Datum:09. Jul 2014
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Religion im Fußball?

Zeichen der Zeit

WM - Foto: Astrid Götze-Happe - pixelio.de

Foto: Astrid Götze-Happe – pixelio.de 

Wie viel Religion darf im Fußball sein?

Brasilianische Fußball-Stars hatten in der Vergangenheit wiederholt Aufmerksamkeit erregt, weil sie unter ihren Trikots T-Shirts mit christlichen Botschaften trugen. Dabei sind religiöse Bekundungen in den Fußball-Stadien verboten. Die FIFA untersagt den Spielern seit 2009 jedweden religiösen Ausdruck auf dem Platz. So dürfen keine religiösen Symbole auf Trikots oder Schuhen getragen werden. Auch die bei vielen Spielern übliche Bekreuzigung nach einem Torerfolg ist verboten. Aber: was leise und im Verborgenen geschieht, kann man nicht abstrafen. So will die Online-Ausgabe der BILD erfahren haben, dass Mesut Özil vor jedem Spiel am Mittelkreis leise Verse aus dem Koran betet.

Bei Einführung des umstrittenen Verbotes verwies die FIFA einst darauf, ein von Spielern gezeigtes Glaubensbekenntnis könnte bei Andersgläubigen als Provokation ankommen. Religion solle Privatsache bleiben. Mittlerweile ist klar: Es geht nicht um den Glauben, sondern um den schnöden Mammon. Die FIFA knickte vor den Sponsoren ein; die solventen Geldgeber wollen mit keiner religiösen Botschaft in Verbindung gebracht werden.

Für den Philosophen und katholischen Theologen Hans Gerald Hödl sind die Fußballspieler Akteure in einem quasi-religiösen Geschehen. Die Fans auf den Tribünen und vor den Bildschirmen bilden dabei die „Gemeinde“. Auf dieser Linie ist vielleicht auch die Facebook-Seite „Fußball ist eine Religion“ zu sehen, die rund 16.400 Internetnutzer mögen. Die Macher der Seite verkünden selbstbewusst: „Egal woher ihr seid, wie alt ihr seid, wie ihr heißt, oder welches Geschlecht ihr habt – Wir haben alle die gleiche Religion: Fußball!“

Übrigens: Nach allgemeiner Überzeugung ist es für christliche Fans nicht verboten, wenn sie im Stadion oder vor den Fernsehbildschirmen für den Sieg ihrer Mannschaft beten…

Klaus Glas

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