geöffneter Granatapfel
Foto: H. Brantzen
Die Erzählung der zweiten Missionsreise gelangt an einen Vorgang von weltgeschichtlicher Bedeutung: Die Frohe Botschaft von Jesus Christus kommt nach Europa. Diesen außerordentliche Vorgang leitet die Apostelgeschichte so ein:
„Weil ihnen aber vom Heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort in der Provinz Asien zu verkünden, reisten sie durch Phrygien und das galatische Land. Sie zogen an Mysien entlang und versuchten, Bithynien zu erreichen; doch auch das erlaubte ihnen der Geist Jesu nicht. So durchwanderten sie Mysien und kamen nach Troas hinab.“
Apg 16,6-8
Paulus zieht durch die verschiedenen Landschaften Kleinasiens, auch durch das galatische Land, wohin einer der Paulusbriefe, der Galaterbrief, gerichtet sein wird. Das weist darauf hin, dass Paulus die Landschaften nicht einfach durcheilte, sondern als Apostel neue Gemeinden entlang seines Wegen gründete.
Die nächsten Schritte der Missionsreise gehen aber ausdrücklich nicht gemäß den Ideen und dem Willen des Paulus, sondern werden bestimmt vom Heiligen Geist. Dieser Geist Jesu verwehrt ihm die eine Richtung und erlaubt ihm, in eine andere Richtung zu gehen.
Gott nimmt durch seinen Heiligen Geist die Planung, wie die Kirche wachsen soll, in die Hand. Er tat das immer schon. Doch an dieser entscheidenden Stelle wird es deutlich betont.
Damit erhält die Missionstätigkeit des Paulus die höchste Autoritätsstufe. Gott selbst geht zu den Menschen in der Gestalt des Völkerapostels.
Der Mensch denkt – und geht seiner Wege.
Und Gott lenkt – um ihn auf den Weg zu führen, der ihn an sein Ziel führt.
Die Aufgabe des Menschen:
die Spuren seiner Wünsche zu suchen, zu spüren, zu ahnen, zu finden,
und den Spuren zu folgen.
Schlüsselwort 1, Schlüsselwort 2, ...