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Spur der Woche

  • Das Fronleichnamsfest bleibt in der Diaspora ein normaler Arbeitstag. Die Minderheit der Katholiken geht abends in den Gottesdienst der Kirchorte, die sich seit Anfang des Jahres 2017 aus den einzelnen Gemeinden zu einer Innenstadtpfarrei zusammen geschlossen haben. Am Sonntag aber gibt es einen schönen Festgottesdienst mit dem Bischof. Im Anschluss ziehen die versammelten Christen durch die Straßen ihrer Stadt zu vier Stationsaltären und präsentieren ihr Allerheiligstes einer menschenvollen Stadt. Manch einem hängt die Vergangenheit noch nach: Es kostet Überwindung in aller Öffentlichkeit zum eigen Glauben zu stehen. Andere wollen bewusst die Chance nutzen und ihren Mitmenschen den Glauben bezeugen. Der Fronleichnamszug stärkt uns. Christus ist unsere Mitte. Gemeinsam bilden wir seinen lebendigen, mystischen Leib. Das schenkt Hoffnung und Kraft zum Glauben.Fronleichman
    Fronleichnam - 21.06.2017
  • "Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit." Diese Zeilen des Gabengebetes kommen mir in den Kopf, während ich entlang der Felder in der Marsch spaziere. Das fruchtbare Land ist bestellt, Gerste und Weizen stehen schon kniehoch, das Kartoffelkraut wächst in schnurgeraden, angehäufelten Reihen, die Kohlpflänzchen sind in ebensolchen Reihen in die Erde gesetzt worden und es lässt sich nur erahnen, dass hier in wenigen Wochen dicke Kohlköpfe geerntet werden sollen. Auf einem solchen Kohlfeld, das etwa die Größe von 4 Fußballfeldern hat, beobachte ich schon den ganzen Tag einen jungen Mann, der Reihe für Reihe seines Feldes abläuft und das Unkraut mit einer Hacke beseitigt. Er tut das sehr gewissenhaft, in gleichmäßigem Tempo. Auch bei meiner Abendrunde ist er noch bei der Arbeit. -- Mir wird deutlich, wie viel menschliche Arbeit auch heute in unserer technisierten Welt noch notwendig ist, damit wir unser tägliches Brot- die tägliche Nahrung haben. -- Einer Spur, der ich in den täglichen Wegen um die Felder noch ein wenig nachgehe.
    Frucht der Erde - 07.06.2017
  • Orange Tücher wehen durch die Stadt, meine Stadt. Überall sieht man Menschen mit himmelblauen Programmheften in den Händen, und die Stadt füllt sich. Ökumenischer Kirchentag in Erfurt: „Licht auf Luther“. Ich tauche ein in die christliche Atmosphäre, die sich wie ein Tuch über die Stadt legt. Es gefällt mir, im Strom der versammelten Christen mitzuschwimmen. Es fühlt sich gut an, nicht allein zu sein. Für mich ist es fast schon ein Pfingstgefühl im Herzen, voller Freude meinen Glauben an Gott zu bezeugen. Ich gehöre dazu. Gemeinsam das Stundengebet zu beten, in Workshops neue Glaubenserfahrungen zu machen oder zu vertiefen, mich mit anderen über den Glauben austauschen zu können – das macht Mut und gibt Kraft. Evangelisch oder Katholisch - bunt gemischt! Das wirft ein gutes Licht auf Luther – und uns. -- ©Nicole Elß
    Kirchentag - 31.05.2017
  • In einer großen deutschen Wochenzeitung prangt er auf der Titelseite: DER GUTMENSCH! Doch er kommt in unserer Gesellschaft nicht so richtig an. Als „Heuchler“ oder „ Moralapostel“ wird er beschimpft, muss Ironie und Spott ertragen und wird 2015 zum Unwort des Jahres erklärt. Was ist denn nun ein GUTMENSCH? Einer, der mit guten Taten prahlt und doch entgegengesetzt handelt? Oder ein Mensch, der gegen den Strom der Zeit schwimmt und Gutes tut – wohl wissend, dass er nicht die ganze Welt retten kann? - In der Sonntagspredigt fragt der Pfarrer die Gemeinde, wer sich denn so verhalte, wie Petrus in seinem Brief die junge Christengemeinde ermutigt: Rede und Antwort zu stehen, wenn wir gefragt werden nach der Hoffnung, die uns erfüllt. Dafür braucht es einen lebendigen Glauben, der neugierig macht. Will niemand unser Zeugnis hören? Fragt uns noch jemand nach unsrer Hoffnung? Wenn ich als Christ so lebte, wäre ich dann ein GUTMENSCH? -- ©Nicole Elß
    Gutmensch - 24.05.2017
  • Ein kleines Bündel. Ich halte es auf meinem Arm und bestaune das kleine Wesen. Die kleine Nase, die wunderschönen Wimpern und der süße Mund, der immer wieder in Bewegung ist. Das kleine Mädchen heißt Yara, drei Tage alt. Es ist ein kurdischer Name und bedeutet: die Geliebte. Sie wurde in Deutschland geboren, in eine hoffentlich friedliche Zukunft hinein. Ihre drei größeren Brüder erblickten im syrischen Aleppo das Licht der Welt. Die Brüder, zwölf, zehn und fünf Jahre alt mussten mit ihren Eltern aus ihrer Heimat, aus ihrer Kindheit fliehen. Durch Krieg und Terror, Raketen und Blut. Keine schöne Zeit. Ich wiege Yara leicht hin und her, atme den Geruch eines Neugeborenen ein und wünsche Yara, dass Gott, der Herr-Allah, sie beschütze und ihre Spur viele glückliche Momente hinterlasse.  -- ©Nicole Elß
    Kleines Bündel Yara - 18.05.2017
  • Reformationsjubiläum überall! Letzte Woche referierte Prof. Dr. Markus Wriedt (Frankfurt/M.) über Martin Luther als Augustiner in Erfurt im der Kapitelsaal des Augustinerklosters: „Was macht Luther noch heute nach 500 Jahren so interessant und dürfen wir ihn für unser Fragen in Anspruch nehmen?“, fragte Wriedt zu Beginn. Luther, ein sensibler Mensch, sprachlich und musisch hochbegabt, war ein Gottsucher. Im Kloster konnte er seinen Wissensdurst stillen. Dort fand er auch seinen Seelsorger: Johann von Staupitz. Der nahm seine Fragen und Zweifel ernst. Er gab ihm den Schlüssel in die Hand, mit dem Luther in der Bibel die befreienden Antworten selber entdecken konnte: Buße bedeutet anerkennen, dass Gott handelt; Umkehr heißt zurückfinden ins Vertrauen, dass Gott immer an unserer Seite bleibt. Das hilft auch mir – heute. Ich will mit Gott leben. Zu IHM will ich mich umkehren (lassen): vertrauend. Diesen gnädigen Gott suche und finde ich in der Bibel – wie Luther. -- ©Nicole Elß
    Den gnädigen Gott suchen - 10.05.2017
  • Nach den zahlreichen Gottesdiensten der Kar- und Ostertage eine Woche Landurlaub mit der Familie. Keine Kirche oder Kapelle weit und breit. Ich hatte vorsorglich mein Gotteslob eingesteckt, falls es mich packt, nach Gebeten und Liedern zu suchen. Ich tausche den engen Raum der Stadt mit der Weite von Feldern und Wäldern, Auto- und Stadtlärm gegen Vogelgesang und Pferdegetrappel. Stundenlang verbringe ich draußen Zeit. Ich sauge die Stille ein, die mich umgibt. Meine Seele füllt sich mit der Ahnung wunderbarer Freiheit. Ich bin glücklich. Ich fühle Gott ganz stark und mir so nah verbunden wie in nur wenigen Momenten meines Lebens: ganz ohne Gottesdienst, ganz ohne Kirche. Mein Gotteslob fand ich erst wieder beim Koffer-Leeren zu Hause. Ich habe eine Spur gefunden: Auf der Suche nach Gott durfte ich IHM näher kommen. In mir! Dennoch: Der erste Gottesdienst in meiner Augustiner-Gemeinde war dann für mich doppelte Freude... -- ©Nicole Elß
    Spuren Gottes in mir - 26.04.2017
  • Wenn das Gloria in der Osternacht ertönt, die Lichter angehen und die Glocken läuten, bekomme ich jedes Jahr aufs Neue Gänsehaut. Dieses Jahr erst recht. Die katholischen Augustiner in der evangelischen Reglerkirche Erfurt wollen erstmals das österliche Triduum dort feiern. Eine Menge Arbeit für die kleine Gottesdienstgemeinde! Aber jeder ist mit Eifer und brennenden Herzens dabei. Für die Ölbergstunde nach der Gründonnerstagsmesse wurde der übliche kleine Raum gestaltet. Doch dann waren die Bänke der Kirche so reichlich gefüllt: Nie im Leben hätte unser heimeliger Anbetungsraum ausgereicht! Also improvisieren und dem Herrn Raum geben. Ähnlich Karfreitag. Die „Liturgie unterwegs“ im Wald feiern dreimal mehr Menschen mit als erwartet. --- Ja, Arbeit und Müdigkeit, Aufregung und Bangen waren gut. Diesmal fiel zum Gloria der Osternacht alles ab, was Last bedeutete. Es ist Ostern: Der Herr ist wahrhaft auferstanden! Halleluja! --- ©Nicole Elß
    Gänsehaut in der Osternacht - 19.04.2017
  • Ich blicke zurück. Es waren lange Wochen: ohne Datenvolumen am Smartphone, ohne Schokolade und mit fordernden „Exerzitien im Alltag“. Mein Elan und mein Starksein-Wollen stoßen in Momenten der Schwachheit an harte Grenzen. Doch liegt nicht die Kraft Christi gerade in meiner Schwachheit? Wie kann ich Gott gerecht werden? --- Statt Antworten zu finden, stolpere ich über neue Fragen. Sie bedrücken mich und machen mich hilflos. Wer betet für die Opfer des Anschlags in Stockholm und Ägypten? Giftgas in Syrien - wer ist verantwortlich? Wie lange wüten diese sinnlosen, brutalen Kriege noch weiter? Wie viele Menschen werde noch fliehen, weil sie leben wollen – besser leben, überleben? Werden irgendwann alle Menschen satt und zufrieden sein können? --- Wie kann ich Gott gerecht werden? Ich suche die Spur der Auferstehung. Ich sehne mich nach der neuen Welt... Wir alle brauchen diese Spur der Auferstehung. --- ©Nicole ELß
    Fastenzeit im Endspurt - 12.04.2017
  • In unserer Gemeinde wurde am letzten Sonntag das Patrozinium des heiligen Josef gefeiert. Die Texte vom Tage sprachen vom lebendigen Wasser. Lebendig, lebensspendend, genauso, wie einige der Mitfeiernden am vorigen Wochenende den Liturgiekurs, der im Rahmen der lokalen Kirchenentwicklung angeboten wurde, erlebt haben. -- Unser Pfarrer predigte vom lebendigen, lebensspendenden Wasser und lud am Ende der Predigt die Gemeinde ein, dem jeweiligen Nachbarn mit Weihwasser ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen mit den Worten: „Jesus sei für dich lebendiges Wasser!“ -- Die in solcher Partizipation weitgehend ungeübte Gemeinde stutzte zunächst, ließ sich aber dann darauf ein. Während die Weihwasserbehälter durch die Reihen wanderten, war etwas zu spüren, was ich gar nicht so genau in Worte fassen kann. Es machte sich eine Entspannung im Kirchenraum breit, die Mimik in den Gesichtern der Menschen änderte sich, es schien sich etwas zu bewegen. -- Es waren mehrere Gemeindemitglieder, die auf der anschließenden Pfarrversammlung untereinander ausgesprochen haben, dass sie heute angerührt nach Hause gehen. -- Kirchenentwicklung: Kreativ – lebensspendend. -- pibi
    Lebensspendendes Wasser - 05.04.2017
  • Neue Wege zu gehen, trauen sich die Augustiner in Erfurt. Drei Patres, die in der Landeshauptstadt Thüringens eine neue Heimat gefunden haben. Der katholische Konvent befindet sich im evangelischen Gemeindehaus. Ihre Gottesdienste feiern sie in der evangelischen Reglerkirche in Erfurt. Ein bunter Kreis versammelt sich dort, um mit Pater Pius, Pater Jakob und Bruder Jeremias gemeinsam zu beten und Eucharistie zu leben. Es gibt Raum für jeden. Auch für gemeinsames Tun mit der evangelischen Gemeinde, wie Bibelexerzitien, ökumenische Gottesdienste, Wallfahrten und vieles mehr. Ein gutes Miteinander. Eine neue Spur aufeinander zu. Was würde Luther heute dazu sagen?
