Datum:01. Jul 2009
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Kunst · Theater · Literatur

Goethes Gartenhaus

Foto: Klaus Glas

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grub’s mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich’s
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

Johann Wolfgang von Goethe

Der 64-jährige Goethe sandte dieses Gedicht seiner Frau Christiane. Er schrieb ihr recht selten, was die Bedeutung diese Liebesgedichtes zur Silberhochzeit noch unterstreicht. Christiane stammte aus einfachen Verhältnissen. Sie arbeitete in einer Fabrik, in der künstliche Blumen hergestellt wurden.

 

KG