Date:03. Feb 2008

Sie loben alle Gott

Gebet

Paar im Fastnachtszug

Foto: Hubertus Brantzen

Jetzt ziehen die Narren wieder durch die Straßen.
Die Glitzer- und Farbenwelt lockt Millionen Menschen in die Metropolen des Karnevals.

Das Größte ist,
in selbst geschneiderter Pracht mit einem Zug zu gehen,
die Atmosphäre im närrischen Lindwurm selbst anzuheizen,
die Arme nach oben zu reißen
und den Menschen rechts und links der Gasse zuzurufen:
Helau! Alaaf! – oder was sonst die närrische Landschaft vorschreibt.

Das Zweitgrößte ist,
das Treiben am Rande des Zuges zu verfolgen,
auf den Wellen der Freude zu surfen,
einzutauchen in das Meer der Stimmung
und besonders dann laut närrische Laute zu rufen,
wenn Aussicht besteht, Kamellen zu erhaschen.

Das Drittgrößte ist,
im Fernsehen das bunte Treiben zu verfolgen,
Die Narren zu sehen aus Mainz, aus Köln, aus Düsseldorf,
und dabei von Kommentatoren sogar noch eine Fuhre Fastnachts-Bildung zu erhalten.
Doch diese Lösung ist nur für Kranke und Philister erlaubt.

Das Allergrößte ist,
sich in das Vergnügen zu stürzen,
in dem Bewusstsein,
dass jedes „Helau!“ ein Gotteslob ist.
Denn im „Helau!“ loben sie Gott, den Schöpfer der Freude, mit dem Ruf,
der ab Aschermittwoch für 40 Tage verstummt: „Halleluja!“

Gott der Freude,
nimm in diesen Tagen die Abermillionen Rufe entgegen.
Wenn auch die meisten nur unbewusst dein Lob singen,
“Helau!“ ist und bleibt ein Ruf,
in dem die Sehnsucht nach Freude erklingt,
die Sehnsucht nach mehr Leben,
die Sehnsucht, so sein zu dürfen, wie es sonst selten möglich ist.

Hubertus Brantzen

PS. Zur Fastnachts-Bildung:
„Helau!“ ist eine Verballhornung des Wortes „Halleluja!“

 

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