Krankheit als Herausforderung



Kirchen-Geschichten

Spiegelungen - Foto: <!-- x-tinymce/html -->Engelbert Paulus

Foto: Engelbert Paulus

Immer wenn ich durch ein Fenster nach draußen fotografiere, habe ich Spiegelungen im Bild. Ins Bild drängen sich Lichter, Lampen, Wände, Vorhänge und der eine oder andere Gegenstand im Raum.

So ist es mit jedem Blick nach draußen, mit jedem Blick in die Welt. Immer projiziere ich, was an Bildern in mir ist nach draußen, oder entdecke in der Welt, was mir vertraut ist, was ich kenne, was ich mitbringe an Erfahrung, an Wissen, an Kenntnis.

Manch einer sagt: man sieht nur, was man weiß. Und doch frage ich mich dann, wie es dann noch zu neuem Wissen, neuer Erkenntnis, neuer Erfahrung, neuen, nie dagewesenen Bildern kommen kann, die ich erkenne, die ich abspeichere, die sich in mir bilden.

Um solche Bilder handelt es sich auch bei jeder Krankheit, bei jeder Erkrankung. Um sie zu identifizieren, zu diagnostizieren, mit ihr vertraut zu werden, anzunehmen, sie zu akzeptieren, ja sie zu lieben – nicht als einen Feind, der mich bedroht (das ist sie vielleicht auch), sondern als Freund, der mir Neues eröffnet, mich Neues sehen, entdecken lässt, mir den Wert des Lebens anders erschließt – um das alles zu können, braucht‘s einerseits alte Bilder von Verstehen und Vertrauen, andererseits aber auch neue Bilder der Hoffnung, Zuversicht, der Liebe und des Lebens. Diese zu entdecken und mir anzueignen trotz oder mit allen Spiegelungen des Alten im Neuen ist für mich die Herausforderung meiner Erkrankung. Gelingt es, dann habe ich Zeit und Zukunft gewonnen, wurden und werden sie mir geschenkt.

Engelbert Paulus

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