Krüge in Gemeinden

Bericht zu einem Gottesdienst mit dem Krug
in der Fastenzeit

 

„Nachgefragt“-Gottesdienst am 10.2.08

Einführung ins Thema zu Geginn des Gottesdienstes:

Unser ursprünglich geplantes Gottesdienstthema war: Der Krug eine Möglichkeit unser Leben vor Gott hinzutragen.

Den Krug haben einige Mitglieder unserer Pfarrei aus der Hand unseres Herrn Kardinals in Empfang genommen. Er soll an die Hochzeit zu Kana erinnern. Als der Wein ausging, füllten die Diener im Hause des Hochzeitspaares bereitstehende Krüge mit Wasser und Jesus machte daraus köstlichen Wein. Wenn wir Gott das Wasser unseres Lebens in den Krug hinein geben, geben wir ihm die Möglichkeit unser Leben zu verwandeln.
Vielleicht waren einige von Ihnen im letzten Sommer bei der Pfarrwallfahrt nach Maria Einsiedeln dabei, da wurde der Gottesdienst in diesem Sinne gestaltet. Jetzt soll der Krug dauerhaft in unserer Kirche aufgestellt werden.
Als wir von der Gruppe Nachgefragt nach einem Termin für unseren Kruggottesdienst fragten, kam das heutige Datum zustande, so dass noch zwei weitere Themen in diesem Gottesdienst wichtig wurden, die wir mit der Krugthematik verbinden wollen:
· der Beginn der Fastenzeit
· und die Einladung an alle ehrenamtlichen Mitarbeiter in unserer Pfarrei. Beim Treffen nachher im Paulusheim soll Ihnen ausdrücklich Dank gesagt werden für all Ihren Einsatz und Ihre Mühen.

Wir haben uns jetzt schon vorher in der Kirche getroffen um miteinander Gottesdienst zu feiern. Eucharistie heißt ja auch Danksagung, gemeinsam wollen wir all unser Engagement und unsere Bemühungen vor Gott hin tragen und ihm danken für das, was uns gelungen ist. Wir dürfen ihn aber auch unsere Bitten sagen, für die Anliegen, die uns am Herzen liegen, für Personen und Gruppen, mit denen wir zu tun haben, für Projekte und Aktivitäten, die wir vor uns haben, ja sogar auch das, was uns misslungen ist, was unvollkommen geblieben ist. Wir wollen Sie nachher zur Gabenbereitung einladen, all das auf Zettel zu schreiben und als das Wasser des Lebens in den Krug zu geben, so wie die Diener bei der Hochzeit zu Kana, damit Gott es verwandeln und vollenden möge.
Bleibt der Beginn der Fastenzeit! Der Krug kann ein gutes Symbol dafür sein, was es heißt uns in der Fastenzeit auf Ostern vorzubereiten.

Auch unsere Fehler, unser Versagen und unsere Schwäche dürfen wir vor Gott hin tragen und ihn bitten sie zu verwandeln, dass wollen wir jetzt im Kyrie tun.

Lied: Meine engen Grenzen (Nr. 120b)

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer
Röm 5, 12.17-19

Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod, und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten.

Ist durch die Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft gekommen,
durch diesen einen, so werden erst recht alle, denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit reichlich zuteil wurde, leben und herrschen durch den einen, Jesus Christus.

Wie es also durch die Übertretung eines einzigen für alle Menschen zur Verurteilung kam, so wird es auch durch die gerechte Tat eines einzigen für alle Menschen zur Gerechtsprechung kommen, die Leben gibt.

Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.


Überleitung zur Predigt

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!“ Dass das Materielle uns nicht letztendlich glücklich machen kann, das merken wir immer wieder in unserem Leben. Deshalb die Fastenzeit, um durch Verzicht innerlich frei zu werden für das, was wesentlich ist, und für Gott. Beim Einsatz für andere und beim ehrenamtlichen Engagement spüren wir, was wirklich zählt im Leben: die Liebe, die wir einander schenken.
Auch Jesus macht diese Erfahrung in der Wüste. Nach der Taufe im Jordan und der öffentlichen Berufung durch Gott zieht er sich zurück, um sein Leben neu auszurichten. Er widersteht der Versuchung sich seinen materiellen Bedürfnissen hinzugeben oder Macht über andere anzustreben. Auch das sich fallen oder hängen zu lassen (Gott wird’s schon richten) ist nicht die richtige Einstellung. Nach dieser Erkenntnis ist Jesus bereit zu den Menschen zurückzukehren, Jünger zu berufen, Gottes Reich zu verkünden und für die Menschen da zu sein. Im Johannesevangelium kommt es zu seinem ersten öffentlichen Auftreten bei einer Hochzeit.

Predigteil

In der biblischen Erzählung von der Hochzeit zu Kana ist Jesus wieder mitten unter den Menschen.
Er feiert mit Ihnen und da geht der Wein aus.
Eine schreckliche Vorstellung: Eine Feier ohne Wein- was für eine Blamage für das Brautpaar.
Wir kennen die Geschichte: Jesus verwandelt Wasser in Wein und hilft dabei den Menschen aus der Patsche.
Diese Geschichte zeigt uns, wer dieser Jesus ist.
Er sucht Gemeinschaft mit den Menschen und schaut auf ihre Sorgen und Ängste.
Er ist einer, der die Not der Menschen sieht.
Und das versuchen auch wir immer wieder zu tun, indem wir uns für andere einsetzen, uns ehrenamtlich in den verschiedensten Bereichen engagieren.

