Datum:01. Jan 2011
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Die große Flut – unter den Augen Gottes

Zeichen der Zeit

Fernsehbild Hilfe nach der großen Flut in Südasien

 

Täglich zeigt ein Zahlenbarometer die aktuellen Zahlen der geborgenen Leichen. Es  weist damit aus, welches unerhörte Ausmaß an Verwüstung und Leid die Überschwemmungskatastrophe in Südasien angerichtet hat. Fast kommt es einem so vor, als wetteiferten die Fernsehsender darin, wer am schnellsten gesicherte, nächst höhere Zahlen anbieten kann. Gestern bot ein französischer Sender zuerst die Zahl 120.000 an. Heute ist mit einer höheren Zahl ein anderer Sender schneller.

Alle betonen, wie groß das menschliche Leid und die menschlichen Tragödien sind, die sich hier abspielen. In Reportagen werden Einzelschicksale vorgeführt: Ein Kind sucht verzweifelt nach seinen Eltern. Ein Vater sagt, er werde die Region nicht verlassen, bis er seine Kinder gefunden habe, tot oder lebendig. Eine einheimische Familie verbrennt auf einem Holzstoß ihr tote Tochter.

Bewundernswert ist die Hilfsbereitschaft, die bei den Menschen und Staaten der Weltgemeinschaft geweckt werden. Hilfegüter und Helfertrupps rücken aus der ganzen Welt an. Touristen, die selbst alles verloren haben, werden freiwillig zu Helfern, aus Dankbarkeit, dass sie überleben durften.

Und dann regt sich doch politischer und wirtschaftlicher Eigensinn. Die USA eröffnen ein eigenes Hilfsprogramm, neben und demonstrativ gegen die UNO-Hilfsorganisationen: Wir sind die Größten und Besseren – und sie verschweigen, dass die Millionen, die sie an finanzieller Hilfe bereitstellen, im Irakkrieg innerhalb von vier Stunden verbraucht wären. Und Wirtschaftsunternehmen planen den Wiederaufbau – so wird die Katastrophe zur Chance, Gewinn zu machen.

Die verzweifelten Gesichter vor Augen entstehen im eigenen Inneren eine große Ratlosigkeit und Trauer.

Und das alles unter den Augen Gottes!!
Wie geht da „Spurensuche“?
Wo soll der Wille und die Liebe Gottes zu finden sein?

Hier einige Gedanken, die nur versuchen können zu ahnen, was diese Katastrophe bedeuten könnte.

Durch diese Katastrophe rückt die Weltgemeinschaft in neuer Weise zusammen. Da spielen Länder, Sprachen, Nationen, Religionen, Ideologien plötzlich keine Rolle oder hindern nicht, nach besten Möglichkeiten sich einzusetzen.
Warum brauchen die Menschen solche Ereignisse, um auf Wesentliches schauen und Grenzen überwinden zu können?

Man  kommt nicht umhin, sich an die Sintflut erinnert zu fühlen. Ein Mann sagt in die Kamera: „Ich dachte, das ist das letzte Gericht!“
Der biblische Text beschreibt in unerbittlicher Härte: „Die Erde war vor den Augen Gottes verdorben, sie war voller Gewalttat. … Da sprach Gott zu Noah: Ich sehe, das Ende aller Wesen aus Fleisch ist da; denn durch sie ist die Erde voll Gewalttat, nun will ich sie zugleich mit der Erde verderben.“ (Genesis 8,9 ff.)
Alles sträubt sich im Inneren, Gleichungen und Vergleiche aufzustellen.
 

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