Papst der Überraschungen

Hingeschaut

Zeitung

Foto: AZ Mainz vom 21.09.2013, Seite 2.

„Kehrtwende“, „revolutionäre Worte“, „Wende“ – das sind nur einige der Schlagwörter, mit denen ein Interview mit Papst Franziskus in diesen Tagen kommentiert wird. „Schwule, Abtreibung, Verhütung – Franziskus fordert eine Wende seiner Kirche.“

Was ist davon zu halten? Stimmt plötzlich das, was seine Vorgänger vehement verteidigt oder propagiert haben, nicht mehr?

Ich sehe es so: Der Papst hat die Hand am Pulsschlag der Zeit. Und er nimmt wahr, dass viele oder die meisten Menschen gar nicht mehr zuhören, wenn die Kirche etwas zu den heiklen Themen der Lebensführung sagt. Und er spürt, dass vielerorts kirchliche Vertreter durch ihre Einstellungen, ihre Worte und ihr Verhalten Wunden geschlagen haben.

Wenn die Menschen also sich für dir Kirche neu interessieren sollen, dann müssen zunächst jene Wunden geheilt und eine Atmosphäre geschaffen werden, in der Menschen gerne leben und glauben möchten.

Ich erwarte nicht, dass Papst Franziskus etwa die Aussagen zur Sexualethik grundsätzlich ändern wird. Doch erwarte ich einen neuen und barmherzigen Umgang mit den denen, die noch so richtige und wichtige Grundsätze in ihrem Leben nicht umsetzen können. Ich vermute – und mehr lässt sich bisher kaum sagen – dass der Papst neben das Prinzip von Wahrheit, Recht und Gesetz das Prinzip der Barmherzigkeit neu in den Vordergrund schieben wird.

Und das würde vieles verändern!

Hubertus Brantzen

 

 

 

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