    Gelebte Ökumene - 29.03.2017
  • Überall findet man sie. Die Spuren von Martin Luther. Nach 500 Jahren stehen wir im protestantischen Jubeljahr und feiern einen Menschen, der als trauriger und schwermütiger junger Mann auf der Suche nach einem gnädigen Gott war. Seine Thesen haben tiefe Spuren hinterlassen, die zur Trennung der Kirche führten.  -- Am vergangenen Wochenende versammelten sich Christen beider Konfessionen  gemeinsam zu einem ökumenischen Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim. Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx baten um Verzeihung für die Zerrissenheit als Last und gleichzeitig für Versöhnung und Gemeinschaft im Namen Jesus Christi.  Der Gottesdienst endet mit einer „Selbstverpflichtung“  beider Konfessionen; gemeinsam den Weg des Glaubens im Namen Jesus Christus zu gehen, sich dabei gegenseitig zu unterstützen und noch intensiver den Dialog zu suchen. Neue Wege, neue Spuren. Was würde Luther heute dazu sagen?
    Es "luthert" überall - 22.03.2017
  • In unserem Pastoralverbund hat im Rahmen der lokalen Kirchenentwicklickung ein Seminar stattgefunden zum Thema: "Gott spricht zu uns - Kreative Liturgien im Lebensraum gestalten". 20 Personen aus den unterschiedlichsten Kontexten haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht, Liturgie zu entdecken, kreativ zu gestalten und zu feiern. - Es ist mit Worten nicht zu beschreiben, wie bewegt, berührt, erfüllt wir von den Wundern waren, die in diesen Tagen in unserer Mitte geschahen. "Gott spricht zu uns" - ganz persönlich, durch den anderen und durch viele Spuren, die wir gemeinsam entdecken durften. SEINE Gegenwart war spürbar, sein Heiliger Geist hat unter uns ganz Arbeit geleistet.
    Wunder in unserer Mitte - 15.03.2017
  • Fastenzeit heißt nicht unbedingt nur verzichten. Es kann auch zu einer Zeit werden, die ich bewusster leben möchte. Da kam eine „Expedition zum ICH“ gerade recht. Vierzig Tage  werde ich ausgewählte Bibelstellen lesen, darüber nachdenken und Bezug auf mein Leben nehmen. Mit der Bibelstelle vom Tag 6 (Römer 1,18-32) konnte ich nichts anfangen.  Ich verlor leicht die Motivation, doch ich wollte nicht aufgeben. Im Anschluss wird durch einen Impuls angeregt, die eigenen Gedanken niederzuschreiben. Diesmal über die Spuren Gottes in meinem Leben. -- Seit ich denken kann, glaube ich an Gott. Zweifel daran, dass er nicht existieren könnte, hatte ich nie. Nur Zweifel, ob Zweifel nicht zum „wahren“ Glauben förderlich wären. Wie auch immer, für mich existiert GOTT und ich spüre ihn. Seine Spuren bereichern mein Leben. Es kommt vor, dass die Spuren vom lauten Alltag überdeckt sind. Dann muss ich zuerst mich selbst neu finden und dabei entdecke ich GOTT. In meinen Kindern, meinem Mann, in einfach wunderbaren Momenten. ER hilft mir meinen Ärger und meine Emotionen zu ordnen, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, lenkt meine Entscheidungen. -- Es gibt Menschen, die sprechen von Zufall, ich aber bin mir sicher: Es ist eine Spur GOTTES. -- ©Nicole Elß
    Expedition zum Ich - 08.03.2017
  • Bevor ich am Faschingsdienstag zu Bett ging, stellte ich mein Smartphone offline, alle mobilen Daten und Wlan aus. Kein WhatsApp, keine Mails, kein Facebook oder Twitter. Meine persönlichen Zeitfresser. Aber auch kein Tagesevangelium, kein Stundengebet und kein Lieblingsradiosender. Stattdessen: Stille . Ich lausche hinein in die Fastenzeit. Vielleicht bin ich jetzt online für GOTT? -- Als Kind mochte ich die Fastenzeit nicht, sie kam mir so schrecklich lang vor und kurz vor dem Ende erreicht sie den Höhepunkt der Trauer. Karfreitag. Diese Traurigkeit auszuhalten empfand ich kaum zu tragen. -- Heute freue ich mich auf diese Zeit. Durchhalten mit einem Ziel . Ich werde zwar nicht Vierzig Tage durch die Wüste gehen, aber versuchen, Vierzig Tage bewusster mein Leben zu gestalten. Wenn ich in der Straßenbahn nicht mehr mit meinem Handy beschäftigt bin, was werde ich sehen, hören, erleben? Kann ich es schaffen, die gewonnene Zeit umzuwandeln für meine Mitmenschen, für Gott? Vielleicht auch ein bisschen für mich. Freiraum, Luft zum Atmen und Konzentration auf das Wesentliche. -- Der erste Tag ist geschafft und ich bin gespannt, welche Spuren ich meiner offline/online-Zeit entdecken kann. Es ist übrigens erstaunlich, wie voll der Akku des Geräts noch ist. Mit Sicherheit füllt eine in-sich-ruhende – Fastenzeit auch meinen Akku. -- ©Nicole Elß
    Jetzt online für Gott - 01.03.2017
  • Heute ist der 22. Februar und es ist kein schöner Tag. Wolken und Regen bedecken die Sonne und lassen den Tag grau erscheinen. Vielleicht weint der Himmel. Mein Weg nach Hause führt an einem Blumenladen vorbei. Ich kaufe mir die schönste weiße Rose. Nicht für mich. In Gedenken an Sophie Scholl, ihren Bruder Hans und Christoph Probst. Heute vor 74 Jahre wurden die drei jungen Menschen von den Nationalsozialisten hingerichtet. Heute vor 74 Jahren sagte Sophie Scholl: „ So ein herrlicher Tag und ich soll gehen. Aber was liegt an unserem Leben, wenn wir es damit schaffen, tausende von Menschen aufzurütteln und wachrütteln.“ -- Schon in meiner Jugend bin ich erschüttert und beeindruckt vom Mut dieser jungen Menschen, die sich „Weiße Rose“ nennen. Sophie Scholl gehört zu meinen persönlichen Vorbildern in meinem Leben. Immer wieder stelle ich mir dieselbe Frage; „Wäre ich so mutig gewesen? Hätte ich mein Leben aufs Spiel gesetzt für Frieden und Gerechtigkeit? -- Pauschal werde ich keine Antwort darauf finden. Nur; der Spur der „Weißen Rose“ folgen und versuchen als Christin durch meine Zeit zu gehen und Samen für Frieden und Gerechtigkeit zu streuen. -- - © Nicole Elß
    Immer wiederkehrende Frage an mich selbst - 22.02.2017
  • Mit Kindern wird es nie langweilig, hört man oft. Stimmt! Sie werfen gern jeden Plan über den Haufen. Statt meinem gewohntem Alltag nachzugehen, umsorge ich zuhause meinen Sohn, der mit dieser fiesen Grippe im Bett liegt. Alle Termine sage ich ab. Auszeit. Aber bei aller Liebe und vor allem bei all den Viren und Bakterien brauche ich dringend frische Luft. Die Bank auf der Terrasse lädt mich zum Sonnenbad ein. Ein herrlicher Moment. Die Frühlingssonne scheint mir warm auf mein Gesicht. Die Vögel singen ihre ersten Frühlingslieder und die Schneeglöckchen haben es bereits geschafft ihre Köpfe durch den immer noch hart gefroren Boden wachsen zulassen. Auch die Winterlinge haben sich durch den letzten Bodenfrost gekämpft. Welch ein Wunder! Aus dem tristen Grau erwacht alles zu neuem Leben! - Ich liebe besonders die ersten Frühlingsmomente, weil sie mir neu zeigen, wie schön Gott die Welt gemacht hat. Wie groß muss SEINE Liebe sein, wenn es die kleinen Winterlinge schaffen, mit der Kraft der Sonne durch den harten Boden zu wachsen. Gottes Liebe und seine Kraft kann auch mein Herz aufblühen lassen. Ich muss eben manchmal durchhalten und warten bis der Winter vorüber zieht. - Gut, dass Gott meine Pläne immer wieder durchkreuzt, damit ich innehalten kann. - © Nicole Elß
    Mit Kindern wird es nie langweilig - 16.02.2017
  • Wir haben eine feierlichen Gottesdienst zu Maria Lichtmess gefeiert. Am Ende wurde der Blasiussegen gespendet und mein Heimat-Pfarrer erklärte es sehr schön: Der Heilige Blasius soll der Legende nach ein Kind vor dem Erstickungstod gerettet haben. Im Segensgebet heißt es : „Auf die Fürsprache des Heiligen Bischof Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen ..." - Der Segen verhindere nicht unbedingt die nächste Grippe mit Halsschmerzen. Er könne uns aber helfen in Situationen, die für uns so schwer zu schlucken seien, oder bei Dingen, die leicht im Hals stecken bleiben. Den Menschen täte es gut, schon mal zu hören, dass der andere einen mag. Vielleicht durch ein gutes Wort, ein Lächeln, ein kleines Geschenk oder einfach dadurch, dass man den anderen einfach mal ohne große Worte in den Arm nehme. Mit dem Segen heute wolle Gott uns einfach mal in den Arm nehmen und zeigen: Ich hab dich gern! So gern, dass ich in diesem Segen bei dir bin.
