Foto: H. Brantzen
"Hier ruht Paulus", titelte "Die Welt" am 1. Juli 2005. Der Archäologe Giorgio Filippi hatte nach jahrelanger Arbeit in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern knapp unter dem Fußboden einen Sarkophag lokalisiert, der das Grab des Völkerapostels sein könnte! Dafür spricht die Aufschrift "Pavlo Apostolo Mart" (für den Apostel und Märtyrer Paulus) auf der Marmorabdeckung, aber auch die Tradition: Seit dem 4. Jahrhundert verehrt man in dieser Kirche das Apostel-Grab.
Verbürgt ist, dass der Sarkophag im Jahr 390 in der Mittelachse der neuen Basilika (errichtet über der Pauluskirche aus der Zeit Konstantins) aufgestellt wurde. 1823 zerstörte ein Großbrand dieses größte Denkmal frühchristlicher Kunst. Auf dem Schutt entstand ein mächtiger Neubau. Die Grabungen ergaben nun, dass man den Sarkophag dabei unbewegt ließ und lediglich mit Füllmaterial "polsterte". Er steht also seit über 1600 Jahren am selben Ort und wurde nachweislich nie geöffnet. Trotzdem ist nicht sicher, ob er die Gebeine des Apostels enthält.
Durch ein neues Fenster können Pilger nun wieder einen Blick auf den rosafarbenen Monolithen werfen. Ob man je das Innere des Sarkophags sehen wird (z.B. mit einer Minikamera, die durch eine seit der Antike verschlossene Öffnung eingeführt würde), entscheidet allein der Papst. Im Jubiläumsjahr geschehe dies nicht, heißt es aus dem Vatikan.
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