Datum:08. Jun 2011
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Kultur der Mehrdeutigkeit

Kunst · Theater · Literatur

Bleistifte

Foto: Tomizak – Pixelio.de
 

Ich habe vor kurzem eine neue Vokabel kennengelernt: Ambiguität.
Vereinfacht ins Deutsche übertragen bedeutet das Wort: Mehrdeutigkeit.

Kennengelernt habe ich es in einem Radiobeitrag des Deutschlandfunks, als ein Buch Thomas Bauers besprochen wurde: „Die Kultur der Ambiguität. Eine andere Geschichte des Islam“.
Das Wort klingt interessant. Und im Kontext „Islam“ hat es mich aufhorchen lassen.

ugegeben, meine Kenntnis des Islam ist rudimentär. Das Studium liegt lange zurück. Das Bild in den Medien ist eher einseitig auf den Fundamentalismus ausgerichtet.
Und dann plötzlich: Ambiguität und Islam. Noch dazu „Kultur der Ambiguität“!

Soviel habe ich schon vom Buch gelesen und verstanden: in islamischer Tradition spielt die mündliche Überlieferung eine zentrale Rolle. In diese Tradition gehört die Koranrezitation. Der Lehrer sagt es seinen Schülern weiter und die lernen das Gehörte auswendig und geben es ihrerseits weiter.

Schon in frühester Zeit gab es legitim nebeneinander verschiedene „Lesarten“ des Koran – und bis ins 19. Jahrhundert hat das niemanden in der islamischen Welt aus der Ruhe gebracht. Mehrdeutigkeit, Vieldeutigkeit sprach nicht gegen eine göttliche Herkunft; wer kann schon Gott ganz verstehen?

Ich bin gespannt, das Buch bis ans Ende zu lesen und zu sehen, wohin es mich führt. Aus dem Umfeld des Musical „Wagnis und Liebe“, das den gefährlichen Weg Joseph Kentenichs beschreibt und in den 80ger Jahren komponiert wurde, habe ich die Formulierung im Ohr, dass Einheit nicht mit Uniformität zu verwechseln ist. Ob mich die „Kultur der Ambiguität“ auf die gleiche Spur setzt?
 

Stefan Keller 

 

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