zwei Momentaufnahmen dieser Szene in unseren Medien zu sehen. Das Bild, wie der kleine Junge tot am Strand liegt. Und dann ein weiteres, wie ihn ein Polizist (oder ist es ein Soldat?) vom Strand wegträgt. An diesem zweiten Bild hänge ich noch. Und ich merke, was mich beschäftigt. Es ist dieser Mann. Vorsichtig, zärtlich und liebevoll hält der Polizist das tote Kind auf seinen Armen hält. So wirkt es auf mich. Und ich frage mich: Was ist in ihm in diesem Moment vorgegangen? Was hat er gefühlt? Wut, Trauer? An was hat er gedacht? An seine eigenen Kinder? Wir werden es wohl nie erfahren. Aber für mich bringt dieser Mann so etwas wie Menschlichkeit und Ehrfurcht in die grausame Szenerie hinein.  Und damit ein kleines Hoffnungselement in einem Bild des Todes und der Hoffnungslosigkeit.

Andreas Ruffing

Website Sommerimpulse

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