Zurzeit wird unsere Website neu gestaltet. Wir bitten darum um Geduld.
Dennoch möchten wir einige Texte zur Verfügung stellen.
Wie gewohnt werden Texte eingestellt zu den Kategorien:
- Meditation und Gebet
- Bildimpuls
- Zeichen der Zeit
- Moment mal – was ich gerade erlebt habe
Auf Bilder müssen wir leider verzichten.
Aktualisiert am 28. Januar 2026
Meditation - Gebet
Aufbruch
Im Aufbruch nach dem alten Jahr,
schon sind Tage vergangen, Vorsätze verblasst,
so bleibe ich doch, wer ich bin.
Und gehe weiter.
Segne meinen nächsten Schritt,
den ersten von vielen,
möge er mich tragen, auch wenn er klein ist,
er wird mir neue Weiten zeigen,
mitten im Gewohnten.
Segne mein Vertrauen in die Menschen,
halte es wach und lebendig.
Behüte sein zartes Wachsen in meinem Herzen,
verletzlich und still,
doch getragen von Hoffnung.
Großer Gott,
präge meinen Weg mit deiner Liebe.
Segne jeden Atemzug,
schenke uns Mut,
damit wir Stärke zeigen,
wenn Angst uns den Atem rauben will.
Angelika Kamlage
www.foto-exerzitien.de
www.angelika-kamlage.de
Ruhestand heißt Abschied – und Aufbruch.
Innehalten, loslassen und neue Perspektiven entdecken: für Beziehungen, Sinn, Freizeit und Engagement. Zeit für dich und dein neues Leben. Dir Zeit für dich und deinen neuen Lebensabschnitt nehmen vom 5.-8. März 2026 im Kloster in Bad Wimpfen.
Mehr Informationen auf www.foto-exerzitien.de
Moment Mal
Sich festmachen
Letzte Woche war ich zu Besuch in Hamburg. Auf dem Weg zur Elphi fiel mein Blick an einer Brücke auf „Liebesschlösser“, die in großer Zahl dort an einem Brückengeländer befestigt waren.
Zu lesen Daten, Initialen oder auch komplett ausgeschriebene Namen, „für immer und ewig“ steht in eingravierten Herzen.
Ein Paar befestigte gerade sein Schloss und verewigte diesen Augenblick mit einem Selfie. Ein Schloss befestigen in der Hoffnung und im Vertrauen, dass die Liebe trägt.
Diese kleine Momentaufnahme hat mich zum Nachdenken gebracht: Wo, an wem, an was mache ich mich fest? Was gibt mir Halt im Leben. Auf wen setze ich mein Vertrauen? Was muss ich dazu tun, dass es gelingen kann?
Eine Antwort kam im Vorbeifahren– wie ein unverhofftes Geschenk - mit einer Aufschrift in einem S-Bahnhof : „Gott sagt: Ich bin der Ich-bin-da“.
Pia Biehl
Impuls
Selig, die Frieden stiften, denn sie werden
Kinder Gottes genannt werden.
Mt 5,9
Friedensstifter werden
Friedensstifter werden –
uns von Jesu Haltung
und seinem Lebensbeispiel
inspirieren lassen zu einer
anderen Welt-Anschauung
uns anstecken lassen
von seinem liebenden
und Heil bringenden Blick
der sich nicht an den
Maßstäben der Welt orientiert
uns ganz auf ihn hin ausrichten
und uns von ihm
den Weg weisen lassen
zu Menschlichkeit
Gerechtigkeit und Frieden
achtsam hinschauen
und deutlich Stellung beziehen
wo Unrecht geschieht
Macht missbraucht und
Menschenwürde verletzt wird
verantwortlich handeln
und solidarisch leben
um Gottes wirksame Gegenwart
sein Da-Sein und Mitgehen
füreinander erfahrbar zu machen
© Hannelore Bares
Zeichen der Zeit
Wir lassen uns leicht ein X für ein U vormachen
Eigentlich wollte Solomon Asch nachweisen, dass wir nicht so leicht beeinflussbar sind. Dass wir nicht gleich der Masse nachlaufen. Der forschende Psychologe hatte sich getäuscht. Wir lassen uns nur allzu leicht ein X für ein U vormachen.
Was es dazu braucht, ist nicht so viel. Man braucht eine Gruppe von Leuten, die einer Meinung sind. Je attraktiver wir die anderen wahrnehmen und je höher deren gesellschaftlicher Status ist, desto eher geben wir nach. Wenn dann noch die öffentliche Meinung eine entsprechende Richtung vorgibt, fallen wir leicht um und passen uns an. Konformitätsdruck oder Gruppenzwang heißt dieses Phänomen.
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie nehmen freiwillig an einem Experiment teil. Man sagt ihnen, man wolle ihre visuelle Wahrnehmung testen. Als Sie den Untersuchungsraum betreten, sitzen da schon fünf Personen auf ihren Stühlen. Auf einer großen Tafel bekommen Sie zeitgleich drei senkrechte Linien unterschiedlicher Größe zu sehen, die von 1 bis 3 nummeriert sind. Eine daneben platzierte Tafel enthält nur eine Linie, die exakt genauso lang ist wie einer der drei präsentierten Linien. Sie sehen sofort: Antwort „2“ ist richtig. Doch sie müssen warten, bis die anderen ihre Antwort gegeben haben. Die sagen einmütig, die „3“ sei richtig. Als Sie an der Reihe sind, kneifen Sie die Augen zusammen, beugen sich weiter vor und schauen noch mal genau hin. Sie kommen buchstäblich ins Schwitzen. Wäre es nicht klüger einzulenken, damit man die anderen nicht denken, sie seien in dieser Runde der Besserwisser?
Das ist die Ausgangssituation des berühmten Experimentes, das Solomon Asch vor mehr als 70 Jahre durchführte. Der Pionier der Sozialpsychologe fand Folgendes: Wenn er Studierenden allein mit den beiden Linien-Tafeln konfrontierte, gaben 99 % die korrekte Antwort. Wenn er aber das eingangs skizzierte Szenario vorgab, knickte mehr als jeder Dritte (37 %) ein und gab die falsche Antwort, - nur um nicht alleine dazustehen.
Der Konformitätsdruck wirkt, weil wir uns allzu schnell beschämt fühlen. Wir machen uns zu viele Sorgen darüber, was andere Nachteiliges über uns denken könnten. Aber muss das so bleiben, nur weil es unsere menschliche Natur vorgibt und die Kultur ihren Senf dazu gibt? Was halten Sie von diesem Szenario der Inneren Freiheit?
Wenn alle ja sagen, sage Du nein. Wenn alle Bild lesen, lese Du Böll. Wenn alle im Netz surfen, gehe Du spazieren. Wenn alle Wasser trinken, trink‘ Du Wein. Wenn alle sparen, gebe Du aus. Wenn alle klagen, singe Du ein Loblied auf jemanden. Wenn alle nein sagen, sage Du ja.
Klaus Glas