Zurzeit wird unsere Website neu gestaltet. Wir bitten darum um Geduld.
Dennoch möchten wir einige Texte zur Verfügung stellen.
Wie gewohnt werden Texte eingestellt zu den Kategorien:
- Meditation und Gebet
- Bildimpuls
- Zeichen der Zeit
- Moment mal – was ich gerade erlebt habe
Auf Bilder müssen wir leider verzichten.
Aktualisiert am 14. Januar 2026
Meditation - Gebet
Sehnsucht
Ich mache dich zum Licht der Nationen;
damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.
Jesaja 49,6b
Ach, DU, mein Gott,
das ist meine tiefste Sehnsucht:
dass DEIN LICHT hineinstrahlt in das Dunkel unserer Zeit
dass DEIN LICHT hineinstrahlt in das Unheil unserer Welt
dass DEIN LICHT hineinstrahlt in die Finsternis unserer Herzen
Ach, DU, mein Gott,
das ist meine tiefste Sehnsucht:
dass DEIN HEIL alle Menschen erreicht
dass DEIN HEIL alle Herzen erfüllt
dass DEIN HEIL bis an das Ende der Erde reicht
Ach, DU, mein Gott, die Menschheit braucht DICH
Ach, DU, mein Gott, die Erde braucht DICH
DICH
DU UNSER LICHT UND HEIL
Ulrike Groß, Januar 2026
Impuls - 2. Sonntag im Jahreskreis Lesjahr A
Ich mache dich zum Licht der Nationen; damit
mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.
Jes 49,6b
nicht einigen Auserwählten sondern
ausnahmslos allen Menschen
ist Gottes Heil zugesagt
bis ans Ende der Erde soll
sein Heil reichen und wir alle
sind berufen und gesendet von ihm
uns allem Dunkel der Welt zum Trotz
sein Anliegen zu eigen zu machen und
seine Heilsbotschaft weiterzutragen
immer wieder neu stärkt
dieser Gott des Lebens uns
mit seiner göttlichen Geistkraft
damit wir empfänglich und
durchlässig werden für
sein Heil bringendes Licht
es hineintragen in die Welt und
so zu Zeugen seiner
wirkmächtigen Gegenwart werden
© Hannelore Bares
Moment mal
Vom Mut der Knospen
Im Winter suche ich hin und wieder die kleine Parkinsel auf dem Gelände der Uniklinik auf, ganz in der Nähe meiner Wohnung. Hier ist die Chance groß, mehr Sonne zu finden als in den Straßen meines Wohnviertels, eingerahmt von mehrstöckigen Häusern und hohen Bäumen.
Auch heute erwartet mich in der Mittagspause das Licht an diesem Fleck Erde. Kein Wunder, dass ich nicht die Einzige bin. Eine Frau telefoniert auf einer Bank – vielleicht eine Ärztin in einer kurzen Pause, vielleicht eine Besucherin. Eine Mutter schiebt ihre kleine Tochter im Kinderwagen über die Wege. Sie erzählt mir, dass ihr Kind schon länger in der Kinderklinik sein muss. Gemeinsam entdecken sie einen Marienkäfer. Das kleine Mädchen lässt ihn fröhlich über ihre Finger krabbeln. Die Infusion in ihrer Nase scheint in diesem Moment nebensächlich angesichts der Freude über das Lebendige.
Weiter hinten läuft ein Vater mit seinen drei Söhnen und der kleinen Tochter Runden um den Springbrunnen. Das Mädchen weint. Vielleicht wartet sie darauf, endlich ihre Mama in der Klinik besuchen zu können. Sobald die Brüder den Wagen weiterschieben, verstummt das Weinen. Wie tröstlich Bewegung sein kann.
Mein Blick sucht den breiten Magnolienbaum in der Mitte der Anlage. Mit dem Gedanken, ein Foto zu machen, trete ich näher. Wie in jedem Jahr leuchten an den Enden der Zweige dicke, silberne Knospen. Welch ein Wunder – schon zu Beginn des Winters. Meine Finger möchten sie berühren, als wären sie etwas Menschlich-Lebendiges.
Wie mutig diese Knospen sind, denke ich. Eigentlich erstaunlich. Kaum sind die Blätter gefallen, zeigen sich bereits die neuen Triebe. Die große Kälte wird doch erst noch kommen. Weiß der Baum denn nicht, was ihm bevorsteht? Wäre es nicht sicherer, zu warten – sich erst nach dem Winter zu zeigen?