    Blasius-Segen - 08.02.2017
  • Wie jeden Morgen gehe ich meinen Weg zur Straßenbahn. Es ist ein klarer, kalter Morgen. Meine Hände sind tief in den Taschen vergraben und die Mütze in das Gesicht gezogen. Brrrr, was für eine klirrende Kälte! Ich denke an den Mann, der jeden Morgen mit seinem Rollkoffer in einer Bäckerei einen warmen Unterschlupf sucht. Ein Obdachloser. Er sitzt am Fensterplatz, meist mit einem Kaffee und eine Tüte Gebäck. Fast jeden Morgen schaue ich nach ihm, ob er die kalte Winternacht gut überstanden hat. Er weiß nichts davon. – Heute Morgen muss ich eine halbe Stunde eher als gewöhnlich los. Die Bäckerei ist noch geschlossen. Der alte Herr steht wartend davor. Die Anzeigetafel der Straßenbahn zeigt noch eine Minute. Unschlüssig gehe ich hin und her. Die Bahn fährt schon um Ecke. Schnell greife ich in meine Tasche und hole ein Geldstück aus dem Portemonnaie und eile auf ihn zu. „Guten Morgen - für einen Kaffee!“ Ein kurzer Moment nur, doch voll Herzenswärme. Seine Augen sind überrascht. Er zieht seinen Handschuh aus und bedankt sich. Sein herzlicher Dank, erwärmt mir den kalten Wintertag. Danke. - © Nicole Elß
    Gebrochene Eiszeit - 01.02.2017
  • "Gott hat Termine, die nicht in unserem Kalender stehen!" Dieser Satz über einer Todesanzeige ist mir vor ein paar Tagen ins Auge gesprungen und begleitet mich seitdem wie ein Mantra. Da war der Satz bezogen auf einen plötzlichen Todesfall, aber je länger ich darüber nachdachte, ging mir auf, dass Gott viele Termine mit uns hat, die ja gar nicht negativ oder traurig belastet sein müssen. - Die unvermutete Einladung auf einen Kaffee, die zu einer kleinen Sternstunde wird. - Das Gespräch mit einem Kollegen, das Türen öffnet und ein lange bestehendes Problem löst. - Der Stau im Schneechaos, der mich ausbremst und mir eine halbe Stunde Ruhe für mich verschafft, weil ich mal gar nichts anderes tun kann, als geduldig zu warten. - Das Einspringen in der Moderation eines Gespräches, das mich an meine Grenzen bringt, bei dem ich aber im Nachhinein viel gelernt habe. - Rückblickend auf meine Woche habe ich festgestellt, dass Gott ganz viele Termine mit mir und für mich hatte, die nicht im Kalender standen. So betrachtet, tun sich ganz neue Wege auf.....
    Gottes Termine nicht im Kalender - 25.01.2017
  • Die vergangene Woche habe ich in einem Kloster verbracht. Kaum war ich dort angekommen, erreichte mich über WhatsApp die Gebetsbitte einer Bekannten. Am kommenden Tag stand ihr ein wichtiges Gespräch am Arbeitsplatz bevor, dem sie mit sehr gemischten Gefühlen entgegensah. Sie befürchtete, die drohende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für ihre Abteilung mit logischen Argumenten nicht abwenden zu können. „Ich brauche SEIN Eingreifen“, schrieb sie mir. - Am nächsten Morgen hörten wir im Morgenimpuls einen Auszug aus dem Buch Exodus. Mit einem Vers daraus waren wir anschließend eingeladen, eine Weile in die Stille zu gehen: „Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der Herr euch heute rettet.“ (Ex 14,13). - Diesen Vers schickte ich später sofort meiner Bekannten, denn ich spürte: Das ist heute Zuspruch und Verheißung Gottes für sie in dieser schwierigen Situation. Am Nachmittag dann die Nachricht per WhatsApp: Das Gespräch war sehr gut verlaufen; der erste Schritt zu einer positiven Neuausrichtung und konstruktiven Zusammenarbeit war getan. - Gottes Arm ist lang; auch heute noch führt er uns Menschen sicher durch die Wüsten unseres Lebens hindurch.
    Gottes langer Arm - 18.01.2017
  • Vorgestern bekam ich einen Hinweis auf eine Skulptur „Engel von Aleppo“. Begeistert wurde mir von deren Aufstellung an prominenter Stelle in einer Kirche berichtet. Ich informierte mich auf der entsprechenden Website und merkte: Es handelt sich um die Franziskanerkirche in Würzburg. Und genau dorthin musste ich einen Tag später zu einer Konferenz fahren. So ging ich gleich in diese Kirche, die exakt auf dem Weg zu meinem Konferenzort liegt, um die Skulptur zu fotografieren. Eine riesige Menschenmenge strömte gerade aus der Kirche heraus, offenbar nach einer Veranstaltung. - Und in der kommenden Woche wird ein Bild der Skulptur auf der Website unter „Kunst und Kultur“ gezeigt werden. Was es doch alles für „Zufälle“ gibt!
    Engel von Aleppo - 11.01.2017
  • Man sollte es nicht glauben, aber es ist wohl so: Das Zukunftsvertrauen der Bevölkerung wächst wieder. Das jedenfalls ergibt eine Umfrage des Institutes für Demoskopie Allensbach, die in diesen Tagen wieder veröffentlicht wurde und die seit 1949 an jedem Jahresende erstellt wird. Vor einem Jahr war die Zuversicht sehr in den Keller gegangen. – In den Menschen ist offenbar ein großes Hoffnungspotential verwurzelt. Sonst wären sie schon lange am Ende. Dank dem Schöpfer des Zukunftsvertrauens.
    Zukunftsvertrauen - 04.01.2017
  • Am Telefon erzählte ich mit einer Frau darüber, wie schwer es sei, anderen, besonders auch Kindern, zu vermitteln, dass es möglich ist, die Spuren Gottes im Leben zu entdecken. Wir sprachen auch darüber, dass Erfahrungen mit Gott keine Sonderwelt neben der normalen Welt seien, sondern dass sie mitten im Leben sattfinden. Am Ende unseres Gespräches berichtete die Frau mit großer Freude: „Als ich vor kurzes unsere Tochter vom Kommunionunterricht abholte, sagte sie unvermittelt: ‚ich fühle mich von Gott und von euch als meinen Eltern getragen.‘ Das war ein großes Geschenk für mich.“ – Und das Kind hat formuliert, wie Gott und sein Leben zusammengehören.
    Getragen von Gott - 28.12.2016
  • Ich stehe am Bahnhof, es ist nass und kalt, der Zug hat Verspätung. Neben mir steht eine Frau mit einem etwa fünf Jahre alten Mädchen. Die Kleine hüpft von einem Bein aufs andere, lacht mit ihrer Mama und hat mich plötzlich entdeckt: „Hallo!“ „Hallo“, antworte ich. „Worauf wartest du?“, fragt mich dieses kleine Energiebündel mit roten Wangen und strahlenden blauen Augen. „Auch aufs Christkind?“ Wie jetzt? „Hm, bis Heilig Abend dauert es aber noch?!“ „Ja, weiß ich. Aber das Warten ist so spannend! Ich hab einen Kalender und jeden Tag ist was Tolles drin. Heute mein großer Bruder. Also, der kommt jetzt und bringt was für die Krippe mit. Ein paar Schafe sind schon da und der Hirte…“ Die Kleine erzählte voller Begeisterung von einer wachsenden Krippe und all den anderen schönen Dingen in ihrem Adventskalender: Basteln, Plätzchen backen, Kinderkonzert. In der Zwischenzeit kam der Zug und mit ihm ihr großer Bruder und auch meine Tochter. „Tschüs und schönen Advent….“, winkte sie. - Was für eine schöne Spur: Voller Vorfreude und Spannung warten aufs Christkind – das ist Advent.
    Warten aufs Christkind - 14.12.2016
  •   Der plötzliche Tod einer Kollegin versetzte uns gestern in Schockstarre. Für heute habe ich eine Andacht angeboten. In der Hauskapelle mussten Stühle gestellt werden, damit alle Kollegen Platz hatten. Mittelpunkt der Feier war ein Abschiedsritual: Etwas aufschreiben, was die Kollegin so wertvoll für uns gemacht hat, eine Kerze anzünden, eine Rose ablegen, den Tränen freien Lauf lassen.
Ein Lichtermeer vor ihrem Bild, so viele Erinnerungen miteinander geteilt, einen Stern für jeden zum Mitnehmen. Das alles in einem, für viele ungewohnten Raum, in dem gemeinsames Gebet möglich wurde, erst zaghaft, beim Vaterunser dann in einer Intensität, die förmlich spürbar wurde.
„Ich gehe anders, als ich gekommen bin!“, so der Kommentar einer Kollegin. Eine wunderbar adventliche Spur: Aus dem Dunkel ins Licht.
    Ins Licht - 07.12.2016
  • Ich hatte vergessen mein Auto abzudecken und durfte morgens dann das Eis von der Heckscheibe kratzen. Kaum hatte ich mit Mühe die erste Hälfte geschafft, da mußte ich erstaunt feststellen, dass die Sonne, die gerade um die Hauswand sah, mit ihrer Wärme die andere Heckscheibe schon aufgetaut hatte. Alles geschah quasi im Sekundentakt. - Die Wirkung von Sonnenstrahlen als Spur heute. Vielleicht Wärme in Form von Gespräch und Zuhören, die ich jemandem entgegenbringe; Wärme, die auftauen lässt; Wärme, die umarmt - jetzt im Advent. Advent: Gottes Liebe kommt mir entgegen.
    Die Wirkung von Sonnenstrahlen - 30.11.2016
  • Überall wird jetzt in den Städten zum Besuch von Weihnachtsmärkten eingeladen. Buden laden zu einem gemütlichen Aufenthalt ein, Lichterketten durchdringen die früh hereinbrechende Dunkelheit. - Advent: Vorbereitung auf die Ankunft Jesu. Es geht wieder um das Warten auf ihn. Neu staunen und neu glauben lernen, dass Gott mir ganz nahe sein will, mitten in meinem Leben. Für mich ein Hinweis, mir in den nächsten Wochen bewusst eine kurze „Aus-zeit“ zu nehmen, innezuhalten und zu spüren, wo Gott mir seine Spuren zeigen will.
    Erster Advent - 23.11.2016
  • "Mein Gott" - so lautet der Titel einer Aktion katholischer Medien, die in dieser Woche stattfindet. Bundesweit wird in katholischen Kirchenzeitungen und auf Internetseiten aus verschiedenen Blickwinkeln über Gott geschrieben. Die Aktion soll das Augenmerk auf die Menschen und ihre Begegnungen mit Gott sowie ihre Sicht auf Gott lenken. Die Aktion findet genau am Ende und somit auch am Anfang eines neuen Kirchenjahres statt. Für mich eine Aufforderung auch im neuen Kirchenjahr aufmerksam zu sein, wie Gott auf mich zukommt, wie er mich einlädt mit ihm an der Seite auf Pilgerschaft zu gehen. Eine Pilgerschaft, die sowohl von hellen wir auch weniger schöne Stunden begleitet sein kann – also ein echtes Pilgern ist. Doch rückblickend kann ich sagen: „Mein Gott“ kommt immer wieder auf mich zu und hält mein Leben liebevoll in seinen Händen. Auch wenn ich es manchmal nicht sofort spüre.
    Mein Gott - 16.11.2016
  • An unserer Straße zog der Martinsumzug vorbei. Ich hatte den Eindruck, dass dieser länger war als manche Prozession in unserer Stadt. Im Kindergarten wurde am Morgen Spielzeug etc. gesammelt, mit denen Kindern, die nichts haben, eine Freude gemacht werden soll. St. Martin: Teilen, um andere zu beschenken. Eine Spur für mich zu überlegen, was ich abgeben kann: z.B. Zeit, um jemanden, der alleine ist, zu besuchen. Danke „St. Martin“!
