Date:13. Jan 2010

Sebastian – ein Heiliger in Zeiten der Verfolgung

Kunst · Theater · Literatur

Hl. Sebastian

St. Sebastian in Propsteikirche St Sebastian Magdeburg
Foto: A.-M. Plum

Von Soldatenheiligen spricht man heute nicht gern. Auch ein von Pfeilen durchbohrter Sebastian gehört nicht gerade zu den populären Heiligendarstellungen. Die Überlieferung der Lebensgeschichte des heiligen Sebastian trägt legendäre Züge. Aber noch hinter diesem historisch unklaren Bild zeigt sich ein mutiger junger Christ mit beeindruckender Lebenshaltung.

In der kaiserlichen Armee Diokletians († um 312) soll er es immerhin zum Prätorianer-Hauptmann gebracht haben. Er war ein geachteter Soldat, aber zugleich überzeugter Christ. So nutzte er seine Position, um verfolgten und inhaftierten Christen im Kaiserreich beizustehen, besuchte sie im Kerker, überbrachte letzte Grüße und wohl so manches Mal auch die heilige Kommunion.

Dies allein hätte man ihm aufgrund seiner Loyalität offenbar durchgehen lassen. Aber als er schließlich angeklagte Christen ermutigt, ihren Glauben vor dem Tribunal nicht zu widerrufen, ist es mit der Duldung vorbei. Man verurteilt ihn immerhin noch zu einem Soldatentod: Die besten Bogenschützen der Garnison, der Überlieferung nach numidische Araber, sollen das Urteil vollstrecken. Wie durch ein Wunder überlebt Sebastian schwer verletzt – und wird gesund gepflegt.

Doch statt nun auf Nummer sicher zu gehen, nutzt er sein neu geschenktes Leben ausgerechnet dazu, bei nächstbester Gelegenheit dem Kaiser gegenüber zu treten und ihm das Unrecht seiner Christenverfolgung vor Augen zu führen. Er hält eine flammende Verteidigungsrede des christlichen Glaubens. Empört über diese Majestätsbeleidigung, lässt Diokletian ihn zu Tode prügeln und Sebastians Leichnam in einen Abwasserkanal werfen…

Ein mutiger Christ, dieser Sebastian. Einer, dem das Bekenntnis zur Wahrheit wichtiger war als das eigene Leben. Wer glaubt, die Zeiten der Verfolgung seien ja nun lange genug vorbei, muss sich durch die Fakten eines besseren belehren lassen: „Sie haben die letzten 20 Jahre verschlafen. Wachen Sie auf!“ lautet die Empfehlung dazu von „Open doors“ in ihrem interessanten Fragebogen zu Christenverfolgung heute. (Siehe: www.opendoors-de.org)

Auch unsere Zeit kennt übrigens Christen, die den Namen eines „Soldatenheiligen“ ganz bewusst tragen. Man lese nur einmal die interessante Lebensgeschichte von Bruder Longinus Beha: „Ab morgen Mönch: Ein Afghanistansoldat geht ins Kloster.“

 

Anne-Madeleine Plum

 

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