Wie bei der Hochzeit zu Kana, so ist es auch bei uns.
Es gibt auch bei uns
Hoch –Zeiten und Tief –Zeiten
Und auch uns kann schon mal der Wein ausgehen.
Der Wein – der Freude – des Glücks
Der Wein des Vertrauens und des täglichen Miteinanders.
So sehr kann der Wein ausgehen, dass man glaubt, es geht nicht mehr.
In einer solchen Situation können wir uns an diese Geschichte erinnern.
Wenn die Krüge in unseren Leben leer sind, wenn unser Leben leer ist,
dann können wir das tun, was die Menschen damals in Kana getan haben.
Nie sollen wir etwas halb tun, sondern ganz bis zum Rand
sollen wir die leeren Krüge füllen mit dem was wir haben:
Vielleicht mit unseren Tränen, mit unseren Ängsten, mit unserer Traurigkeit.
Aber auch mit unserer Hoffnung, unserer Zuversicht und der Freude.

Wir sind hier auch versammelt, nicht auf einer Hochzeit, aber doch in Gemeinschaft.
Jeder von uns trägt, wie man sagt, sein Paket mit sich herum, hat seine Not, einen Kummer.
Einen Kummer mit dem eigenen Leben, mit der Familie zu Hause, in der Schule oder bei der Arbeit, vielleicht auch mit Freunden.
Und wir hätten nichts lieber, als wenn diese Not von uns genommen würde.
Wir werden immer wieder eingeladen unseren Kummer und unseren Sorgen, aber auch unsere
Freude mit Jesus zu teilen und auszusprechen.
Und bringen dürfen wir Jesus auch unser Engagement als Ehrenamtliche in der Pfarrei, unsern Einsatz für andere in den verschiedensten Bereichen.

Anleitung zum Krugritual

Wir haben kleine Zettel vorbereitet und laden sie ganz herzlich ein, diesen unseren Krug damit zu füllen.
Schreiben Sie darauf, was Sie Jesus bringen wollen, Ihren Einsatz in der Gemeinde, Ihre Wünsche, Ihre Bitten, Ihre Sorgen.
Es ist wie bei einem Fürbittbuch, nur dass es kein anderer mehr liest. Es reicht auch ein Stichwort oder sogar ein leerer Zettel, Hauptsache ich weiß, was ich Jesus damit in den Krug lege. Kleine Kinder können auch etwas malen.
Die Zettel werden dann an Ostern im Osterfeuer mitverbrannt und auch später immer wieder in gewissen Abständen.
Ab heute soll der Krug in unserer Kirche aufgestellt werden. Sie sind immer wieder eingeladen Ihre Anliegen zu bringen und so wie heute in den Krug zu geben, z.B. beim Gottesdienstbesuch oder wenn Sie mal so in der Kirche sind.

Fürbitten

Die Fastenzeit als Zeit der Umkehr könnte unsere Aufmerksamkeit füreinander und für wirklich wichtige Dinge wachsen lassen.
Wir werden getrieben, vieles nimmt unsere Zeit in Anspruch. Gott, wir bitten dich um deine Hilfe auf den vielfältigen Wegen, die wir Menschen gehen:

  1. Für alle ,die in unserer Kirche ein Amt innehaben und sich an ihrem Platz bemühen ,den Glauben zu leben und weiterzugeben.
    Kehrvers: Gott, unser Vater......
  2. Für alle Ehrenamtlichen in unserer Gemeinde, dass sie auch weiterhin bereit sind ihre verschiedenen Aufgaben zu erfüllen.
    Kehrvers: Gott, unser Vater....
  3. Für alle Gemeindemitglieder , dass sie ähnliches tun, wie die Diener bei der Hochzeit zu Kana. Laß sie alles in den Krug geben, was sie belastet – also Wasser-, damit Gott etwas Gutes daraus macht- den Wein.
    Kehrvers: Gott, unser Vater....
  4. Keiner braucht mit seinen Sorgen und Ängsten allein zu sein. In unserer Gemeinschaft des Glaubens bitten wir gemeinsam und füreinander um Verwandlung.
    Kehrvers : Gott, unser Vater....

Gott, unser Vater, führe uns auf dem Weg durch die Fastenzeit bis hin zur Auferstehung. Höre auf unsere Bitten und stärke uns in unseren Bemühungen das Richtige zu tun. Darum bitten wir durch Christus unseren Bruder und Herren.

Am Ende des Gottesdienstes

So sind wir am Ende des Gottesdienstes eingeladen, uns auf den Weg zu machen in unseren Alltag. Wir haben über Wandlung gesprochen und hoffen, dass wir verwandelt wurden. Verwandelt in Menschen, die ihre Freude, ihre Sorgen und Nöte angeschaut haben, verwandelt in Menschen, die alles Gott anvertrauen können, vielleicht geht es uns wie den Jüngern, sie glaubten an ihn.Die Botschaft dieses Gottesdienstes ist: Gott ist bei uns, Jesus Christus begleitet uns auch gerade dann, wenn es uns nicht so gut geht.

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