Date:05. Feb 2006

Match Point

Kunst · Theater · Literatur

Match Point Hauptdarsteller

 

Der Society-Thriller von Woody Allen kommt daher wie ein Film über „Liebe und andere Katastrophen“ – so in einer Beschreibung, die sich jeder Cine-Star-Besucher in Deutschland beim Besuch des Kinos greifen kann. Doch der Film bringt eine Botschaft rüber, die man mit „Anti-Spurensuche-Konzept“ bezeichnen könnte.

Im Auftakt fliegt ein Tennisball über den Platz. Springt auf das Netz. Hüpft in Zeitlupe nach oben – und zeigt damit den Augenblick, in dem es offen ist, ob der Ball es über das Netz schaffen oder wieder ins Feld zurückfallen wird. Die Botschaft:

So wie es absoluter Zufall ist, wie der Ball seinen Weg sucht, so sind das Leben und seine einzelnen Begebenheiten
Zufall, Schicksal, Fatum, unberechenbar.
Nur ein winziger Augenblick kann über Geschick und Missgeschick entscheiden.

Und diese Botschaft wird im Film durchexerziert:

Match Point 1:
Tennislehrer Chris (Jonathan Rhys-Meyers) steigt in die Londoner Gesellschaft auf und soll bzw. will Chloe, die Tochter in vornehmem Haus, heiraten. Glück gehabt!

Match Point 2:
Das wäre alles ganz nett, wenn da nicht die schöne Amerikanerin Nola (Scarlett Johansson) wäre, die den zukünftigen Schwager und Sohn des Hauses Tom heiraten soll. Chris und Nola beginnen ein erotisches Match, das dem Leben bald eine fatalistische und kriminelle Wendung beschert. Dank der Beziehung kommt Chris an einen super Job und heiratet Chloe, obwohl er in Leidenschaft zu Nola brennt.

Match Point 3:
Nola ehelicht überraschend nicht wie vorgesehen Tom, den Sohn des Hauses – und Chris will Chloe, die Tochter des Hauses wieder loswerden, ohne seinen lukrativen Job zu verlieren. Er inszeniert einen Überfall auf die Nachbarin von Chloe. Er lässt es so aussehen, als habe ein Junkie Geld gesucht und dann „zufällig“ auch Chloe erschossen, die ihn beim Weglaufen auf der Treppe erwischte.
Chris wirft die Beute in einen Fluss. Der Ring der ermordeten Nachbarin fliegt in Zeitlupe nicht in den Fluss, sondern landet auf der Uferstraße. Der Zuschauer ahnt: Jetzt sitzt Chris in der Falle, der Ring wird ihn verraten.

Match Point 4:
Die Polizei kommt Chris auf die Schliche. Dieses Mal scheint der Ball wieder zurück ins Feld zu fallen. Doch weit gefehlt: Man findet bei einem an einer Überdosis gestorbenen Junkie den Ring, den dieser offensichtlich an der Uferstraße gefunden hat. Christ ist aus dem Schneider. Unmoral und Kriminalität siegt. Nur hätte es auch ganz anders kommen können.

Und die Moral von der Geschicht’: Ob du die richtige Frau erwischst, ist reiner Zufall. Ob man dich erwischt bei einem Mord, hängt am Zufall. …  Hinter allem mag alles Mögliche stehen, nur eben nicht ein sinnvoller und zielgerichteter Plan. Schon gar nicht der eines Gottes, dessen Spuren wir suchen und finden können.

HB

 

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