Auf den Spuren des hl. Paulus

eine Bilderserie zum Paulusjahr
13.05.2009

Blick über die Ruinen von Milet

Blick über die Ruinen von Milet
Foto: Hartmut Böhm


35 Loslassen

Paulus spürt in Milet, dass er „Fesseln und Drangsale“ (Apg 20,23) vor sich hat, dass sein Leben und seine Sendung eine schwierige Wende nehmen. Das bedeutet zugleich, dass er sich nicht mehr um die jungen christlichen Gemeinden kümmern kann, die ihm so lieb geworden sind. Er fordert zur Wachsamkeit gegenüber falschen Lehren:

„Seid also wachsam, und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter Tränen jeden einzelnen zu ermahnen.
Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen und das Erbe in der Gemeinschaft der Geheiligten zu verleihen.

Apg 20,31-32

Paulus muss loslassen, menschlich loslassen, geistlich loslassen. Dieses Loslassen gelingt nur im Vertrauen darauf, dass Gott selbst die Gemeinde zusammen und am Leben hält. Seine Gnade hat Kraft – seine "Gnade": Das ist Zuwendung, Nähe, helfende Gegenwart.

Die Gnade Gottes baut auf, schenkt Gemeinschaft, schenkt Heiligung, schenkt das Erbe Jesu Christi.

So wird das Loslassen zum Gewinn – auch für die Gemeinde. Denn sie muss ihrerseits Paulus loslassen.

Loslassen.
Sich Gott überlassen.
Zulassen, dass Gott wirkt.

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