Kunst · Theater · Literatur

07.10.2009

Pfütze

Foto: pantau007 - pixelio.de 339440


Christa Müller-Hoberg

Die Pfütze

Heute sah ich eine Pfütze.
Eine Momentaufnahme. Es hatte geregnet.
Wasserreste hatten sich auf dem Feldweg in einer Vertiefung gesammelt.
Spuren hatte so manches Rad hinterlassen, hatte sie in Tiefe und Form verändert, ihr Wasser aufgewühlt, verunreinigt.
Kinderstiefel hatten drin gepatscht, Abdrücke in den Matsch modelliert.

Wer diese Pfütze zu betrachten sich die Mühe machte, konnte beobachten, wie ihre Oberfläche unruhig wurde ob des Lebens, das sie durchfurchte.
Sie blieb jedoch, trotz ihrer unwichtigen Veränderung, ihrer Anpassung an die Gegebenheiten der Naturgesetze, still und offen –
und wer genauer hinsah,
sah den Himmel sich in ihr spiegeln.

 

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