
Wichtig ist es, Erfahrungen mit der Spurensuche zu machen, einfach anzufangen.
Hier einige Möglichkeiten, mit einer Gruppe von etwa acht Jugendlichen den Weg der Spurensuche zu gehen. In diesen Anregungen geht es meist darum, die ersten beiden Schritte zu erleichtern: „Erinnern“ und „Erzählen“.

Es vereinfacht den Weg der Spurensuche sehr, wenn alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Flyer mit den vier Schritten in Händen hat.
Eine Gruppenleiterin bzw. ein Gruppenleiter (Moderatorin / Moderator) hat die Aufgabe, zum Einführungsgebet einzuladen und dann die vier Schritte nacheinander anzuleiten.
Wenn die Gruppe mit der Spurensuche noch nicht so vertraut ist, kann es für die Teilnehmer/innen hilfreich sein, dass die Gruppenleiterin / der Gruppenleiter selbst damit beginnt, eine eigene Erfahrung aus den vergangenen Tagen zu erzählen.
Dabei spüren die anderen, dass sie sich keine außergewöhnlichen Begebenheiten ausdenken müssen, sondern die ganz einfachen und gewöhnlichen Ereignisse des Lebens gefragt sind.

Oft ist es für Jugendliche einfacher, ihre Erfahrungen in einem Wort oder in kurzen Sätzen aufzuschreiben. So kann man Blätter austeilen, auf denen z.B. eine Fußspur, ein Handy („SMS von Gott“), ein Stern („Welcher Stern ging mir auf?“) oder anderes zu sehen sind.

Begriffsreihen können den Jugendlichen helfen, für den ersten Schritt der Spurensuche ihre Gedanken und Erfahrungen zu ordnen. Auf Kärtchen werden z.B. folgende oder andere Begriffe aufgeschrieben:
Offenheit, Vertrauen, Geheimnis, Harmonie, Weg, Macht, Hoffnung, Segen, Familie, Freundschaft, Tür, Herz, Verstand, Dunkelheit, Finsternis, Botschaft, Lob, Paradies, Glaube, Mut, Kreuz, Sehnsucht, Geborgenheit, Zärtlichkeit, Sympathie, Auferstehung, Leben, Tod, Gewissen, Erlösung, Glück, Nähe, Distanz, Bund, Wärme, Beziehung ...
Die Jugendlichen können jeweils ein Kärtchen ziehen und überlegen, was sie zu dem Begriff erlebt haben. Das Kärtchen kann auch getauscht werden.
In dem ersten Schritt der Spurensuche können verschiedene Lebensbereiche angesprochen werden, in denen die Jugendlichen leben:

Die Bereiche können auf großen Kärtchen oder auf Plakaten aufgeschrieben werden. Ein Bereich kann für alle ausgewählt werden.
Oder mehrere Bereiche werden vorgestellt, und die Jugendlichen können auswählen, wozu sie eine Erfahrung erzählen möchten.

Zu einem Lebensbereich oder verschiedenen Lebensbereichen (siehe Methode 3) können Bilder oder Fotos in die Mitte gelegt werden.
Die Teilnehmer/innen wählen ein Bild für sich aus, das ihnen hilft, sich an ihre Erlebnisse zu erinnern und diese Erlebnisse den anderen zu erzählen.
Möchte die Gruppe zu einem festgelegten Thema auf Spurensuche gehen, dann kann die Gruppenleiterin bzw. der Gruppenleiter ein Bild zu diesem Thema aussuchen und es in die Mitte legen.
Die Teilnehmer/innen können ihre Gedanken zu dem Bild äußern und eine Erfahrung zum Inhalt des Bildes erzählen.
Um die Phantasie und die Erinnerung der Teilnehmer/innen anzuregen, kann eine Sammlung beliebiger Bilder zusammengestellt werden.
Aus den vielen Bildern kann jede und jeder sich ein Bild auswählen, das an eine Erfahrung der vergangenen Tage erinnert. Das Bild kann auch helfen, von dem Erlebnis den anderen zu berichten.
Die Teilnehmer/innen werden eingeladen, sich beim ersten Schritt des „Erinnerns“ nicht nur eine Erfahrung vorzustellen, sondern diese auch in einem Bild darzustellen.
Durch dieses Malen wird die Erfahrung noch einmal lebendig und kann eindrücklicher an die anderen Teilnehmer/innen im zweiten Schritt des „Erzählens“ weitergegeben werden.
In der Mitte werden verschiedenfarbige Tücher oder bunte Farbstreifen (Tonpapier) bereitgelegt. Mit Hilfe der verschiedenen Farben können die Teilnehmer/innen Stimmungen und Emotionen, die ihre Erfahrungen begleiteten, darstellen.
Etwa zu der Frage „Wo ist Jesus achtsam auf das, was Menschen brauchen?“ können biblische Texte ausgedruckt werden, oder die Jugendlichen suchen in Bibel den entsprechenden Text aus.
Zu dieser Frage etwa:

