Datum:15. Jan 2006
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Ein Platz für …

Gebet

TeilnehmerInnen an einen Wettbewerb

Einige Gießener TeilnehmerInnen am Wettbewerb „Vier Beine für ein Halleluja“ positionieren sich nach der Andacht um und auf einem der zu gestaltenden Stühle: Ob sie wohl Erfolg beim Wettbewerb haben werden? Schön wär’s …!

„Vier Beine für ein Halleluja –
Menschen mit Behinderung gestalten ihren Platz in der Gemeinde“,
so das Motto eines Wettbewerbs für Behinderte
der Behindertenseelsorgen in der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau
und den Diözesen Mainz und Limburg:
Stühle sollen phantasievoll gestaltet werden,
Symbol für den Platz in der Gemeinde:
ein guter Platz,
ein Platz, den Du, Gott, jedem Menschen zugedacht hast.
Ein Platz … –
so auch das Motto einer Abendandacht,
die ich gerade gemeinsam mit Behinderten gefeiert habe:
Kenne ich meinen Platz
in der Gemeinde,
in der Gesellschaft;
sehe ich, wie wichtig, wertvoll ich bin
unersetzbar, einmalig?
Für andere Menschen, für Dich – Gott?
Mein Platz ist ein anderer
als der Platz
meines Nachbarn/meiner Nachbarin.
Doch wir beide sind wichtig.
Die behinderten Menschen
bewiesen mir heute aufs Neue,
wie sehr mich ihre Freude, ihre Hilfsbereitschaft
und Herzlichkeit stärkt.
Wir ergänzen uns.

Vier Beine für ein Halleluja:
Lasse ich auch den Menschen neben mir
sein Halleluja singen
mit mir gemeinsam,
und kann ich mich erfreuen
an der Vielstimmigkeit
unseres (Lebens-)Gesangs?

Gott,
hilf mir und anderen,
unseren je eigenen Platz zu finden,
uns auch gegenseitig behilflich zu sein,
diesen Platz einzunehmen
und zu gestalten,
auf dass wir miteinander
in all unserer Vielfalt
zum Chor werden,
der Dich von ganzem Herzen preisen kann.

Kerstin Schroth