Date:24. Aug 2008

Mit Haut und Haaren

Meditation

Foto: Detail of Michelangelo’s „The Last Judgement“ (Sistine Chapel), executed 1535-1541
 

Heute ist das Fest des heiligen Bartholomäus. Er war einer der zwölf Apostel, die Jesus in die Nachfolge rief. Wie alle anderen Apostel ist er in einer ersten Begeisterung mit Jesus gezogen, hat ihn aber in der Nacht der Passion im Stich gelassen. Durch die Begegnung mit dem Auferstandenen gelang ihm der Neuanfang im Leben: er ging in die Welt, um die Frohe Botschaft von Jesus weiterzusagen. Breit entfaltet wird dies in den Evangelien freilich nicht – sie nennen nur seinen Namen: Bartholomäus = Sohn des Tolmai. Vielleicht ist er aber mit Nathanael identisch, dem Jesus bescheinigte, „ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit“ zu sein (Joh 1,47). Bartholomäus – ein stiller, unscheinbarer Apostel. Kann er uns heute etwas sagen? Wer ihn in einer Kirche sucht, wird ihn leicht finden: oft trägt er als Attribut seine Haut auf dem Arm, die ihm der Legende nach beim Martyrium abgezogen wurde. Bartholomäus hat also die Nachfolge Jesu „mit Haut und Haaren“ gelebt und für Jesus sein Leben eingesetzt – ohne große Worte. Darin ist er uns ein Vorbild: auch wir sind berufen, Jesus nachzufolgen – mit „Haut und Haaren“. Die Menschen werden uns die Frohe Botschaft nur glauben, wenn sie spüren, dass wir sie mit ganzem Herzen leben. So ist der hl. Apostel Bartholomäus eine Anfrage, wie ernst uns die Nachfolge Jesu ist, ob wir also mit „Haut und Haaren“ als Christen leben.

Markus Lerchl

 

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