Mein Pessimismus wird durchkreuzt von der Erinnerung an die Frühlinge der letzten Jahre. Und immer habe ich diesen Baum in voller Blüte bewundert. Jahr für Jahr hat die Natur ihren Lauf genommen. Die Knospen sind nie erfroren. Es muss also richtig sein, so wie es ist.
Ob darin ein Sinn liegt?
Meine Gedanken wenden sich mir selbst zu. Ist dieses Bild nicht auch eine Wahrheit über uns Menschen? Wie eingebaut tragen wir einen Bauplan für Neubeginn in uns. Und doch verlieren wir gerade dann, wenn wir etwas loslassen mussten, leicht die Hoffnung. Wir glauben, dass nichts Neues mehr kommen wird.
Was, wenn sich auch in uns die Knospen des Neuen zeigen, noch bevor eine kalte Zeit beginnt? Knospen einer Idee, einer Entscheidung, eines anderen Weges?
Vielleicht geben gerade sie die Kraft, schwere Zeiten zu überstehen. Noch zart, kaum wahrnehmbar – und doch da. Welche Knospenschätze kann ich in mir entdecken? Ich könnte ihnen einen Namen geben, ihnen Aufmerksamkeit schenken. Vielleicht wollen sie wachsen, Raum einnehmen, mein Leben neu erblühen lassen.
Wenn ich benenne, was ich in mir wahrnehme, könnte es mir helfen, Zeiten zu überstehen, in denen ich krank bin oder etwas verliere, an dem mein Herz hängt.
Gedankenverloren laufe ich wieder nach Hause. Auf der Küchenfensterbank betrachte ich meine Erdbeerpflanze. Die braunen Blätter wollte ich vor Weihnachten noch entfernen. Doch nun sehe ich deutlicher: Auch hier schieben sich bereits neue, grüne Blätter hervor.
Meine neue, tiefe Erkenntnis fühlt sich gut an.
Ich muss lächeln. Welch eine stille Zuversicht.
Rita Krötz
Zeichen der Zeit
Was Neues bringt das neue Jahr?!
Im Januar liegt das neue Jahr noch beinahe wie ein unbeschriebenes Blatt vor uns. Zwar haben viele unter uns schon eine Reihe von Terminen in den Kalender eingetragen. Aber weitaus die meisten Tage sind noch frei und weiß.
Wegen der Unberechenbarkeit und Offenheit der Entwicklungen sind Wünsche und Hoffnungen naheliegend. So wünschen wir uns meistens schon ab Mitte Dezember mit den Weihnachtsgrüßen ein „frohes, gutes, schönes, erfolgreiches, gesundes, viel-versprechendes, überraschungreiches … neues Jahr“. Wenn wir wüssten, wie das neue Jahr verlaufen wird, hätte das sicher Auswirkungen auf unsere Gemütslage.
Gründe für eine skeptische Voreinstellung gibt es ja genug: die eigenen Grenzen, die Gesundheit, Sorgen um die (Groß-) Familie, berufliche Unzufriedenheit, politische, wirtschaftliche und ökologische Bedrohungen. Letztere betreffen uns alle, werden uns durch die mediale Omnipräsenz von irgendwo auf dem Globus immer serviert und sind daher ständig Gesprächsthema. In einer Welt, in der Lügen, unsägliches Leid, Gewaltexzesse und Tod den Blick verdunkeln, bleibt uns (nur) die Hoffnung einer unser toxisches System übersteigenden bzw. aufbrechenden Perspektive.
„Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt .. er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.. allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden!“ (Joh 1, 9 ff.). Der, den wir Gott nennen, macht den Neuanfang mit diesem „Christ“kind. Seitdem berechnen wir nach ihm die neue Zeit.
Die Lösung der Zeitenwende war völlig unerwartet, innovativ, herzen- und weltbewegend: Lösung im Sinne von „Erlösung“! Was im Hier und Heute nur im Fragment bisweilen gut wird, oft aber auch nicht, wird am Ende zum „Alles gut!“.
Das Neue ist insofern neu, als es jenseits eigener Vorstellungen liegt. Diese können sich immer nur aus dem speisen, was schon bekannt ist. „Gott spricht: Siehe ich mache alles neu!“ (Offb 21, 5). Er wird die Naturgesetze nicht ändern, aber Menschen schon, jeden Tag irgendwo!
Wir dürfen dem Charisma des Anfangs Glauben schenken. Dann beginnt Gott auch in uns und durch uns Neues. Er lässt uns Menschen nicht allein im Chaos. Die o.g. Neujahrswünsche müssen dann ergänzt werden um den entscheidenden Zusatz: „Wünsche ein gottgesegnetes neues Jahr!“
Michael Schlüter