Datum:01. Jan 2005
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Die Sehnsucht nach Geborgenheit

Gebet

 

Gott, du Herr des Lebens und der Geschichte, du Herr auch des Jahres, das neu aus dem Schoß deiner Liebe geboren wird. Wie gerne sähe ich dieses neue Jahr geborgen in deinen Händen, wie eine liebende Mutter und ein liebender Vater das Leben, das aus ihnen entstand, fürsorglich in Händen halten. Wie gerne sähe ich dem neuen Jahr erwartungsvoll ins Angesicht, wie ein kleines Kind ungebrochen seinen Blick in die Welt richtet. Wie gerne richtete ich meinen Finger auf, um auf die schönen Dinge des Lebens zu deuten. Ich möchte mir diese Vision vom neuen Jahr erlauben, auch wenn ich – anderes als das vom Leben noch unverdorbene Kind – genau weiß, was in der Welt vor sich geht. Ich weiß genau, dass sich die Menschen, trotz der innigen Hoffnung von Milliarden Erdbewohnern, einander wieder Schlimmes antun werden. Ich weiß genau, dass Naturgewalten, trotz der fast perfekten Einrichtung der Menschen in dieser Welt, wieder Leben vernichten werden. Und dennoch: Ich möchte mit neuer Hoffnung in dieses Jahr hinein gehen. Erneuere du meine Hoffnung, damit sie nicht aus purem Zweckoptimismus besteht. Und vor allem: Schenke mir den Blick für das Schöne und die Freude, damit das, was mich und alle Menschen bedrängt, nicht dieses neue Jahr verdirbt.

HB