Date:22. Mai 2013

Trost, von wem?

Zeichen der Zeit

Hl. Geist-Symbol Jerusalem - Foto: Hubertus Brantzen

Abendmahlsaal der Franziskaner in Jerusalem
Foto: Hubertus Brantzen

Es wird mal wieder über den Klimawandel debattiert. Anlass diesmal: Eine britische Studie, die in diesen Tagen veröffentlicht wurde, geht davon aus, dass sich die Erderwärmung langsamer vollzieht als noch vor einigen Jahren prognostiziert. Wird also nun alles doch halb so schlimm? Können wir uns alle zurücklehnen? Auf keinen Fall, sagen die britischen Forscher. Grund zum Aufatmen gäbe es nicht. Die Verlangsamung der Erderwärmung sei auch kein Beweis dafür, dass der Klimawandel überhaupt nicht existiere. Auf eine entsprechende Frage zitiert die Online-Ausgabe der Badischen Zeitung vom 21. Mai den Forschungsleiter mit den Worten: „Nein, es gibt keinerlei Trost.“

Hat er es wirklich so gesagt? Es ist das Wort „Trost“, über das ich an dieser Stelle stolpere. Weil es ich es im Munde eines Naturwissenschaftlers,  der seine Forschungsergebnisse mitteilt und daraus Handlungsempfehlungen etwa für Politik entwickelt, so eigentümlich fehl am Platze finde. „Trost“ ist ein Beziehungswort aus dem zwischenmenschlichen Bereich.  „Trost“  ist zugleich ein Grundwort der Bibel. Aus unserer Gebets- und Gottesdienstsprache ist es nicht weg zu denken.  „Tröste, tröste mein Volk“, beauftragt Gott in Jesaja 40 den Propheten.

Jetzt in diesen Tagen rufen wir in den Pfingstliedern den Geist Gottes als unseren Tröster an. An diesen Gott des Trostes haben sich Menschen über Generationen hinweg gewandt. Und sie tun es genauso heute, hoffend und klagend, voller Zuversicht und ebenso voller Fragen und Zweifel, wenn die Gegenwart durch persönliche Schicksalsschläge oder katastrophale Ereignisse wie gerade wieder nach dem Tornado in Oklahoma verdunkelt ist und die Zukunft ungewiss ist.
Nein, die Naturwissenschaften mit ihren Ergebnissen sind kein Trost für mich. Aber genauso wenig lassen mich ihre Ergebnisse ungetröstet zurück.

„Komm, Heilger Geist, der Leben schafft … Komm, Tröster, der die Herzen lenkt“

Andreas Ruffing

 

 

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