Date:03. Jul 2005

Der römische Brunnen

Gebet

römischer Brunnen auf dem Petersplatz in Rom

 

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich

Und strömt und ruht. 

Conrad Ferdinand Meyer

Wenn das Wasser eines römischen Brunnens
in einem Strahl aufsteigt
und sich in die Schalen ergießt,
dann geht es mir wie Conrad Ferdinand Meyer:
Ich sehe eine faszinierende Ordnung
von Geben und Nehmen,
von Strömen und Ruhen.

Doch ist das Wasser nicht immer so gebändigt.
Nach heißen Tagen gibt es Gewitter.
Das Wasser fließt ebenfalls über,
doch ohne jenes Gleichgewicht
von Strömen und Ruhen.
Es fließt über,
über die Straßen,
in die Keller,
wirft um und zerstört.

0 Gott,
wenn in meinem Leben doch immer
die Kräfte und Energien
wie in dem römischen Brunnen
fließen würden
und das rechte Maß besäßen!
Wenn in meinem Leben doch immer
das Geben und Nehmen
in ein Gleichgewicht kämen,
so dass in mir das Lebensgefühl entstünde:
Ja, so ist es in Ordnung!

Gott,
sei mein Brunnen,
der meine Kräfte lenkt und ordnet.
Sei meine Energie,
die das Wasser meines Lebens
aus der Tiefe nach oben bringt,
damit es überfließen und sich verschenken kann.

Und wenn doch Unordnung
in mir und um mich entsteht,
dann schenke mir die Gewissheit,
dass ich mit deiner Hilfe
alles wieder
ins rechte Maß zu bringen vermag.

HB

 

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