Paulus der Lehrer - Kirchenfenster im Baptisterium an der Taufstelle von Philippi
Foto: H. Brantzen
Paulus und seine Begleiter durchzogen während der dritten Missionsreise Mazedonien und Griechenland. Auch hier wollten Juden wieder einen Anschlag auf Paulus ausüben. So verließen er und seine Gefährten Griechenland über Mazedonien. Von Philipp aus segelten sie hinüber nach Kleinasien, nach Troas.
Von dort wird eine Episode erzählt:
„Als wir am ersten Wochentag versammelt waren, um das Brot zu brechen, redete Paulus zu ihnen, denn er wollte am folgenden Tag abreisen; und er dehnte seine Rede bis Mitternacht aus. In dem Obergemach, in dem wir versammelt waren, brannten viele Lampen.
Ein junger Mann namens Eutychus saß im offenen Fenster und sank, als die Predigt des Paulus sich länger hinzog, in tiefen Schlaf. Und er fiel im Schlaf aus dem dritten Stock hinunter; als man ihn aufhob, war er tot. Paulus lief hinab, warf sich über ihn, umfasste ihn und sagte: Beunruhigt euch nicht: Er lebt! Dann stieg er wieder hinauf, brach das Brot und aß und redete mit ihnen bis zum Morgengrauen. So verließ er sie. Den jungen Mann aber führten sie lebend von dort weg. Und sie wurden voll Zuversicht.“
Apg 20,7-12
Eine turbulente Eucharistiefeier – würden wir heute sagen.
Zur Versammlung gehört das Brotbrechen und die Predigt, die sich in diesem Fall über die ganze Nacht hinweg zieht. Offensichtlich will Paulus der jungen Gemeinde noch wichtige Lebens- und Glaubenslehren vermitteln.
Man sagt, dass der Predigtschlaf öfter vorkomme, als man so denkt. Wenn selbst ein Redner wie Paulus nicht verhindern kann, dass jemand bei seinen Worten einschläft, darf das ein Trost für alle Prediger sein, die bei ihren Worten nicht immer nur aufmerksame Zuhörer vor sich sitzen sehen.
Die schlafenden Predigt-Zuhörer erinnert – natürlich mit einem Augenzwinkern – die Geschichte daran, dass nicht immer ein Paulus gegenwärtig ist, der Eingeschlafene wieder zum Leben erweckt.
Schlüsselwort 1, Schlüsselwort 2, ...