Date:04. Feb 2015

Fasten und Genießen

Kunst und Kultur

Foto: Anne-Madeleine Plum

Genießen kann man viele Dinge. Schöne Musik, gutes Essen,  erlesenen Wein, ein kühles Bier.
Dass sich Christentum und Genuss nicht widersprechen müssen, hat schon Teresa von Avila wunderbar formuliert: Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn. Wenn Fasten, dann Fasten. Alles zu seiner Zeit. Genießen kann man natürlich auch Bücher. Über ihren schier unersättlichen Genuss von Büchern schreibt Mascha Kaléko in ihrem Gedicht „Ansprache eines Bücherwurms“:

 „Der Kakerlak nährt sich vom Mist,
Die Motte frißt gern Tücher,
Ja selbst der Wurm ist, was er ißt.
Und ich, ich fresse Bücher.

 Ob Prosa oder Poesie,
Ob Mord – ob Heldentaten –
Ich schmause und genieße sie
Wie einen Gänsebraten.“

Teresa von Avila hätte dieses Gedicht und seine abschließende Aufforderung zum maßvollen Genuss sicher gefallen: „Drum lest mit Maß, doch lest genug, Dann wird’s euch wohl ergehen.“

Anne-Madeleine Plum

 

Lit.: Mascha Kaléko, Mein Lied geht weiter. Hundert Gedichte. (dtv)

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