Date:15. Mai 2003

Priester als Spurensucher

Meditation

 

„Eine ganz zentrale Aufgabe und Fähigkeit des Priesters heute und morgen geht dahin,
mit den Menschen und für sie die Spuren Gottes in unserer Welt zu suchen,
gerade wenn sie verborgen sind, zu entdecken und zur Sprache zu bringen. Diese Spuren sind selten eindeutig.
Darum bedürfen sie der Deutung und der Entfaltung ihrer Bedeutung. Dies geschieht stets im Licht des Evangeliums,
zu dem auch die Lehre der Kirche und ihre reiche Tradition gehört.
Der Priester muss darin besonders erfahren sein und zu einem Lesemeister der Spuren Gottes in unserer Welt werden.
Dazu ist in besonderer Weise auch die Kenntnis der „Unterscheidung der Geister“ notwendig
und ein eigener geistlicher Umgang mit ihr unersetzlich. Er muss darum ein Mann des Wortes sein. …

Die Spurensuche geschieht nicht nur mit einzelnen Menschen und für sie.
Es geht immer auch um die Gemeinschaft aller Glaubenden und der Menschheitsfamilie im ganzen.
Dazu müssen die Menschen aus ihren natürlichen und geschichtlichen Verschiedenheiten und Gegensätzen,
Spannungen und kämpferischen Situationen heraus- und zusammengerufen werden.
Dies kann wirksam letztlich nur im Namen Gottes selbst geschehen,
wobei er als Vater, Sohn und Heiliger Geist daran je auf eigene Weise beteiligt ist.“

Karl Kardinal Lehmann,
Referat in Paderborn über das Priesterbild des 21. Jahrhunderts

 

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