Meditation

23.09.2007

Wir haben seinen Stern gesehen
Sternstunde-Atempause

Vorlage zu einer Vigilfeier im Anschluss an die Weltjugendtage
für Jugendliche, Erwachsene, Kinder und alle, die Gemeinschaft im Glauben erleben wollen

 

Raumgestaltung:

Stühle im Halbkreis;
auf dem Boden ein langes Stoffband blau-gold, belegt mit Goldsternen und Kerzenlichtern;
an der Stirnseite leuchtet ein großes Sternbild (mit Beamer)


Begrüßung

Lied: Sternstunde – Atempause   >>zum Downloaden>>


Sternstunde – Atempause
mitten in der Erdenzeit.

Und in unsre Menschentage
fällt ein Stück Ewigkeit.

Wir spüren neu, wir ahnen jetzt,
wir blicken auf, wir sehen schon

sternenklar,
sternenklar.


T + M: Wilfried R öhrig  11 / 2005



Still werden, Ankommen
Stille, meditative Musik


Gebet

Gott des Lebens, du liebst uns Menschen und bist uns nahe.
Du begleitest uns auf unserem Lebensweg.
Du hast uns deinen Sohn, Jesus Christus, als Leitstern gegeben,
damit wir das Ziel unseres Lebens nicht verfehlen.
Lass uns die großen und kleinen Sterne unseres Lebens
als Hinweise auf dich verstehen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.


Lied

Stern-Assoziationen

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind eingeladen, Begriffe / Gedanken / Assoziationen zum Stichwort „Stern“ zu nennen. Diese werden auf kleinen Blättern notiert und auf dem „Sternen-Stoffband“ auf dem Boden gesammelt.


Lied: Sternstunde – Atempause - (als Kanon)


Wir haben (s)einen Stern gesehen – eine Szene

Personen:     Caspar - Melchior  -Balthasar

Es ist Nacht. Die B ühne ist abgedunkelt, nur einige Kerzen werfen ihr Licht in den Raum. An der Seite steht ein Fernrohr und liegen einige Schriftrollen, im Hintergrund ist ein heller Stern am Himmel zu sehen.

C   Geht aufgeregt auf und ab.
Es ist gro ßartig, geradezu sensationell! Ein neuer, leuchtender Stern am Himmel! –  Wo bleiben sie nur, meine beiden Freunde? Jetzt passiert mal was – und die beiden  bekommen ihren Hintern nicht aus dem Bett Mann o Mann…’

M und B betreten schlaftrunken die B ühne.

C   Na endlich, da seid ihr ja! Seid gegrüßt!

M /B  Sei gegrü0t, Caspar!

M Was verschafft uns denn die Ehre – zu so später Nachtstunde?

B  Wo wir doch unserem Leib und unserer Seele die wohlverdiente Nachtruhe gönnen sollten.

C  Die könnt ihr ein andermal wieder genießen. Jetzt ist etwas anderes angesagt: Augen auf und hingeschaut! Am Himmel hat sich etwas Fantastisches getan!

M  Eine neuerliche Mondfinsternis? Die lässt nach unseren Berechnungen doch noch geraume Zeit auf sich warten…

B  Sicher falscher Alarm, wie das letzte Mal. Du siehst mal wieder was, wo es gar nichts zu sehen gibt, du Träumer.

C  Ich sagte doch: Augen auf und hingeschaut! Hier steht mein Fernrohr. Dann schaut mal durch. Ich habe es noch in Position.

M  Schaut durch das Fernrohr. Irgendwas ist anders als sonst – ist da etwa ein neuer Stern?

B  Lasst mich mal ran. Schaut durch das Fernrohr. Tatsächlich, da leuchtet was.

C  Und ob da was leuchtet! Ein neuer Stern!! Hell und klar!!

B  Du könntest sogar Recht haben, das könnte ein neuer Stern sein …

C  Nicht „es könnte“, „es ist“.

M  Zugegeben, diese Runde geht an dich, lieber Caspar. Du warst schneller als wir.  Die Frage ist nur: Was hat das zu bedeuten?

C  Genauer gefragt: Was hat er zu bedeuten, dieser neue Stern?

M  Wenn du mich fragst: keine Ahnung.

B  Ich auch nicht.

C  Ihr habt doch auch – genau wie ich – alte Schriften. Vielleicht findet sich da ein Hinweis. In meinen habe ich schon mal nachgestöbert, aber leider nichts gefunden. Fehlanzeige.

M  Ich kenne meine Schriftrollen in- und auswendig. Von einem neuen Stern in unseren Tagen ist mir nichts in Erinnerung.

B  Mir auch nicht. Zudem: Selbst wenn da etwas Schwarz auf Weiß stehen würde – wer weiß, ob das stimmt?

C  Hat einer von euch vielleicht von anderen Gelehrten irgendwann mal etwas gehört?

B  Nein.

M  Nein, noch nichts gehört.

B  Damit ist der Fall wohl klar: Wenn sich in alten Schriften nichts findet und in unseren Sterndeuterkreisen nichts darüber bekannt ist, dann habe ich große Zweifel, ob an der Sache mit dem neuen Stern etwas Wichtiges dran ist.

M  Ich vermute, das ist eine besondere Sternenkonstellation. Aber diese kommt eben hin und wieder vor in der Sternenwelt. Einfach so. Kein Grund zur Aufregung also.

C  Ihr beiden, ich habe da eine Vermutung. Zugegeben, sehr ungewiss und unsicher, aber immerhin eine Vermutung.

B  Da dürfen wir aber gespannt sein.

