Erzbischof Dr. Ignazio Sanna, Rom


Lateranbasilika –
Foto: Hubertus Brantzen 

Eine Synode der italienischen Kirche?

Zurzeit wird in Italien unter den Bischöfen intensiv über den Vorschlag diskutiert, eine Synode für die  italienische Kirche abzuhalten. Papst Franziskus sagte bei der Kirchentagung 2015 in Florenz:

„Selbst wenn mir nicht zusteht zu sagen, wie dieser Traum verwirklicht werden soll, erlauben Sie mir nur, Ihnen einen  Hinweis für die nächsten Jahre zu geben: Versuchen Sie, in  jeder Gemeinschaft, in jeder Pfarrei und Einrichtung, in jeder Diözese und in jedem Kirchenbezirk, in jeder Region, auf synodaler Weise eine Vertiefung von Evangelii Gaudium einzuleiten, um daraus praktische Kriterien zu ziehen und ihre Bestimmungen auszuführen, vor allem über die drei/vier Prioritäten, die Sie auf dieser Tagung herausgefunden haben.“

Am Vorabend der Tagung hatte Mons. Galantino, ehemaliger Sekretär der Italienischen Bischofskonferenz, geschrieben: „Es wäre gut, wenn die italienische Kirche eine Synode auf Landesebene erleben könnte. Dabei geht es nicht darum, eine „celebrazione“, eine Feier abzuhalten, sondern eine Methode zu erlernen.“

Die Reaktionen sind vielfältig:

P. Antonio Spadaro, Direktor der La Civiltà Cattolica, hat den Vorschlag von Papst Franziskus angenommen und die Frage gestellt: „Ist endlich die Zeit reif für eine Synode der italienischen Kirche?“

Herr Andrea Monda, Direktor vom Osservatore Romano, veröffentlicht ein Interview mit dem Bischof von Rieti, Mons. Domenico Pompili, der lange Zeit bei der Italienischen Bischofskonferenz als Untersekretär Dienst geleistet hat, mit dem Titel: „Ein synodaler Stil für Italien“. Er unterstützt die Einladung von Papst Franziskus, um „einen immer mehr wachsenden synodalen Stil zu konsolidieren, damit Hirten und Volk die Änderung deuten können, statt sie zu erleiden“.

Schließlich hat sich P. Bartolomeo Sorge, ehemaliger Direktor der La Civiltà Cattolica eingeschaltet: „Die Kirchentagung ist kein richtiges Instrument, die italienische Kirche zu ermutigen, den gewünschten Sprung der Konzilserneuerung zu wagen. Das Problem liegt darin, wie man oft die großen Herausforderungen von heute zu lösen versucht, und sie nicht als Chancen, sondern als Hindernisse der Evangelisierung betrachtet.“ Es wäre deshalb „völlig ungenügend, an die VI. Kirchentagung von 2025 zu denken, mit der Hoffnung, dass sie die italienische Kirche dazu bewegen könnte, den notwendigen Erneuerungsweg einzuschlagen. Warum nicht eher an eine Synode denken, die die Ausgießung des Heiligen Geistes immer mit einschließt, und diese anstelle der nächsten VI. Kirchentagung einberufen?“

 

Erzbischof Dr. Ignazio Sanna, Rom
Präsident der Päpstlichen Akademie für Theologie

siehe Veröffentlichung: basis-online.net

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