Nun überlegen wir:
Auf was achtet Jesus bei diesen Menschen? Wo habe ich etwas Ähnliches erlebt?
In einer Gruppe bis ca. 8 Personen kann es gut gelingen, mit allen Teilnehmer/innen gemeinsam die Erlebnisse im zweiten Schritt der Spurensuche auszutauschen.
Bei mehr als 8 Teilnehmer/innen kann es hilfreich sein, andere Formen zu wählen. So können z.B. Erfahrungen auf Zettel geschrieben und dann einige der Zettel vorgelesen werden.

Es gibt Themen und Erlebnisse, die man besser in der Intimität eines Gespräches zu Zweit bespricht.
Wie die beiden Jünger, die am Ostertag nach Emmaus unterwegs waren, kann der zweite Schritt der Spurensuche auch als Gespräch zu Zweit stattfinden. Die beiden Gesprächspartner entscheiden am Ende ihres Gespräch, was sie der Gesamtgruppe mitteilen möchten.
Bei einer größeren Anzahl von Teilnehmer/innen ist es oft hilfreich, den Schritt des Erzählens in kleinen Gruppen zu gehen. Am Ende des Gruppengesprächs kann festgelegt werden, welche Erfahrungen besonders eindringlich waren und darum in das Plenum eingebracht werden sollten.
Auf diese Weise ist eine größere Zahl von Teilnehmer/innen möglich.
Wenn eine der Erfahrungen besonders die Teilnehmer/innen beeindruckt hat, kann die Erfahrung in einem szenischen Anspiel dargestellt werden.
Wenn in Kleingruppen die Erfahrungen ausgetauscht wurden, können die Gruppen eine ihrer erzählten Erfahrungen im Plenum szenisch darstellen und dann kommentieren.

Damit der dritte Schritt der Spurensuche leichter beginnt, können die Fragen auf Kärtchen oder kleine Plakate geschrieben werden:
Die Kärtchen / Plakate können nacheinander in die Mitte der Gruppe gelegt und besprochen werden.
Etwa mit dem Impuls „Welche Fragen kommen mir, wenn ich die Erlebnisse der anderen höre?“ können die Teilnehmer/innen veranlasst werden, ihre eigenen Ideen und Vorstellungen zu formulieren.
Die gestellten Fragen können auf Kärtchen oder auf ein Plakat geschrieben werden und nacheinander mit der Gruppe besprochen werden.
Um den vierten Schritt der Spurensuche zu beginnen, werden Kärtchen ausgelegt, auf die die Teilnehmer/innen einen Dank, eine Bitte, eine Frage an Gott aufschreiben können. Jede und jeder zeigt sein Kärtchen, liest vor und erklärt was sie / er meint.
Verschiedenfarbige Kärtchen bezeichnen verschiedene Arten von Antworten an Gott, z.B.:


Schwierigen Erfahrungen stehen wir machtlos und fragend gegenüber, etwa dem Tod eines Menschen, einem Unfall, einer Naturkatastrophe.
Wir können einen Krug in die Mitte stellen, unsere Fragen und Klagen aufschreiben und in den Krug werfen. Damit tragen wir Gott in einem Ritual unsere Not vor. Wir bitten ihn, wie bei der Hochzeit zu Kana aus dem „Wasser“ unseres Lebens „Wein“ zu machen.