    St. Martin - 09.11.2016
  • Ich hole meinen Mann von der Krankengymnastik ab. Wir müssen eine Straße überqueren, um zum Auto zu gelangen, das ich auf dem Aldi-Parkplatz abgestellt habe. Plötzlich mitten auf der Straße sinkt mein Mann zusammen. Ich versuche, ihn wieder auf die Beine zu bringen. Doch plötzlich sind zwei starke Männer an meiner Seite und fassen mit an. Sie wollten wohl vom Aldi-Parkplatz abbiegen, sahen die Situation, hielten ihre Autos an, versperrten die Ausfahrt, stiegen aus und halfen mir. Gemeinsam bringen wir meinen Mann zum Auto. Obwohl sich eine Autoschlange bildete, hupte keiner. Gottes Spur - nicht nur an meinen Mann: Du darfst schwach sein, du darfst hinfallen, doch sei gewiss: Ich helfe dir beim Aufstehen und beim Gehen der nächsten Schritte. Deine Aufgabe ist es, auf meinen langen Atem der fürsorgenden und barmherzigen Liebe zu vertrauen.
    Der lange Atem der Liebe - 02.11.2016
  • Allerseelen - ein Tag, um an unsere Toten zu denken, besonders auch für sie zu beten. Doch für mich ist Allerseelen auch ein Tag, um meinen Lieben noch einmal bewusst zu danken. Dankbarkeit empfinde ich, wenn ich an meine Eltern denke. Sie ließen mir u.a. die Freiheit, immer den Weg zu gehen, den ich mir aussuchte. Ob Schule, Auslandsaufenthalt – damals war das eine Herausforderung – Studium. Sie gingen mit, hatten Gottvertrauen und unterstützten mich. Heute kommt es mir so vor, als hätte sie mir dadurch eine Ahnung von Gottes freiheitlichem Mitgehen geschenkt.
    Allerseelen - 26.10.2016
  • In dieser Woche war ich viel unterwegs. Es standen einige Besuche bei Behörden an. Ich erlebte, dass die Mitarbeiter Zeit für mich hatten und ich nirgendwo lange warten musste. Dann wurde mir meistens noch beim Verlassen des Raumes ein schöner Tag oder eine gute Woche gewünscht. Mir kam es vor, als wäre ein göttlicher Begleiter mit mir ganz persönlich unterwegs gewesen.
    Unterwegs - 19.10.2016
  • Wir stehen auf dem Kirchplatz. Plötzlich schlägt die Turmuhr. Ich zähle mit, um zu wissen, welche Zeit wir haben. Alle freuen wir uns über den Glockenschlag, denn seit Monaten war die Turmuhr defekt. Mir kommt spontan der Gedanke, als würde mir mit jedem Glockenschlag von oben zugerufen: „Hallo, ich bin bei dir, ich sehe dich. So wie du mich mit deinen Ohren hörst, so darf du auch meine 'Ohren' benutzen und mir alles, was dich beschäftigt, anvertrauen. Ich höre dir gerne zu.“
    Turmuhr - 12.10.2016
  • Wir gingen in ein Konzert, in dem 45 Jugendliche aus 15 Ländern unterschiedlichste Stücke aufführten. Jeder gabt sein Bestes, so dass hochkarätige Musikstücke zu hören waren. 45 Menschen aus 15 Ländern arbeiteten miteinander und nicht gegeneinander. - Mir kommen Bilder von Grenzabschottungen, Krieg, Bombardierungen in den Sinn. Menschen, Gruppen, Ländern, die sich gegenseitig unmenschlich bekämpfen, Leben auslöschen um zu gewinnen. - Danke für die Spur, dass unterschiedlichste Kulturen auch miteinander auskommen können, dass dies auch heute möglich ist. Ein hoffungsvoller Lichtblick bei allen Katastrophenmeldungen.
    Ein Miteinander ist möglich - 05.10.2016
  • Ein 82 jähriger Mann dankte in diesen Tagen dafür, dass es Pflegepersonen gibt, die hin und wieder kurz über den Rücken streichelt, und dass sein Pflegesohn ihm ein Fernseher und ein Tablet besorgt hat. Eine 75-jährige Frau freute sich darüber, dass hin und wieder Bekannte kommen, die ca. 30 Minuten Zeit für sie haben. Ein 75-Jähriger freute sich, dass es immer wieder Fußballspiele gibt, die er im Fernsehen verfolgen kann. - Erntedank im Alter: Danke für Zuwendung, fürs Zuhören, für Fußballspiele, die im Fernsehen übertragen werden - eben große Kleinigkeiten, die mehr Leben schenken.
    Erntedank im Alter - 28.09.2016
  • Am Wochenende war Klassentreffen angesagt. In den Gesprächen werden auch Erinnerungen über unsere Lehrer ausgetauscht. Interessant ist, was nach über 50 Jahren noch im Gedächtnis geblieben ist. Ein Lehrer brachte uns die Natur nahe, der andere teilte die Klasse in drei Blöcke und hat sich besonders um die begabten Schüler gekümmert, die Musiklehrerin begeisterte uns für ausgefallene Lieder. - Jeder hinterlässt Spuren.
    Klassentreffen - 21.09.2016
  • Ich genieße in diesen Tagen verstärkt die warmen Sommerabende im Garten. Ich sitze manchmal da und schaue einfach nur in den Himmel. Gestern konnte ich zwei Kondensstreifen beobachten, wie sie sich begegneten und ein Kreuz bildeten. Ein Kreuz, dass noch von dem zunehmenden Mond angestrahlt wurde. Dieses Kreuz zog ganz langsam am Himmel vorbei. Ich bestaunte bestimmt über 10 Minuten diese Wanderung. Welche wohltuender Gruß am Abendhimmel: „Ich bin da, und ich trage dich mit“.
    Ein Gruß am Himmel - 14.09.2016
  • Wenn ich in unseren Garten komme, freue ich mich jedes Mal über die Trauben an meinem Weinstock. In diesem Jahr sind alle ohne Mehltau und reifen langsam vor sich hin. Im Frühjahr war ich richtig dankbar, als sich die ersten Knospen zeigten. Immer wieder habe ich später die Reben beschnitten, das Wachstum beobachtet und muss jetzt nur noch bis zur Ernte warten. Denn augenblicklich sind die Trauben noch sehr sauer. - Diese Spur schenkt mir mein Weinstock: Zum Leben gehört geduldiges Warten auf das Wachstum, Vertrauen, dass Entwicklung weitergeht, sich auf das Wesentliche begrenzen, zufrieden sein und ahnen, dass Früchte wachsen.  
    Die Botschaft meines Weinstockes - 07.09.2016
  • Ich las von drei unterschiedlichen Projekten, die von Menschen umgesetzt wurden, die ihre fantastischen Vorstellungen nicht aufgaben. Alle Projekte haben das Ziel, die Natur zu bewahren. Mut haben, Widerstände überwinden, an die Realität der Idee glauben und sich nicht einschüchtern lassen, war ihre Haltung. Eine Spur für mich, selber nicht den Mut zu verlieren, quer zu denken und dann mit aller Leidenschaft frei und unabhängig zu handeln.  
    Große Ideen brauchen freies Denken - 31.08.2016
  • Erfahrungen im Kunstsommer: Wir nahmen an Abschlusskonzerten der Workshops teil. Auf sehr hohem Niveau spielten die Teilnehmer ihre Stücke auf unterschiedlichste Instrumente. Ganz andere Menschen erlebten wir einen Tag später, als wir das Sozialwerk St. Georg besuchen. Personen mit Assistenzbedarf zeigen uns Ihre Kunstwerke und strahlen über das Ergebnis. Sie sind überglücklich. – Eine Mitarbeiterin hatte den Mut, mit psychisch kranken Menschen am Kunstsommer teilzunehmen. Sie sah die Kleinen groß. Für mich eine Spur: In jedem Menschen steckt ein Künstler, stecken Begabungen. Es muss nur einer den Mut haben, dies zu entdecken.  
    Die Kleinen groß sehen - 24.08.2016
  • Ich sehe fasziniert der Kunstreiterin bei den Olympischen Spielen zu, die ihre Disziplin beherrscht. Reiterin und Pferd legen ein perfektes Programm vor, ein Programm, dss sogar mit der Silbermedaille ausgezeichnet wird. Wieviel Konzentration, Neuanfang nach Enttäuschungen, jedoch Nähe zueinander und Disziplin sind nötig, um dieses Ergebnis zu erreichen. - Was kann ich davon lernen. Das ist eine sehr anschauliche Kunst- Spur. Mir kommt es vor, als würdest Gott mir zurufen: „Auch wir schaffen miteinander jegliche Aufgaben. Voraussetzung ist jedoch Disziplin, d.h. das regelmäßige Nachspüren auf mein liebendes Mitgehehen, nicht enttäuscht sein, wenn es nicht so läuft wie erhofft, und weiter zu vertrauen.“ Danke.
    Dressurreiten - 17.08.2016
  • Wir bekommen eine neue Küche. In den letzten Tagen wurde die alte abgebaut. Jetzt stehen nur noch ein Tisch, einige Stühle, ein kleines Regal mit Porzellan, eine Mikrowelle, 2 Kochplatten und eine Kaffeemaschine für die nächsten Wochen im Raum. Ich werde an mein Studium erinnert. Auch hier kam ich mit minimaler Kücheneinrichtung aus. Ich spüre wie ich die Leere genieße. – Ein Spur: Als würde der Gott meines Lebens mir zurufen: „Lerne vom Leeräumen und werfe doch einfach einmal alles Überflüssige, was dich beschäftigt, auf mich und genieße dann den unbelasteten Raum in dir!“
    Bauschutt - 10.08.2016
  • Ab 06.08.2016 finden die Olympischen Spiele in Brasilien statt. Sportler aus aller Welt treten im Wettstreit gegeneinander an. Unterschiedlichste Kulturen treffen aufeinander und haben die Chance, sich ein wenig näher zu kommen. – Für mich gerade jetzt bei allem Unfrieden in der Welt eine Spur, dass die Menschen – trotz unterschiedlichster Herkunft und fremder Kultur – zueinander Brücken bauen können.
    Olympia - 03.08.2016
  • Der 18-Jährige Amokläufer aus München habe sich zu einem Bekannten geäußert, er habe einen Hass auf Menschen. Hass: Ich Google: „Hass ist eine menschliche Emotion scharfer und anhaltender Antipathie. Hass steht allgemein für die stärkste Form der Abwendung, Verachtung und Abneigung. Er ist immer das Ergebnis einer tiefen Verletzung oder einer schmerzlichen Situation, der man ohnmächtig gegenübersteht, da man sie aus eigener Kraft nicht verändern kann.“ Wieviel Unfriede und Angst kann Hass erzeugen. - Eine hoffnungsvolle Spur, das friedvolles Miteinander möglich ist, kommt genau in dieser Woche für mich aus Krakau. Hier findet vom 26.-31.7. der Weltjugendtag statt. Bischof Dr. Wiesemann aus Speyer betont, dass die Botschaft des Weltjugendtags an jede Pilgerin und jeden Pilger ist: „Du bist gewollt! Du bist wertvoll, unabhängig von Deiner Herkunft und Deinem sozialen Status, weil Gott Dich liebt.“ - Eine ermutigende Botschaft, über die ruhig so intensiv in den Medien berichtet werden könnte, wie über den Amokläufer. Denn der Weltjugendtag ist auch Realität.
    Hass auf Menschen - 27.07.2016
  • Schlagzeilen der letzten Tage: – Trauer, Fassungslosigkeit, hilflose Wut: Beim Anschlag in Nizza werden 84 Menschen von einem stillen Einzelgänger getötet. – Axtanschlag im Regionalzug. 4 Menschen werden schwer verletzt, durch einen bisher ruhigen und ausgeglichenen Angreifer. – Nach dem Putschversuch in der Türkei werden u.a. Offiziere, Soldaten in der Öffentlichkeit gedemütigt, als „entartete Hunde“ beschimpft. – Mir kommt es vor, als wäre hier die Aussage „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ eine leere Worthülse und nur auf die Macht derer reagiert, die eine starke Stimme haben. Jeder handelt wie er will. – Auch das ist unzweifelhaft eine Spur:  Wir sollen darauf hinweisen werden, dass die Würde des einzelnen in Gefahr ist. Für mich konkret ist das jetzt eine Aufforderung an mein alltägliches Leben, erst einmal durchzuatmen, wenn sich Ärger oder Wut spontan Raum schaffen wollen.
