Datum:10. Nov 2010
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Volkstrauertag

Zeichen der Zeit

neuer Glockenturm

Foto: Maria-Theresia Gresch

Ein menschlicher Tag des Gedenkens

1919 wurde der Volkstrauertag als Gedenktag für die gefallenen Soldaten des 1. Weltkriegs vorgeschlagen.
Vom Dritten Reich zum Heldengedenktag umgewidmet, wurde er nach dem Ende des Krieges genutzt zur einheitlichen Erinnerung an das Leid des Krieges.
Seit 1952 wurde er in Abstimmung mit den Kirchen auf das Ende des Kirchenjahres verlegt, wo theologische Themen wie Tod, Zeit und Ewigkeit eher eine Rolle spielen.
Politisch werden die Reden zum Tag dazu genutzt Versöhnung, Verständigung und Frieden anzumahnen.

Zeitzeichen 1

92 Jahre nach dem Ende des ersten Weltkrieges zahlt Deutschland die letzte Rate seiner Kriegsschulden…
Vereinbarungen von 1953 sahen vor, dass diese Zinszahlungen erst im Falle einer Wiedervereinigung Deutschlands fällig werden sollen…
Wegen dieser Regelung und dem Stichtag 3. Oktober 2010 hat Deutschland dann am Sonntag seine finanzielle Kriegsschuld 92 Jahre nach dem Vertragsabschluß von Versailles endgültig beglichen.(Quelle: Die Zeit online)

Zeitzeichen 2

30.Aug. 2010 Einweihung des neuen Glockenturmes der St. Nikolauskirche in Mombach
Die Vorgängerkirche war beim Bombenangriff 1942 ausgebrannt. Die Kirche 1955/56 wurde neu gebaut , allerdings ohne Turm. Seitdem standen die drei zurückgekehrten Glocken vor der Kirche. Über die ganzen Jahre hinweg gesammelte Spenden ermöglichten jetzt einen neuen Turm mit Geläut.

Zeitzeichen 3

3.Sept. 2010 Einweihung der neuen Mainzer Synagoge unter großer Beteiligung der Mainzer Bevölkerung. Das Fernsehen überträgt live. Hochrangige Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft machen die Bedeutung dieses Wiederaufbaues deutlich.
Die Vorgänger Synagoge war im November 1938 niedergebrannt worden.

Das Ende der Reparationszahlungen, die Einweihung des Glockenturmes und der Synagoge in ganz engem zeitlichen Abstand zueinander rütteln an mir …
Sie rufen Ereignisse in Erinnerung, von denen ich nur aus Erzählungen weiß.
Sie machen mich nachdenklich, weil sie beweisen wie „nachhhaltig“ manches Handeln sein kann. Sie fordern mich heraus, aufmerksam zu sein und zu bleiben.
Und sie machen mich froh, weil sie ein Zeichen für Frieden und Versöhnung sind.
Sie lassen hoffen, dass auch die seelischen Verwundungen wenn nicht geheilt, doch vernarbt sind.
Gibt es ein passenderes Gedenken an all die Opfer der Kriege.

Maria-Theresia Gresch