Auf den Spuren des hl. Paulus

eine Bilderserie zum Paulusjahr
11.03.2009

Ruine des Isis-Tempels in Kenchreä

Ruine des Isis-Tempels und einer christlichen Basilika in Kenchreä
Foto: H. Brantzen


29 Kenchreä – ein Gelübde

Paulus verabschiedet sich am Ende der zweiten Missionsreise von Europa und segelt von Kenchreä aus, das östlich von Korinth liegt, hinüber nach Kleinasien, um über Ephesus zurückzukehren nach Antiochia.

„In Kenchreä hatte er sich aufgrund eines Gelübdes den Kopf kahl scheren lassen.“

Apg,18,18

Was das im Einzelnen für Paulus bedeutet, ist nicht klar. Doch handelt es sich wohl um ein Nasiräer-Gelübte, wie es im Buch Numeri 6,1-21 beschrieben ist:

„Wenn ein Mann oder eine Frau etwas Besonderes tun will und das Nasiräergelübde ablegt, so dass er ein dem Herrn geweihter Nasiräer ist, dann soll er auf Wein und Bier verzichten; er soll keinen gegorenen Wein und kein gegorenes Bier trinken, auch keinen Traubensaft, er soll weder frische noch getrocknete Trauben essen... Solange das Nasiräergelübde in Kraft ist, soll auch kein Schermesser sein Haupt berühren, bis die Zeit abgelaufen ist, für die er sich dem Herrn als Nasiräer geweiht hat. Er ist heilig, er muß sein Haar ganz frei wachsen lassen. ...“

Für Paulus ist offenbar eine Zeit des Gelübdes abgelaufen. So lässt er sich den Kopf kahl scheren. Doch erfahren wir nichts darüber, warum er dieses Gelübde ablegte.

Paulus bleibt verwurzelt in der jüdischen Tradition mit Ritualen und Bräuchen, auch als er schon lange zum christlichen Völkerapostel geworden ist.

Wissen, woher ich komme.
Wertschätzen, was mich geprägt hat.
Doch auch wissen, wovon ich mich verabschiede,
um Neuem zu dienen.

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