C  Gehen wir einmal von folgender These aus: Ereignisse in der Welt sind nicht bloße Ereignisse, Dinge in unserem Leben sind nicht bloße Dinge, Vorgänge am Sternenhimmel sind nicht bloße Vorgänge am Sternenhimmel – nein, das sind Zeichen und Hinweise aus dem Jenseits.

M  Du meinst, die haben etwas mit Gott zu tun?

C  Ja, das sind Botschaften Gottes.

B  Sehr klug, mein lieber Caspar. Dann kannst du uns sicher auch sagen, worin die göttliche Botschaft des neuen Sterns besteht.

C  Wenn ich das so genau wüsste …

M  Na, dann rück schon raus mit deiner Vermutung.

C  Könnte es nicht sein, dass der Stern uns Folgendes sagen will: Brecht auf, macht euch auf den Weg, folgt mir! Ich will euch an einen Ort führen, an dem ihr etwas ganz Wertvolles findet, etwas Leuchtendes und Strahlendes.

M  Du meinst, wir sollen einfach unsere Sachen packen und losziehen?

B  Ohne Garantien, ohne Gewissheit?

C  Ja.

M  Und wenn du dir da nur etwas zusammen fantasiert hast?

C  Ausschließen kann ich das nicht, aber auch das Hier bleiben ist ein Risiko.

B  Wieso das denn?

C  Gesetzt den Fall, ich habe Recht. Gott ruft uns durch den neuen Stern auf einen neuen Weg zu einem wichtigen Ort. Und wir bleiben da, wir bleiben sitzen, wir tun nichts. Dann haben wir uns um eine einmalige Chance gebracht.

B  Auch um die Chance, unterwegs zu hungern oder Durst zu leiden, unter Räuber zu fallen und ausgeraubt, vielleicht sogar erschlagen zu werden.

M  Unsere Familien werden nicht gerade begeistert sein.

B  Die werden uns für verrückt erklären.

M  Abenteuersüchtig und irgendwie „durch den Wind“.

C  Eure Bedenken kann ich gut verstehen, trotzdem: Ich werde es wagen, aber nicht allein. Ich möchte, dass ihr beiden mit dabei seid, ihr seid meine besten Freunde. Also, wie sieht’s aus, Melchior und Balthasar?

B  Nun mal langsam, Caspar. Ich muss erst mal gründlich darüber nachdenken und schlafen. Eine solche Expedition muss bestens vorbereitet sein, damit sie nicht vorzeitig irgendwo endet – und wir auch.

C  Am besten, ihr lasst euch das noch mal durch Kopf und Herz gehen. Nächste Woche setzen wir uns wieder zusammen, besprechen die Lage und wagen den Aufbruch. Für heute schon mal meinen Dank für euer Kommen und Zuhören. Gute Nacht – und behaltet den neuen Stern im Blick!

M  Gute Nacht!

B  Gute Nacht – falls ich jetzt noch ein Auge zumachen kann vor lauter Sternenfunkeln …


Lied: Dein Stern geht auf >> zum Downloaden >>

 

Bibeltext   Mt 2,1-2

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war, kamen  Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

Impulsfragen

Dieser Teil ist der eigentliche Mittelpunkt: Was haben die Sterne, die Geschichte mit den Sterndeutern aus der Bibel mit mir, mit uns und unserem Leben zu tun? Was sagen sie uns? Was möchte uns Gott damit sagen?

Die Impulsfragen  werden zunächst nacheinander vorgelesen und mit dem Beamer an die Leinwand geworfen.
Danach werden Blätter und Stifte ausgeteilt. Wer mag, kann sich zu den einzelnen Fragen Stichworte notieren.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschen sich schließlich In kleinen Gruppen von vier bis fünf Personen darüber aus.

Was hilft mir, den Blick nach oben zu richten?
Was ist der Stern / sind die Sterne in meinem Leben?
Suche ich nach einem Stern, ohne ihn bisher gefunden zu haben?
Was lässt mich zögern / was gibt mir Mut, dem Stern zu folgen?
Welches sind die Wolken, die sich dazwischen schieben?
Ist Jesus (m)ein Stern, nach dem ich mein Leben ausrichte?

 

Lied: Überall sehen wir deine Spuren      >> zum Downloaden >>

Gebet zum Abschluss

Du mein Gott,
ich komme zu dir mit meiner Sehnsucht:

Dass mein Leben mehr werde
als ein hektischer Ablauf
von Stunden und Tagen,
Jahren und Jahrzehnten,
danach sehne ich mich, o Gott:
nach Sinn und Ziel.

Dass mein Leben mehr werde
als ein ungeordneter Haufen
von Gedanken und Wünschen,
Begierden und Erwartungen,
danach sehne ich mich, o Gott:
nach Sinn und Ziel.

Dass mein Leben mehr werde
als eine zufällige Reihe
von Handlungen, Tagen,
Werken und Leiden,
danach sehne ich mich:
nach Sinn und Gelingen.

Dass mein Leben mehr werde
als ein verworrenes Knäuel
von Beziehungen, Sympathie,
Miteinander und Gegeneinander,
danach sehne ich mich, o Gott:
nach Sinn und Liebe.

Dass mein Leben mehr werde,
die Erfahrung von Sinn darin sei,
danach sehne ich mich, o Gott,
darum bitte ich dich.
Amen.


Plauderstunde / Offenes Singen (Adventslieder) bei Winterzaubertee und Sternengebäck


Vorbereitungsteam:
Wilfried Röhrig mit Brigitte und Stefan Kämmerer, Edeltraud Linden und Irmgard Stipp

Zum Seitenanfang 

Die Schlüsselwörter in die Suche eingeben und Sie erhalten alle Seiten zum Thema.

Schlüsselwort 1, Schlüsselwort 2, ...