Störe mich, Heiliger Geist

Meditation

Heil-Geist, Kostheim - Foto: Maria Weißenberger

Foto: Maria Weißenberger
Ausschnitt Altarbild der katholischen Kirche Maria Hilf Mainz-Kostheim

„Komm herab, o Heiliger Geist“
… so wird oft gebetet in diesen Tagen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten.

Aber – meine ich das wirklich ernst,
oder möchte ich nicht viel lieber beten:
„Komm herab und durchwehen unsere Welt…
… aber bitte so, wie es mir gefällt.
In vorgezeichneten und planbaren Bahnen.
Nicht zu impulsiv bitte!“

So ist Gottes Geist nicht.

Nicht umsonst sind in der Pfingsterzählung
Sturmwind und Feuer seine Begleiterscheinungen
– die unheimlichsten unter den vier Elementen,
die alles durcheinanderwirbeln, ja zerstören.

In Zerstörung steckt STÖRUNG bereits drin.
Das ist ein Wesensmerkmal des Heiligen Geistes Gottes:
Er stört auch mal, wenn’s sein muss.
Meistens zer-stört er nicht, aber er vermag es, zu ver-stören…
… und so aufzurütteln.
Will ich es wagen, in diesen Tagen vor Pfingsten
ernsthaft um den Heiligen Geist, die göttliche Störung zu beten?!

Etwa so:

Komm herab, o Heiliger Geist,
und störe meine eingetretenen Pfade.

Zerstöre meine Selbstgerechtigkeit,
Rüttle mich auf in meiner Selbstgenügsamkeit,
Belebe meine Unlebendigkeit.

Reiß ein die trennenden Mauern zwischen Menschen und Völkern
und durchwehe die Welt mit Gottes Frieden.

Komm Heiliger Geist, und störe, wo gestört werden muss.

Amen.
Sonja Knapp

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