    Schlagzeilen - 20.07.2016
  • Ich sitze am Meer und habe einfach nur Zeit. Zeit, um nur da zu sein. Meine Füße lasse ich von dem Wasser umspielen. Nehme wahr, wie der Sand bei Ebbe immer mehr meine Füße tiefer ins Wasser zieht. Höre das Rauschen des Meeren, nehme die leichte Brise wahr und beobachte meine Füße, die Möwen. Eine ganze lange Zeit nur da sein, wahrnehmen. - Was bin ich Gott dankbar für die Schönheit dieser Welt. Ich bitte ihn, dass ich diese „Auszeit“ am Meer im Alltag immer wieder zurückholen kann.
    Zeit auskosten - Auszeit - 13.07.2016
  • „Europa ist tot. Es lebe Europa?“, so steht es auf der Titelseite im Spiegel. „Brexit: Der Anfang vom Ende. Und langsam schleicht sich ins Bewusstsein, dass dieser Tag unser aller Leben verändert“, eine Überschrift zu Gedanken zur Europäischen Union. Der Austritt Großbritanniens aus der EU bringt weitreichende Veränderungen. „Europa ist tot“? - Für mich ist es schon ein interessanter Hinweis Gottes, dass sich gerade jetzt Bewegungen, Gemeinschaften und Initiativen im ökumenischen Netzwerk „Miteinander für Europa“ vom 30.06. bis 01.07. in München treffen. Der Kongress steht unter dem Thema „Begegnung. Versöhnung. Zukunft.“ „Einheit ist möglich“. Eine Aufforderung an mich, den Kongress verstärkt durch mein Gebet zu begleiten.
    Europa - 29.06.2016
  • Wir stiegen im Ruhrgebiet auf eine Schutthalte. Oben angekommen, konnten wir kilometerweit ins Land sehen. Fördertürme konnte ich nicht ausmachen. Was mich dann doch erstaunte, ist das viele Grün und das Wahrnehmen von relativ nah beieinanderstehenden Kirchtürmen. Wie viele Gemeinden gab es einmal, denn mir ist bekannt, dass heute auch im Ruhrgebiet immer mehr Kirchen geschlossen werden. – Eine Spur Gottes, die nicht nur mich auffordern will, auch heute nicht nachzulassen, Gottes konkretes Dasein im eigenen Leben oder in Ereignissen der Zeit zu entdecken und diese Erfahrungen mit anderen zu teilen.
    Auftrag - 22.06.2016
  • Deutschland im Fußballfieber. Nicht nur an den überall an den Autos sichtbaren Deutschlandfahnen erkenne ich, dass Europameisterschaft ist. Zur Sendezeit treffen sich Freunde, Nachbarn, um gemeinsam das gerade anstehende Spiel anzusehen. Ich bin überhaupt kein Fußballfan. Irgendwann kommt mir die Idee, einfach auch zum gemeinsamen „Fußballsehen“ einzuladen. In froher Gemeinschaft begleiten wir das Spiel. – Eine Spur Gottes für mich, einfach einmal ausgetretene Pfade zu verlassen und sich auf etwas Neues und Ungewohntes einzulassen. Und das nicht nur in der Zeit der Fußballeuropameisterschaft.
    Sich einfach mal einlassen - 15.06.2016
  • Wir saßen abends mit einigen guten Bekannten zusammen. Als wir uns zuprosten wollen, bat uns ein junger Mann kurz innezuhalten. Seine Aufforderung: „Wir stoßen jetzt auf unseren Nachwuchs an, denn wir sind jetzt seit 12 Wochen zu dritt.“ Unsere Freude ist groß. Im weiteren Gespräch heißt es dann: „Wir lassen keine frühgeburtlichen Untersuchungen durchführen. Wir nehmen das neue Leben so an, wie es uns geschenkt wird.“ Für mich eine ermutigende Spur Gottes, denn auch er sagt zu jedem „Du bist wertvoll!“
    Wir nehmen dich an - 08.06.2016
  • Wie nicht selten habe ich mir für den Vormittag einige Besuchstermine vorgenommen. Mit der Bitte „Du Gott meiner Besuche, öffne mir die Türen!“ zog ich los, denn alle Termine waren vorher nicht abgesprochen. Ob bei der Versicherung, bei dem Gespräch mit dem Hausarzt, bei einem Hausbesuch etc. – Überall waren die Türen offen. Ich brauchte nicht lange warten und war in relativ kurzer Zeit wieder draußen. – Mitten in Alltäglichkeiten mache ich die Erfahrung, dass ich begleitet und geliebt bin, dass ich angeschaut werde. Eine Seelendusche am Vormittag. Danke!
    Seelendusche - 01.06.2016
  • Auf jeden schaut Gott mit Liebe - So heißt es im Vorbereitungsgebet für den am Wochenende anstehenden Katholikentag in Leipzig. Diese Beispiel für liebende Augen habe ich in dieser Woche gefunden: –- Ein Vater, der nach einem anstrengenden Tag aufmunternd neben seiner Tochter herläuft, die gerade das Fahrradfahren ohne Stützräder lernt. – Ein Verkäuferin, die geduldig abwartet, bis der ältere Herr sein Geld abgezählt hat. – Eine Krankenschwester, die lächelnd erzählt, dass sie beim Duschenhelfen etwas nass geworden ist. – Ein junges Mädchen, das mir voll Herzlichkeit eine Karte mit folgendem Spruch schenkt: "… weil es dich für etwas Großes gibt." Danke!
    Auf jeden schaut Gott mit Liebe - 25.05.2016
  • Ich kam abends aus einem Konzert und ging in Richtung Auto. Plötzlich spricht mich ein fremdländischer Mann an. Er hatte wohl eine Frage, doch ich kümmerte mich nicht darum und ging einfach weiter. Später bekam ich mit, dass andere Konzertbesucher ihm antworten und in eine Richtung zeigen. Anscheinend suchte er nur nach einer Straße. - Pfingsten: Jesus sagte zu seinen Aposteln: „Er, der Heilige Geist, wird euch eingeben, was ihr im gegebenen Augenblick zu sagen habt, was ihr zu tun habt.“ Ich bitte Gott, er möge mir den Geist der Weisheit schenken, damit ich unterscheiden kann, wo Hilfe benötigt wird und wo nicht.  
    Unterscheidung der Geister - 18.05.2016
  • In den Medien wird von der Verleihung des Karlspreises an Papst Franziskus berichtet. Aus seiner Rede wird u.a. der Satz zitiert: „Ich träume von einem Europa, von dem man nicht sagen kann, dass sein Einsatz für die Menschenrechte an letzter Stelle seiner Visionen stand.“ Für mich ein Traum, der in vielen Situationen noch von der Wirklichkeit entfernt ist. Trotzdem eine Fügung Gottes, dass der Papst genau in der Zeit kurz vor Pfingsten seine Gedanken an uns Europäer richtet. Ich kann nur verstärkt bitten: Komm Heiliger Geist in unser aller Herz und lass uns nicht müde werden, uns für die Menschenrechte einzusetzen, im Großen wie im Kleinen. Der Heilige Geist hat noch viel in Bewegung zu bringen.  
    Karlspreis - 11.05.2016
  • Wir besuchten in einem Kurort eine Ausstellung, die sich mit dem „Allerweltsrohstoff“ Salz/Sole beschäftigt. Fragen wie „Woher kommt die Sole?“ und „Wie wird aus der Sole Salz?“ wurden aufgegriffen. Was ich bis dahin nicht wusste, war, dass es bis zur Industrialisierung unendlich mühselig war, Salz aus Sole zu gewinnen. Salz wurde deshalb auch zu dieser Zeit als „wertvolles Gold“ bezeichnet. Mir kam die Aussage Jesu in den Sinn: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Wir als „Salz der Erde“ so wertvoll wie Gold? – Jedes Mal, wenn ich jetzt den Salzstreuer in die Hand nehme, spüre ich dem Gedanken nach: Ich bin für den Gott meines Lebens so wertvoll wie Gold. Eine liebende Zusage zum „Vatertag“. (Trotz dieses Gedankens habe ich bisher noch nichts versalzen!)  
    Wertvoll wie Gold - 04.05.2016
  • Mitte der Woche habe ich eine verlängerte Mittagspause genutzt und bin mit meinem Hund durch den Wald marschiert. Wunderschöner Sonnenschein, die Blätter wagen sich hervor, Vogelkonzert, und dann plötzlich von etwas weiter weg die Stimmen von Kindern. Die Kinder eines Kindergartens waren offensichtlich auch unterwegs. Sehen konnte ich sie noch nicht, wohl aber war ihr fröhliches Geplapper zu hören, das auf einmal in Singen mündete. „Du gibst uns die Sonne , alles kommt von dir. Darum danken wir, dir, lieber Gott dafür!“ Unwillkürlich summte ich mit, kenne ich das Lied doch schon seit vielen Jahren. Mittlerweile war ich bei der Gruppe angekommen. Großes Hallo, ein Hund, der gerne alle vorsichtigen Streicheleinheiten annahm. „Wie heißt der?“ „Ole.“ Der kleine Knirps grinste mich an und fing dann an zu singen: „Du gibst ihr den Ole, alles kommt von dir“, der Rest der Truppe fiel begeistert und lautstark ein.  
    Alles kommt von dir - 27.04.2016
  • Ich war zur Teamsitzung ins Pfarrbüro eingeladen. Die Tür wurde von einem jungen Mann geöffnet. Er stellte sich als Praktikant vor und erzählt weiter: „Ja, auf der Suche nach einer Praktikumsstelle hat der Pastor mir angeboten, das Leben als Priester kennenzulernen. Und dieses Angebot habe er angenommen.“ Der junge Mann ließ sich von Gott führen und hatte keine Berührungsängste. – Eine Spur für mich: um Gott kennenzulernen, muss ich mich von ihm berühren lassen.  
    Sich berühren lassen - 20.04.2016
  • In dieser Woche gibt es im Fernsehen u.a. eine Dokumentation zum Thema „Die Unsterblichkeitsformel“. In der Sendung werden u.a. Humanbiologen, Philosophen, Soziologen und Anthropologen befragt: „Ist ewiges Leben überhaupt möglich?“ Der Mensch unternimmt wohl eine ganze Menge, um dem sicheren Tod zu entkommen. - Wie tröstlich sind für mich die Spuren von lieben Verstorbenen die aus der Haltung lebten: „Wir sind von Gott umgeben auch hier in Raum und Zeit und werden in ihm leben und sein in Ewigkeit.“ - Sie gaben an uns ihre Osterhoffnung weiter.  
    Der Kampf gegen die Endlichkeit - 15.04.2016
  • Jetzt, wenn es wärmer wird, habe ich Lust in unserem Garten zu arbeiten. Was mich fasziniert ist, dass sich bei manchen Blumen unter den verdorrten, vertrockneten und abgestorbenen Blüten, dicke grüne Knospen zeigen. Als würden sie nur auf die Sonne warten ,um sich zu entfalten. Mit der Wärme in Gottes Schöpfung entfaltet sich neues Leben. Ich bitte um die Erfahrung, dass Gott an meiner Seite ist und bei mir neues Leben zum Wachstum bringt.  
