Fördern durch Kunst

Kunst und Kultur

Antoniushaus Hochheim Malwerkstatt - Foto: privat

Foto: privat

Fördern durch Kunst – Jeder macht hier, was er gut kann

Vor dem Besuch im Hochheimer Antoniushaus war mir der Name Peter Josef Briefs noch nie begegnet. Das war mehr als eine Bildungslücke.
Wer heute über Leben mit Behinderung und Leben an der Seite von Behinderten nachdenkt, sollte diesen Mann kennenlernen. Ähnlich wirksam wie einst Kardinal Galens Protest gegen die Euthanasieaktion an Behinderten im 3. Reich, aber doch ganz anders war der Weg, den Prälat Briefs verfolgte. Ihm gelang es, alle Behinderten seiner Einrichtung vor der tödlichen Kosten-Nutzen-Rechnung der Nationalsozialisten zu retten. Auch die stärkste körperliche Einschränkung hindere nicht daran, eine Berufs- und Lebensleistung zu erbringen – so sein offizielles Credo. Und indem er das in die Tat umsetzte, bewahrte er die ihm Anvertrauten vor dem Tod. Kreativ suchte und fand er Tätigkeiten, in denen Behinderte durch ihre Arbeit Geld verdienen konnten. Papst Pius XII. ernannte den promovierten Theologen sechs Jahre vor seinem Tod 1960 zum Prälaten. Die Anerkennung eines Priesters, der den Mut hatte, sich gegen den Zeitgeist zu stellen.

Noch heute spürt man die Hingabe, die Bereitschaft zum uneingeschränkten Dienst an den behinderten Kindern und Jugendlichen in dieser Einrichtung. Und diese äußert sich nicht in verbrämendem Neusprech, das alle Behinderung zu einer bloßen Beeinträchtigung machen möchte. Sondern in Wahrhaftigkeit, einem zutiefst menschlichen Umgang und glaubwürdiger Wertschätzung. Und schaut man sich an, was die Malgruppen der Schule für Körperbehinderte mit ihrem Leiter Andreas Spiegelhalter auf’s Papier bringen, dann versteht man, was Schulleiter Ralf Stephan vorlebt: Hier macht jeder das, was er gut kann.

Anne-Madeleine Plum

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