Zeichen der Zeit

17.02.2010

Prerow

Foto: Christa Müller-Hoberg

 

Angst

Ich habe Angst,
unheilvolle Angst,
die sich zäh auf mein Denken niederlässt.
Sie lässt sich nicht abschütteln,
befällt mich wie beißendes Ungeziefer
und verzerrt mein Lächeln,
erstickt meine Freude.

Ich will sie bannen
auf dies Papier,
in Worte fesseln,
ablegen, überwinden, besiegen.
Ich will sie aussprechen,
dass sie kaputt geht,
zerbricht an meinem Bekenntnis.

Ich hege Gram über des Menschen Geschick,
dass mich jene tiefe Berührung in meinem Innern
nicht mit Glück erfüllt,
ausschließlich und gänzlich,
sondern noch ärgerlichen Platz übrig lässt
für diese dumpfe, lähmende Angst.

So sinne ich nach,
wie ich den Konjunktiv dieses mächtigen Urgefühls
in das Präsenz einer mächtigeren Freiheit wandeln kann,
Freiheit zum Verkosten und Beantworten
aller Wunder der Liebe.

Mutter der Glaubenden,
erbarme dich der Finsternis meines Unglaubens
und meine Seele wird preisen.


Christa Müller-Hoberg

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