    Verdorrt, vertrocknet, abgestorben - 06.04.2016
  • Die Emmaus-Jünger machten u.a. die Erfahrung, dass Christus mit ihnen des Weges ist, zuhört und ihre Sorgen teilt. Er ist an Ihrer Seite. Eine Spur, die mir Vertrauen schenkt in der aktuellen Situation in meiner Familie: Mein Schwager liegt im Sterben und ich kann nur beten: „Lass uns wie die Emmaus-Jünger erkennen und spüren, dass du ihn, seine Familie und uns in dieser leidvollen Situation begleitest.“  
    Wegbegleiter - 30.03.2016
  • Im Gottesdienst sangen wir das Lied: „ Ich glaube an den Vater,…..der uns mit seiner Liebe in seinen Händen hält…“ Diese Erfahrung machte ich in den letzten Tagen. Ich besuchte nämlich einen Bekannten im Krankenhaus, der vor einer Operation stand. Da er gesundheitlich sehr eingeschränkt ist, kann er weder telefonieren noch den Schwestern schellen. Neben ihm lag ein junger Mann, der wie ganz selbstverständlich seine Unterstützung anbot. – Für mich eine Spur vom Gott unseres Lebens, dass er uns besonders im Leid mit seiner Liebe in seinen Händen hält.  
    In seinen Händen - 23.03.2016
  • Ich war beim Schlüsseldienst und musste noch etwas warten. Die Käuferin vor mir zeigte plötzlich auf ein Kistchen mit kleinen Perlen, die wie ein Auge aussahen. „Ich möchte zwei mitnehmen!“, verlangte sie. Auf die Frage Ihrer Begleiterin, was sie mit diesen Anstecknadeln machen möchte, antwortete sie:  „Ich stecke sie an den Kinderwagen. Sie sollen den bösen Blick von meiner Tochter abwenden.“ Zuerst war ich irritiert und sehr erstaunt, doch dann kam mir in den Sinn, einfach in diesem Augenblick meine Kinder dem gütigen Blick Gottes anzubefehlen. Danke für die Spur.  
    Der Blick - 16.03.2016
  • Die täglichen Berichte von den Flüchtlingsschicksalen an den Grenzen Europas übermittelt mir ein Gefühl des Chaos, der Ausweglosigkeit, der Unmenschlichkeit. Da hinein lese ich gerade die Aussage: „Gott ist ein Gott der Treue, er lässt jeden einzelnen in seiner größter Not und Dunkelheit nicht im Stich. Er leidet mit.“ Diese Erfahrung des Mitgehens in ausweglosen Situationen habe ich in meinem kleinen Leben erfahren und bin dafür unendlich dankbar. Jetzt spüre ich als Spur Gottes seine Aufforderung: Vertraue mir, ich leide wirklich mit allen Flüchtlingen. Mein Sohn trägt alles mit auf seinen Schultern  
    Ausweglos - 09.03.2016
  • Wir saßen mit unserem Pastor zusammen und überlegen, welche Aktivität wir für unsere Marienkapelle im Rahmen des spirituellen Sommers anbieten könnten. Wir tugen die verschiedensten Gedanken zusammen. Plötzlich stand die Idee im Raum, einen Pilgerweg „zum Krug des Vertrauens“ zu gestalten. Der Krug ist u.a. ein Symbol in unserer Kapelle. Maria soll wie bei der Hochzeit zu Kana Jesus bitten, unser Wasser des Lebens anzunehmen und zu wandeln, nach dem Text auf einer Karte: „Vielleicht geschieht ja ein Wunder, wenn wir das Wasser unseres Lebens in den Krug des Vertrauens geben und Jesus Christus Wandlung zutrauen.“ Ich bin dankbar für die Spur und für die Erfahrung, dass im Gespräch eine Quelle des Lebens anfing zu sprudeln.  
    Alle meine Quellen entspringen in dir - 02.03.2016
  • Ich gehe an einem herrlich kalten und verschneiten Tag zügig durch den Wald. Plötzlich fängt ein Vogel an zu „schimpfen“, als wollte er all seine Artgenossen warnen, dass ein Mensch in der Nähe ist. Mir kommt der Gedanke, als würde der Vogel auch mit mir schimpfen und sagen: „Stopp, lauf nicht so schnell, halt an, schau dich um und genieße die Natur! Es ist eine Spur, die dir der Gott der Schöpfung heute schenken möchte.“ Und wirklich, ich bleibe immer wieder stehen und entdecke plötzlich herrliche Bilder, z.B. dick verschneite Äste, auf die die Sonne fällt. Bilder, die noch lange nachklingen.  
    Stopp - 24.02.2016
  • Aus den Nachrichten der letzten Tage bleiben mir u.a. die Bilder hängen, wo meterweise aufgerollter Stacheldraht darauf wartet als Grenzzaun aufgestellt zu werden. Ich kenne noch bei mir das besorgte Gefühl, als in Berlin am 13. August 1961 die Mauer errichtet wurde. Was empfinden wohl die Flüchtlinge, deren Weg plötzlich am Stacheldraht endet? – Solidarität als verbindende Einheit erlebte ich gestern Abend in unserer Kirchengemeinde. nterschiedlichste Verbände trafen sich um ihre Unterstützung beim ersten gemeinsamen Treffen von Asylanten und der Bevölkerung anzubieten. Für die rund 100 Flüchtlinge ist ein gemeinsames Treffen in den kirchlichen Räumen bei Kaffee und Kuchen geplant. Die verschiedenen anwesenden Verbände sagten spontan ihre Mithilfe zu. Selbst die Messdiener übernahmen eine Aufgabe. Sie wollten sich um die Kinder kümmern. Der Abend war für mich eine Spur Gottes und zwar dafür, dass das Existieren von christlichen Seelen in Europa keine leere Worthülse ist.  
    Ein anderer Ansatz - 18.02.2016
  • Fastenzeit oder Freiheit statt Abhängigkeit – Den Aschermittwoch nehmen viele Menschen zum Anlass, kürzer zu treten. Viele überdenken und ändern Ihre Lebensweise in den nächsten sechs Wochen bis Ostern, verzichtet für Tage oder gar Wochen freiwillig auf feste Nahrung und Genussmittel wie Kaffee, Zigaretten und Alkohol. Sie möchten Ihren Körper entgiften. – Ich stelle mir die Frage, welche Gewohnheiten möchte ich verändern, Gewohnheiten von denen ich nicht loskomme, wie z.B. „auf die Palme gehen“ in Situationen, die mich immer wieder ärgern. – Gott läd mich in den nächsten Wochen ein, frei zu werden von Verhaltensweisen, die sich eingeschlichen haben. Zu entgiften. Ein herausforderndes Übungsfeld.  
    Fastenzeit oder Freiheit - 10.02.2016
  • Karneval verbindet in diesen Tagen verschiedenste Menschen und verschiedenste Generationen. Miteinander wird gelacht, geschunkelt, gesungen, sich gefreut. Bei den Tänzen, Gesängen, Büttenreden etc. erlebe ich vollkommen neue Begabungen von mir bekannten Personen, Seiten, die ich bisher noch nicht erlebt habe. - Mir kommt es vor, als hörte ich den Gott des Lebensfreude zu den Jecken sprechen: „Gut, dass du da bist. Hab‘ Mut und lebe deine Talente, auch dann, wenn der Alltag nach Aschermittwoch wieder zurückkehrt. Sei gewiss, ich freue mich an dir.“.“  
    Helau, Alaaf - 03.02.2016
  • Eine Teambesprechung war angesagt. Ich brachte drei Themen mit, die zu überlegen waren, und zu denen ich gerne zu Lösungen kommen wollte. Plötzlich finden sich im Gespräch recht konkrete Schritte. Auf dem Nachhause-Weg überlegte ich: Was ist heute für ein besonderer Tag, dass das Gespräch so konstruktiv verlief. Und die Antwort kam abends im Gottesdienst am 23.01.16. Hier wurde über den folgender Satz aus der Lesung gepredigt: „Heute ist ein heiliger Tag zu Ehren Eures Herrn Jesus Christus.“ Es ist für mich eine überraschende Spur Gottes, dass er Wege, die sich öffnen, mitgeht. Er vermittelt mir zu Beginn von 2016 die Zusage: „Habe Mut und Vertraue auf mein Mitgehen. Ich bin an deiner Seite.“  
    Überraschung - 27.01.2016
  • Wir besuchten das Konzert „The Cavern Beatles – Live from Liverpool“. Wie ich den Besucher ansah, waren hauptsächlich Einzelne oder Paare im Alter von 55 Jahren bis 75 Jahren vertreten. Das Konzert begann. Je länger wir zuhörten, umso mehr veränderte sich das Verhalten der Zuhörerschaft. Während anfänglichen der Takt mitgeklatscht wurde, standen immer mehr Teilnehmer bei den Liedern auf, bewegten sich zur Musik, tanzten wie wild, schunkelten. Hier spielte das Alter absolut keine Rolle mehr. Paare sahen sich bei bestimmten Liedern an, als wollten Sie sich mitteilen „Weißt du noch…“. Ich hatte das Gefühl, als knüpfte jeder Zuhörer an ein altes Lebensgefühl an. - Das begeisterte Miteinander war für mich eine Spur von dem, was sein kann, wenn der Himmel die Erde berührt.  
    Lebensgefühl - 20.01.2016
  • "Gutmensch" wurde als das Unwort des Jahres 2015 gewählt. Als „Gutmenschen“ beschimpfte man gerade 2015 diejenigen Menschen, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen. In diesem Zusammenhang ist für mich eine Mut machende Spur, dass am Wochenende die vier Bischöfe der großen Kirchen in Baden-Württemberg die Menschen zur Beteiligung an einer Kundgebung aufrufen. Die Kundgebung steht unter dem Leitwort. „Wir sind die Vielen, die zusammenhalten gegen Rassismus und Gewalt in unserem Land“. (am 16. Januar 2016 in Stuttgart)  
    Gutmensch - 13.01.2016
  • „Die Deutschen haben noch nie so viel gespendet“ - diese Aussage einer wissenschaftlichen Erhebung habe ich konkret erfahren. Hier die Antwort eines Apothekers, den ich bat, die Rechnung (500,–€) für eine ältere Dame, die im Seniorenheim lebt und monatlich für ihre privaten Ausgaben mit ca. 100,– € auskommen muss, in möglichst kleinen Raten (25,– €) abzubezahlen: „Ich danke für das Angebot, die Summe in kleinen Raten abzutragen. Als langjähriger, lieber Kundin der X-Apotheke möchte ich Frau Sch. danken und verzichte hiermit auf weitere Zahlungen, da ich das Glück habe, Müßiggang und Schlendrian genießen zu dürfen. Das Konto ist somit glatt gestellt – mit einer Bitte: Sie möge diese neue finanzielle Freiheit nutzen, um (eine) Spende(n) in ihrem finanziellen Rahmen und nach ihrem Empfinden an das Hospiz zu geben.“ - Eine Spur am Dreikönigstag: Der Apotheker hat sich vom Stern der Liebe führen lassen. Danke, du Gott unserer Sorgen, für diese Haltung der BarmHERZigkeit. P.S. Ich habe ebenfalls eine kleine Spende an das Hospiz überweisen können.  
