Datum:06. Jun 2012

Gottes sind Wogen und Wind

Hingeschaut

Zeichnung Schiff mit Versen - Foto: Oskar Müller

Foto: Oskar Müller

An der Wand einer kleinen Kapelle auf Hiddensee bei Rügen ist dieser Vers zu sehen.
Die Menschen sind seit Generationen geprägt vom Leben mit dem Meer.
Es überrascht nicht, dass sie ihre Gotteserfahrung mit dem Meer in Verbindung bringen.  
Wogen und Wind werden Gott zugeordnet.

Mir fällt auf, dass da nicht „Wellen“ steht, sondern „Wogen“.
Gemeint ist wohl die Erfahrung der Gewalt die in den Wogen steckt,
die in einer Nacht ganze Teile der Insel ins Meer spülen kann.
„Aber Segel und Steuer sind euer“. Das liest sich wie eine Aufforderung, das Leben in die Hand zu nehmen.

Wir Menschen können mit dem „Segel“ die Kraft des Windes nutzen.
Zusätzlich braucht es das „Steuer“, damit das Leben eine Richtung bekommt.

Das Ziel der Reise wird im Symbol des „Hafen“ ausgedrückt.
Der Reim „… Hafen gewinnt“ stellt die Verbindung her zu „… Wogen und Wind“.
Der Mensch steht dazwischen mit der Aufforderung seine Fähigkeiten zu nutzen, um letztlich den Hafen zu gewinnen.

Es sind so wenige, einfache Worte – und doch so tief.
Wie wunderbar!

 

Oskar Müller