Date:15. Jan 2006

Mozart, Mutter, Stradivari

Zeichen der Zeit

Stradivari

 

Anne-Sophie Mutter hat eine. Wenn Mutter Mozart spielt, ist nicht die Künstlerin Königin des Konzertsaals, sondern sie. „Sie“ ist eine Geige. Nicht irgendeine. Beste Geige aller Zeiten! Antonio Stradivari (1644-1737) fertigte sie vor mehr als 300 Jahren. Bis auf den heutigen Tag sind noch 650 Instrumente aus der Werkstatt des Meisters erhalten.

Geigenvirtuosen beschreiben den Klang der Stradivari als unnachahmlich. Anne-Sophie Mutter spielt die „Dunn Raven“, mit der sie nach eigener Aussage eine „endlose love-story“ verbindet. Andrea Mosconi hat das große Glück, gleich zehn Geigen alter italienischer Meister spielen zu dürfen. Mosconi ist Kurator des Stardivari-Museums. Jeden Tag öffnet er die immer gleichen Vitrinen, entnimmt nacheinander eines der wertvollen Instrumente und spielt jedes etwa fünf Minuten. Warum tut er das? Der Professore glaubt, der Klang einer Stradivari werde dadurch voller und schöner. Kindern gleich, die sprechen lernen, wenn man mit ihnen spricht.

Mit dieser Ansicht steht er nicht alleine. Bernhard Naumann, ein bekannter Restaurator historischer Streichinstrumente, ist überzeugt, dass nach 20-minütigem Spiel der Klang einer Geige lockerer werde. „Eine Geige muss jeden Tag aufgewärmt, in Schwingung gebracht werden.“

Wer wärmt uns jeden Tag?
Was bringt meine Seele in Schwingung?
Wie sind Rilkes Verse zu verstehen:
„Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?“

Klaus Glas
 

 

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