    Sterndeuter - 06.01.2016
  • In einem Zeitungsartikel heißt es, dass man Glück erlernen kann. Psychiatrie-Patienten erfahren die Heilkraft der Musik, Depressive werden mit Genusstraining therapiert. Um das Leben wirklich wertzuschätzen, müssen wir es fühlen, schmecken, hören, tasten und riechen. - Könnte ich „erfüllter leben“ oder die Wertschätzung Gottes bewusster erfahren, wenn ich versuche, Gottes liebende Spuren z.B. im Fühlen oder im Hören zu entdecken? Ein Vorsatz für 2016!  
    Erfüllt leben - 30.12.2015
  • In einem Zeitungsartikel heißt es, dass man Glück erlernen kann. Psychiatrie-Patienten erfahren die Heilkraft der Musik, Depressive werden mit Genusstraining therapiert. Um das Leben wirklich wertzuschätzen, müssen wir es fühlen, schmecken, hören, tasten und riechen. - Könnte ich „erfüllter leben“ oder die Wertschätzung Gottes bewusster erfahren, wenn ich versuche, Gottes liebende Spuren z.B. im Fühlen oder im Hören zu entdecken? Ein Vorsatz für 2016!  
    Erfüllt leben - 30.12.2015
  • Während ich im Wohnzimmer lese, schaue ich hin und wieder nach draußen. Plötzlich bricht ein Lichtstrahl durch die Wolken, es zeigt sich ein Stückchen blauer Himmel.Ich werde an das Lied erinnert „O Heiland, reiß die Himmel auf, … reiß ab wo Schloss und Riegel für“. Eine Spur? Wo erlebe ich die Botschaft, dass Schloss und Riegel abgerissen werden, und Herzen sich öffnen? - Ich werde an einen Besuch bei einem 18jährgen Mädchen erinnert. Freudestrahlend erzählte sie mir, dass ihre Mutter sie zum ersten Weihnachtstag eingeladen hat. Vor 6 Wochen sah das noch anders aus. Da klagte sie mir noch ihren dicken Zoff mit der Mutter und dass sie Weihnachten alleine sei. Der Weg auf Weihnachten zu schafft Durchbrüche und öffnet Herzen heute wie vor 2000 Jahren.  
    Durchbruch - 23.12.2015
  • Zig Fans sind überglücklich, dass der Star-Wars-Film endlich im Kino läuft. Reklame ist genug gemacht, Fanartikel sind genau passend zur Weihnachtszeit auf dem Markt, die Produzenten rechnen insgesamt mit 20 Milliarden Umsatz.- Mir kommt der Gedanke, dass der Ausdruck „das Erwachen der Macht“ auch auf die Geburt Christi passen würde. Welche Spur von ihm kann ich verlebendigen, damit seine „Macht der Liebe“ spürbar wird. Vielleicht schreibe ich "Macht der Liebe" als Maßstab für mein Verhalten auf einen Zettel, lege diesen in die Krippe und bitte um Unterstützung bei der Umsetzung.  
    Star Wars – Das Erwachen der Macht - 16.12.2015
  • Ich bekam heute einen Link geschickt. Beim Öffnen erschien das Deckenfresko aus der Sixtinischen Kapelle in Rom: „Die Erschaffung des Adams“. Doch das Fresko war animiert. Gottvater bewegte seine Hand und krault liebevoll und zärtlich die Hand von Adam. - Mir kam der Gedanke, Gott möchte nicht nur Adam, sondern uns allen seine zärtliche Nähe schenken. Diese Zärtlichkeit besonders im Advent zu entdecken, könnte eine Botschaft sein. Heute entdeckte ich diese Zärtlichkeit z.B. in der frischen Luft, die mir einfach nur guttat, als ich morgens zum Brötchenholen fuhr, oder in dem lieben Kartengruß einer Freundin.  
    Zärtlichkeit - 09.12.2015
  • Ich höre in den Nachrichten immer wieder Bericht über den „Pflegenotstand“ in Krankenhäusern und Seniorenheimen. Konkret erlebte ich einen emotionalen Pflegenotstand vergangene Woche in einem Seniorenheim. Hier besuche ich in unregelmäßigen Abständen eine ältere Dame. Sie ist körperlich eingeschränkt, doch geistig ganz aufgeschlossen. Sie formulierte diesmal im Gespräch eine Sehnsucht nach Gesprächsaustausch: „Das Schwierigste hier ist es zu akzeptieren, dass ich mit keinem z.B. über politische Ereignisse sprechen kann. Ich bin mit meinen Gedanken, Sorgen und Fragen allein gelassen.“ Ich hörte ein Bedürfnis heraus auch im Alter – ob gesund oder krank, mit den eigenen Empfindungen nicht allein gelassen zu sein. – Das war eine Spur und ein Hinweis für mich, regelmäßiger im kommenden Jahr diese Dame zu besuchen, mehr Zeit zu investieren, um das Jahr der Barmherzigkeit lebendig werden zu lassen. Konsequenz: Ich trage mir feste Termine für den Besuch in den Kalender 2016 ein. – Dann lese ich sonntags eine interessante Aussage in der Zeitung: „Hilfsbereitschaft dient der eigenen Gesundheit und dem Wohlbefinden.“  
    Pflegenotstand - 02.12.2015
  • Ich bin immer wieder dabei, innerhalb des Hauses etwas zu verändern. Diesmal sind es die Gardienen. Alte aus dem Wohnzimmer, die ich vor einem Jahr in einen Karton verpackte, möchte ich in den Fernsehraum hängen. Ich meinte, den Gardinenkarton sofort greifen zu können, doch das war ein Irrtum. Ich suchte und suchte und fand ihn einfach nicht. Ich gab irgendwann das Suchen auf. Jetzt, als ich die Adventsdekoration vom Boden holte, fiel mir ein Paket ins Auge, darauf stand „Gardinen“. Und wirklich, es war das vermisste Paket. – Mir fällt dazu eine Parallele im Blick auf den Glauben ein: Ich frage mich schon manchmal, ob Gott tatsächlich meinen Weg mitgeht. Und ich stehe in der Versuchung, die Suche nach seiner Nähe, etwa im Gebet, aufzugeben. So spornt mich die adventliche Gardinen-Suche an, mit der Gott-Suche nicht aufzuhören.  
    Verloren? - 25.11.2015
  • Alle 3 Sekunden starb im Zweiten Weltkrieg ein Mensch. Diese Aussage hörte ich am Volkstrauertag. Gedanken, die sofort aufkamen: Wieviel Menschen lassen wohl augenblicklich pro Stunden in den Kriegsgebieten der Erde ihr Leben? Dann die aktuelle Meldung: 129 Menschen wurden am Freitag in Paris durch Terroranschläge innerhalb kürzester Zeit getötet. „Die Stadt des Lebens erlebte einen Angriff auf ihre Art zu leben“, hieß es u.a. in den Nachrichten. Ich bin sprachlos. Mir fällt  das Lied ein: „Gib uns Frieden jeden Tag, lass uns nicht allein… denn nur du, unser Got,t hast die Menschheit in der Hand, lass uns nicht allein!“ Eine Spur für mich, diese Bitte besonders am heutigen Buß- und Bettag erneut in Gottes Hand zu legen und um Umkehr und Neuorientierung zu bitten.  
    Alle 3 Sekunden - 18.11.2015
  • „Hinter jeder Tür wartet eine Spur Gottes“ – diese Aussage begleitete mich, als ich die nähere Nachbarschaft zum Kaffee einlud. Alle – auch die neu Zugezogenen – sagten spontan zu und freuten sich. Bei der Kaffeetafel fand ein reger Austausch statt und wir lernten uns etwas näher kennen. So unvoreingenommen ich bei der Einladung an den verschiedensten Haustüren schellte, so unvoreingenommen erwarte ich nicht immer hinter jeder Tür eine Spur Gottes. Manchmal wird mein Blick durch Vorurteile beeinträchtigt. – Die Erfahrung nehme ich als Hinweis an mich, in den nächsten Wochen einfach offener zu sein für das, was mich wirklich hinter den Türen erwartet. Ich las gerade, dass früher der Martinstag zugleich der letzte Tag vor einer sechswöchigen vorweihnachtlichen Fastenzeit war. Also ist mein „Fastenziel“, auf Vorurteile zu verzichten.  
    Hinter jeder Tür wartet eine Spur Gottes - 11.11.2015
  • Wir wurden heute an „Allerheiligen“ von unserem Pastor aufgefordert, bis zum 01.11.2016 unsere Beiträge für die Akte „heilig“ im Pfarrbüro abzugeben. Immer wenn wir etwas Positives erfahren, lesen oder wahrnehmen, soll dies aufgeschrieben werden. Hintergrund ist: Wir hören oft in den Nachrichten nur noch Katastrophenmeldungen. Mit dem Blick auf das Lebenswerte möchte unser Pastor für eine Kultur des Lebens sensibilisieren. Denn Christus wollte eine Kultur des Lebens. Eine Spur, die mich sofort ansprach und die ich gerne auch für den „Hausgebrauch“ weitergeben möchte. Schreiben Sie für sich doch auch eine Akte „heilig“! Selbst der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Meinen ersten Beitrag habe ich heute per E-Mail abgeschickt.  
    Akte „heilig“ - 04.11.2015
  • Unsere lieben Verstorbenen sind nicht einfach weg. - Eine Bekannte erzählte mir von Schwierigkeiten am Arbeitsplatz. In dieser Situation spüre sie aber, wie ihre Freundin, die im Sommer verstarb, ihr schützend und begleitend vom Himmel aus zur Seite stehe. Ihre feste Überzeugung: „Sie achtet vom Himmel aus auf mich!“ – Unsere lieben Verstorbenen sind also nicht einfach weg. Ich wurde an die Aussage erinnert: „Es ist die Zärtlichkeit der Toten, die uns Gnade erflehen und göttlichen Schutz.“ (Adalbert Ludwig Balling). Es ist eine Spur Gottes für mich, dass diesseits und jenseits eine Einheit bilden.  
    Verstorbene sind nicht weg - 28.10.2015
  • Ich ging mit einem Bekannten vom Arzt. Unterwegs brach sein Kreislauf immer wieder zusammen. Er musste sich an der Hauswand oder am Geländer festhalten. Wir gingen an der Fußgängerzone vorbei, und ich hatte den Eindruck, dass wir beobachtet werden. Als ich den Parkschein zog, kam ein Mann auf mich zu und fragte: „Kann ich Ihnen helfen?“ Ich sah in sein Gesicht und spürte im ersten Augenblick keine Sympathie. Trotzdem war ich froh um seine Unterstützung. Wir begleiten gemeinsam meinen Bekannten zum Auto. – Ich dachte im Nachhinein: Das war ein deutlicher Hinweis von oben. Der erste Eindruck eines Gesichtes sagt nicht immer etwas über das Herz aus.  
    Das Gesicht - 14.10.2015
  • Neben den Themen VW, Flüchtlingsproblematik, Israel u.a. wird im Fernsehen auch kurz über die Eröffnung der Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie berichtet. Meine Frage ist: Wie kann es gelingen, den Menschen zu vermitteln, dass Gott uneingeschränkt Ja sagt zu den verschiedensten Lebenssituationen des Menschen. Er sagt Ja auch zu den gelungenen und gescheiterten Lebensentwürfen. Oder wie heute in der Zeitung die Aussage von Kardinal Reinhard Marx zitiert wird: „Wir werden daran arbeiten, dass die Menschen erfahren, dass die Kirche ganz zu ihnen steht.“ – Ein Hinweis für mich, jetzt noch verstärkter um den Geist der Weisheit zu beten.  
