Meditation

22.04.2007

Primatskapelle am See Genezaret

vor der Primatskapelle am See Genezaret

Aller guten Dinge sind drei – zu Joh 21,1-19

Aller guten Dinge sind drei –
sagt der Volksmund und meint damit, dass manche Dinge ihre Zeit brauchen.

Manche Worte muss man dreimal sagen oder hören, um wirklich zu begreifen,
manche Prüfung wird erst beim dritten Mal bestanden.
Das dritte Mal ist das Entscheidende – es vollendet die vorausgehenden Male. Das dritte Mal macht vollkommen.
Wer drei gute Dinge empfangen hat, ist wunschlos glücklich.

Aller guten Dinge sind drei –
Das gilt auch für die Apostel nach Ostern: Petrus und seinen Begleiter ist in Jerusalem zweimal der Auferstandene erschienen, hat ihnen den Heiligen Geist gegeben und sie mit einem Auftrag in die Welt gesandt (Joh 20,19-29) – doch später finden wir sie in Galiläa beim alltäglichen Geschäft: „Ich gehe fischen“ sagt Petrus. Die anderen stimmen zu: „Wir kommen auch mit“ – so als wäre nichts passiert, so als hätte es Ostern nie gegeben.
Aber es kommt anders, als sie denken: mitten in ihrer Alltagsbeschäftigung begegnet ihnen Jesus, steht am Ufer und wartet auf sie. Jesus schenkt ihnen einen großen Fischfang – prophetisches Zeichen der Kirche, die er mit seinen Jüngern bauen wird.
An diesem Morgen geht es ihnen auf: „ES IST DER HERR!“
Ausdrücklich bemerkt der Evangelist:

„Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.“

Aller guten Dinge sind drei –
das erfährt schließlich Petrus in ganz dichter Weise: Dreimal wird er von Jesus gefragt:
„Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“
Dreimal kann er nur ganz persönlich antworten.

„Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe!“ – so antwortet er - dreimal. Mit jedem Mal wird die Schuld des Verrats abgewaschen. Jetzt erst kann Petrus das Wort Jesu hören und befolgen:

„FOLGE MIR NACH!“

Aller guten Dinge sind drei – ach Herr, hab Geduld mit uns!

Markus Lerchl

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