    Bischofssynode - 07.10.2015
  • Ich ernte die Weintrauben in unserem Garten, und in diesem Jahr gibt es wirklich viele. Bevor ich die Früchte abschneide, fühle ich nach, ob sie reif sind. Einige Trauben probiere ich vorher, denn nicht alle haben das gleiche Reifungsstadium. Die Sauren muss ich wirklich ausspucken, sie schmecken einfach nicht. Dabei kommt mir der Gedanke, dass meine Persönlichkeit auch unterschiedliche Seiten hat. Ich weiß, dass ich manchmal auch für meine Umgebung „ungenießbar, sauer“ bin. - Und ich denke daran, dass Gott auch Ja sagt zu mir, egal welche Seite ich lebe. Er bejaht mich nicht nur mit meinen „reifen“ Seiten. Danke!  
    Früchte - 30.09.2015
  • „Tausende Kartons, Hunderte Helfer, 11.000 Quadratmeter: Die Kleiderkammer für Flüchtlinge in Hamburg ist eine riesige private Hilfsaktion“, so heißt eine Überschrift im Nachrichtenblock. Eine Kleiderkammer die funktioniert, weil viele Spender Sachen vorbeibringen und zig Ehrenamtliche Zeit, Kraft und vielleicht auch Nerven bei der Verteilung einsetzten. Ich danke Gott, dass sich so viele Herzen überall ansprechen lassen und so für mich ein „erfrischender Wind“ spürbar wird. - Gott ist auch ein Gott der Heimatlosen.  
    Erntedank - 23.09.2015
  • "Kinder nicht um Gott betrügen" - an diesen Buchtitel wurde ich beim letzten Pfarrfest erinnert. Das Fest war gleichzeitig das Abschiedsfest für unseren Pastor, der jetzt in den Ruhestand geht. Der Pfarrsaal war voller Gemeindemitglieder unterschiedlichsten Alters. Ich saß neben einem jungen Vater und wir kamen ins Gespräch. „Was verbindet Sie mit unserem Pastor?“, war meine Frage. Seine Antwort: „Ich kenne den Pastor von der Erstkommunionvorbereitung. Unser Kind ist davon noch so begeistert und ich wünsche mir, dass unsere Tochter an diese Glaubenserfahrung anknüpfen kann. Ich habe in der Jugend Glaube und Gemeinschaft in der Kirche erfahren und ich wünsche mir auch diese Erfahrung für meine Tochter.“ – Gottes Spur die Mut macht.  
    Kinder nicht um Gott betrügen - 09.09.2015
  • Letztes Jahr wurde unsere Marienkapelle durch Brandstiftung zerstört. Mit viel Unterstützung konnte sie innerhalb eines Jahres wieder aufgebaut werden. Jetzt stehen noch Außenarbeiten an. Um hierfür die finanziellen Mittel zu bekommen ist ein großes Benefizkonzert mit ansässigen Chören geplant. Diese Woche geht es darum die Plakate und Flyer zu verteilen, um auf das Konzert aufmerksam zu machen. Ich bin immer wieder überrascht. Ob beim Bäcker, beim Frisör, in den Apotheken oder den Tankstellen – überall bekomme ich die Rückmeldung: „Ach ja, die Kapelle kennen wir, gerne hängen wir die Werbung auf!“ Mir wird ganz deutlich, dass der Wiederaufbau eines heiligen Ortes wirklich „keine Verschwendung“ ist.  
    Keine Verschwendung - 02.09.2015
  • Wir sitzen mit mehreren Bekannten zusammen. Unwillkürlich tauschen wir uns über die unbegreifliche Flüchtlingswanderung aus. Unterschiedliche Meinungen werden vertreten. Von: „Wir haben viele leerstehende Zimmer und könnten manchen aufnehmen“ bis „Viele wollen doch nur unser Sozialsystem ausnutzen…“ Abends denke ich: Es ist bestimmt vom Heiligen. Geist eingegeben, dass der der Papst bei der augenblickliche Flüchtlingsbewegung das Jahr der Barmherzigkeit ausruft. Und dieses Jahr fängt nicht erst am 08.12.2015 an.  
    Jahr der Barmherzigkeit - 26.08.2015
  • Wir besuchten ein Chorkonzert. Fasziniert hörten wir den vorgetragenen Stücken zu, doch am meisten beeindruckte mich der Dirigent. Ein junger Mann, der ohne Starallüren auf einer ganz natürlichen, frohen und begeisternden Art den Chor motivierte. Seine Art wirkte ansteckend. Wer ist dieser Dirigent? Als ich abends seinen Namen in Google eingab, konnte ich nachlesen, dass er dankbar ist, dass seine Eltern ihn immer gefördert haben: „Ich habe das gemacht, was ich wollte, und meine Eltern ließen es zu, ich durfte meinen Weg gehen.“ Leistungen und gute Noten waren hier wohl nicht das primäre Ziel, sondern das Wohl des Kindes. Für mich eine Mut machende Spur Gottes - jetzt zum Beginn des neuen Schuljahres.  
    Entdecke, was in dir steckt - 19.08.2015
  • Seit Anfang des Jahres organisierte ich eine Wallfahrt. Ab Mai war der Bus ausgebucht. Immer wieder bekam ich Anrufe von Interessenten. 10 Personen standen auf der Warteliste, doch der Busunternehmer machte mir wenig Hoffnung, dass ein größerer Bus frei werde. Somit sammelte ich nur die Namen und dachte: „Wenn es Gottes Plan ist, dann ändert sich die Situation“. Als ich heute Morgen – 14 Tage vor der Wallfahrt – beim Busunternehmen anrief und nochmal nach einem größeren Bus fragte, hieß es: „Ich könnte ihnen einen 60-er-Bus anbieten.“ Was freuten sich die wartenden Wallfahrer, als ich mich meldete und ihnen ihr Mitfahren können mitteilte! Für mich war das seine Spur.  
    Er geht mit - 12.08.2015
  • In unserer Stadt begann der Kultursommer mit einer langen Essenstafel. Die Bevölkerung war eingeladen, an langen Gartentischen ausgefallene Speisen zu sich zu nehmen. Das Angebot wurde so stark angenommen, dass zwischenzeitlich kein Platz mehr zu bekommen war. Als wir am späten Abend an der Tafel entlangspazierten, wurden wir immer wieder von Bekannten ins Gespräch gezogen. Wir kamen nur langsam vorwärts. Mir kommt der Gedanke: „Essen allein genügt nicht, das Gespräch, der Austausch ist wichtig!“ – So wird die ganze Aktion für mich zu einem Gleichnis für das große Mahl im Reich Gottes, von dem in der Bibel die Rede ist.
    Austausch - 05.08.2015
  • Gesichter der Flucht sind in dieser Woche auf der Spiegelausgabe abgebildet. Was die Flucht für den Einzelnen bedeutet, kann nur erahnt werden: Wegen Krieg, Verfolgung, Armut nehmen die Menschen den Wegzug aus der Heimat, das Verlassen der Freunde und der Familie, die Strapazen der Flucht etc. auf sich. - Ich frage mich, welche Botschaft Gott uns durch den nicht endenden Flüchtlingsstrom und das oft aggressive Reagieren darauf mitteilen möchte. Wo und wie sollen wir umkehren?
    Gesichter der Flucht - 29.07.2015
  • Nichts geht mehr. Ich sitze im Wohnzimmer und will mich nicht mehr bewegen. Die Hitze lähmt jegliche Aktivitäten und fördert die Sehnsucht nach Ruhe, nach Nichtstun. - Nichtstun: Vielleicht sind die 34 Grad ja Hinweis einer „Spur“ von oben: Einfach im Alltag immer wieder eine Auszeit einlegen. Mich von allen Aktivitäten und Anforderungen frei machen und einfach im Nichtstun da sein, entschleunigen. - Ich darf auch vor Gott – ob aktiv oder passiv- einfach Dasein.
    34 Grad - 22.07.2015
  • Mein Mann lag einige Wochen im Krankenhaus. Krankheitsbedingt war die Pflege nicht immer einfach. Trotzdem machte ich die Erfahrung, dass die Krankenschwestern meinen Mann geduldig begleiteten und ihn durch aufmunternde Worte oder eine nette Geste unterstützten. - Sie waren für mich Boten einer noch größeren Unterstützung: Ob gesund oder krank, jeder ist für IHN wichtig. Danke!  
    Würde - 14.07.2015
  • Bei uns in der Stadt wird seit Wochen an Verkehrsknotenpunkten gebaut. An zwei Stellen sind Kreisverkehre geplant. Dafür wurde die Fahrbahndecke aufgerissen, Rohre verlegt etc. Mich erstaunt, dass trotz diesem Chaos hinterher Fahrbahn und Bürgersteige wieder genau passen, Stolperfallen gibt es nicht. Eine wirklich beeindruckende Ingenieurleistung. – An diese Straßenbaustelle werde ich oft erinnert, wenn ich augenblicklich die Nachrichten höre. Bei wie vielen Ereignissen habe ich das Gefühl, die Ordnung ist vollkommen durcheinander geraten. Ich kann nur vertrauen, dass Gott als „Weltingenieur“ den vollkommenden Überblick behält – und die Menschen das ihre dazu leisten.  
    Baustellen - 08.07.2015
  •  Ich führte einen neuen Mitarbeiter in meine Arbeitsgebiete ein. Immer wieder spürte ich, wie sich unsere Arbeitsstile unterscheiden. In manchen Situationen wurde ich innerlich ganz unruhig und musste mich zwingen, nicht mit Vorschlägen einzugreifen. Irgendwann kam mir der Gedanke: „Versuch doch einfach einmal die Blickrichtung zu verändern und greife auf den positiven Ansatz zurück. Suche die Begabungen bei dem neuen Mitarbeiter, entdecke sie! “ – Das war eine gute Eingebung und Spur! Danke!  
    Die Blickrichtung wechseln - 01.07.2015
  • Ich nahm an der Beerdigung einer 98 Jahre alten Bekannten teil. In der Friedhofskapelle waren wirklich nur eine Hand von Personen anwesend, die Abschied nahmen. Mir wurde deutlich: Niemand kannte sie, denn nur 2 Aussagen über ihr Leben konnte der Pastor aufgreifen: „Ihr Mann verstarb vor 3 Jahre.“ Und: „In der letzten Zeit wurde sie barmherziger.“ Über ihre Wünsche, ihre Sehnsüchte, ihre Verwundungen, ihre Freuden, ihre Einsamkeit ist nichts bekannt. Der Pastor griff trotzdem sehr sensibel diese Situation auf. Dabei verwendete er unterschiedliche Aussagen: „Ich bin dein guter Hirte“ oder „Dein Name ist in meine Hand geschrieben, denn ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Ich kenne dich, nichts geht verloren. Ich habe dich immer gesehen“. - Es ist egal, wie groß die Beerdigung ist. Die Botschaft bleibt: Er sieht mich, er kennt mich und ich bin ihm wichtig. Eine für mich tröstliche Beerdigung!  
    Mein Name - 24.06.2015




Was ist Spurensuche?

Spurensuche ist eine Möglichkeit, den "Gott des Lebens" zu entdecken. Wir erzählen, was uns bewegt: innere Anregungen, Erfahrungen, Ereignisse. Wir versuchen, sie im Glauben als Anruf Gottes zu deuten. Wir stellen uns damit in die Glaubenstradition der Bibel, die bezeugt, dass Gottes Geist die Menschen treu begleitet und hinter allem steht und wirkt.